Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
266
Einzelbild herunterladen

Ungleichheit des Mergels in einer Grube.

Bearbeitung der Grube.

252 Mineraliſche Duͤngungsmittel.

man aber Ackerpferde, ſo iſt ein zweiſpaͤnniger Wagen vorzuziehen. Zu vierſpaͤnni⸗ gen Zuͤgen rathe ich nicht, wenn der Weg nicht ſehr weit und ſchwierig iſt. Auf kurzen Wegen ziehen zwei Pferde faſt eben ſo viel als vier. Mit dieſen habe ich hoͤch⸗ ſtens Ladungen von 25 Kubikſuß erreicht, mit jenen 18 bis 19 in der Regel fahren laſſen. Der Kubikfuß wiegt in ſeinem gewoͤhnlichen Zeuchtigkeitszuſtande 100 bis 1o3 Pfund Berliner Gewicht.

§. 68.

Selten bleibt ſich der Mergel, insbeſondere der thonige in einer Grube ganz gleich. Es kommen Schichten und Saͤtze, wo er betraͤchtlich mehr, andere wo er weniger Kalk hat. Wenn man noch nicht geuͤbt genug iſt, dies ziemlich ſicher nach dem Anſehen unterſcheiden zu koͤnnen, ſo muß man oͤfterer eine oberflaͤchliche Unter⸗ ſuchung anſtellen. Je tiefer man kommt, deſto gleichartiger pflegt er zu werden. Hft findet ſich eine Sandſchicht oder Sandader dazwiſchen. Dieſer Sand iſt manch⸗ mal ſehr kalkreich, und dann iſt er vortrefflich auf thonigem Boden, oder um ihn zwiſchen Modder oder Torf zu bringen. Kann man aber den Sand oder den kalkar⸗ men Lehm nicht gebrauchen, ſo muß man ihn doch aus dem Wege ſchaffen, und ſtoͤßt

ihn dann in die ausgeſtochenen Tiefen, wo man nicht weiter gehen will, hinein.

F. 6g.

Ob man mit dem Ausſtechen des Mergels tiefer eindringen ſolle ader nicht, ent⸗ ſcheidet der Umfang der Mergellage und die Art des Mergels, der immer kalkhaltiger zu werden pflegt, je tiefer man kommt. Aber die Arbeit wird muͤhſamer und koſt⸗ ſpieliger, und auch ohne große Vorſicht gefaͤhrlicher. Es muß der Mergel dann aus der Tiefe in Abſaͤtzen heraufgeworfen werden, ehe er geladen werden kann, und dieſes koſtet oft das Doppelte. Sehr aufmerkſam muß man darauf ſeyn, daß die Leute die Waͤnde gerade erhalten, und nicht uͤber die perpendikulare Linie hineinarbeiten, weil

ſonſt ſehr leicht durch das Einſtuͤrzen einer Wand ein Ungluͤck entſtehet.

Bei dem tieferen Eindringen hat man dann auch mehrentheils mit dem Waſſer zu kämpfen, welches ſich theils von oben herab in die Grube zieht, theils aus den Sandadern hervordringt. Man muß es durch eine Schnecke oder Plumpe heraus⸗ ſchoͤpfen. Zuweilen wird aber der Zufluß des Waſſers aus einer Quelle ſo ſtark, daß man die Grube verlaſſen muß, es ſey denn, daß der Grund derſelben noch hoch ge⸗ nug läge, um ſich deſſen durch einen Stollen entledigen zu koͤnnen.