Ausſtreuung und Ueber⸗ pfluͤgung.
Koſten der Mergelung.
256 Mineraliſche Duͤngungsmittel.
Erde mengen. Wenn indeſſen der vor und im Winter aufgefahrene Mergel bis gegen die Mitte des Sommers liegt, ſo iſt er gewoͤhnlich zerfallen geuug, um ſich durch fleißiges Pfluͤgen, Eggen und Walzen mit der Ackererde genau mengen zu laſſen. Aber der im Fruͤhſahr gefahrene zerfaͤllt ſelten genug, um nicht vorerſt in Stuͤcken und Kloͤßen im Boden zu bleiben, wenn er untergepfluͤgt wird. Von jenem hat man daher eine ſchnellere, von dieſem eine ſpaͤtere, im erſten Jahre keine merkliche Wirkung.
Einige, die aus dem aufgefahrenen Mergel ſo fruͤh wie moͤglich Nutzen ziehen wollen, ſaͤen ſchon Sömmerung ein, Gerſte und Hafer oder Buchweizen, mehren⸗ theils aber mit ſchlechtem Erfolge. Eine reine, fleißig bearbeitete Brache iſt durchaus noͤthig, wenn er bald wirken ſoll.
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§. 74.
Daß die Ausſtreuung mit Sorgfalt geſchehe, ſo daß er gleichmäßig verbreitet werde, verſteht ſich von ſelbſt. Darauf wird er bei trocknem Wetter ſcharf durcheg⸗ get, dann, wenn Kloͤße oder Stuͤcken bleiben, gewalzet, und nun, nachdem er einen Regen erhalten aber wieder abgetrocknet iſt, nochmals geegget. Alsdann wird er, und zwar ſo flach als moͤglich zum erſten Male untergepfluͤgt. Und nun erhaͤlt das Land mindeſtens noch drei Furchen mit jedesmal darauf folgendem Eggen. Die genauere Verbindung mit der Ackererde wird dann die Natur bewirken. Kommt er aber klumpigt zu liegen, ſo kann ſie das nicht, und es wird dann erſt bei den nachfol⸗ genden Beſtellungen die Mengung allmälig geſchehen. Was ſich aber nicht in feinem Pulver gemengt hat, iſt bis dahin nicht nur unwirkſam, ſondern der Vegetation po⸗ ſitiv nachtheilig.
§. 75.—
Die Koſten der Mergelutig werden ſehr verſchieden angegeben, und müſſen e naturlicher Weiſe ſeyn. Die Arbeit des Auswerfens und Aufladens richtet ſich haupt⸗ ſachlich nach der Tiefe, aus welcher er herausgefoͤrdert wird. Jedoch kommt auch die Zahigkeit des Mergels und das Waſſer, womit man zu kaͤmpfen hat, in Betracht. Kann der Mergel, nachdem er losgehackt worden, ſogleich aufgeladen werden, ſo iſt ziemlich allgemein die Bezahlung fuͤr eine Ladung von 18 Kubikfuß zwiſchen 6 und 3 Pfennige. In Hollſtein zahlet man dafuͤr 1 ½ Schilling oder 9 Pfennige ſchwer Geld, wobei aber die Arbeiter, denen man Pferde und Fuhrwerk, aber keine
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