Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
268
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Wiederholung des Mergelns.

Dauer ſeiner Wirkung.

Mineraliſche Duͤngungsmittel.

Aus der Verſchiedenheit der Staͤrke der Auffuhr des Mergels und des Bodens laſſen ſich die widerſprechenden Erfahrungen, die man uͤber die Wiederholung des Mergelns gemacht hat, erklaren. Einmal hat man naͤmlich vom zweiten oder drit⸗ ten Mergeln keine Wirkung verſpuͤrt, oder gar eine nachtheilige. Ein anderes Mal hat die zweite ja die dritte Mergelung mehr gewirkt als die erſte. In erſtern Falle war alles, was der Mergel geben kann, noch genug im Boden vorhanden; man hatte aber die Miſtduͤngung vernachläſſigt, und der erſchoͤpſte Humus konnte durch keinen gewoͤhnlichen Mergel erſetzt werden. War es thoniger Mergel, ſo ward ein Boden, dem es vielleicht an Thon ohnehin nicht gebrach, mit Thon uͤberfullet, und wirklich dadurch verdorben. Im zweiten Falle hatte man die Miſtduͤngung nicht ver⸗ abſaumt, und der Mergel war dem Boden in Anſehung ſeiner phyſiſchen Wirkung

angemeſſener: die Konſiſtenz des Bodens verbeſſerte ſich⸗

Wo man regular mergelt aber auch genugſam miſtet, nimmt man es als ein Zeichen an, daß der Acker des Mergels mehr als des Miſtes wieder beduͤrfe, wenn Unkraut irgend einer Art uͤberhand darauf nimmt, und uͤppig darauf wäͤchſt. Dann vertilgt nicht nur der Mergel, mit dem freilich eine ſleißig bearbeitete Brache verbun⸗ den iſt, das Unkraut, ſondern giebt auch mehrere Fruchtbarkeit als der Miſt. Denn das Ueberhandnehmen und die Ueppigkeit des Unkrauts beweiſet, daß noch vegetabi⸗ liſcher Nahrungsſtoff genug im Boden, dieſer aber dem Unkraut angemeſſener, wie dem Getreide ſey. Die chemiſchen Wirkungen des Mergels aͤndern die Natur des Humus wahrſcheinlich um.

Wo aber wiederholte Mergelungen gebraͤuchlich ſind, iſt man in der Regel ſpar⸗ ſamer in der Quantitàͤt. Vom thonigen Mergel fahrt man dann auf ſandigen Bo⸗ den 25 bis 30 Ladungen, vom kalkigen Mergel auf Lehmboden oft nicht mehr als 10 Ladungen auf.

5 2.

Die Dauer ſeiner Wirkung wird eben ſo verſchieden angegeben, und muß es den Umſtänden nach ſeyn. Sandiger Boden wird durch eine ſtarke Auffuhr von Thon⸗ mergel auf ewig verbeſſert in ſeinen phyſiſchen Eigenſchaften, und trägt fortdauernd beſſere Ernten, wenn er zu rechter Zeit Miſiduͤngung erhält. Die chemiſche Wir⸗ kung des Mergels verſpuͤrt man, je nachdem er ſchwaͤcher oder ſtarker aufgefahren iſt,