Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
265
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Mineraliſche Duͤngungsmittel. 254

alſo das Verhaͤltniß des Fuhrwerks zu den Arbeiten darnach vermehren oder vermin⸗

dern, welches ſich leicht bei Beobachtung der Lokalitaͤt beſtimmen laͤßt. Kann man

bei derſelben Zahl der Handarbeiter an einem Tage mehr Geſpann geben, ſo fährt man weiter ab; kann man weniger geben, dann näher der Mergelgrube. Und ſo auch

umgekehrt, wenn man mehr oder weniger Handarbeiter hat.

§5. 6

Bei der Verdingung der Arbeit pflegt man manchmal das Abfahren, wozu man 3 jedoch die Pferde und das Fuhrwerk giebt, mit einzuſchließen oder nicht. Erſteres der Arbeit. geſchieht wenn man beſondere Pferde und Karren zum Mergel⸗ und Modderfahren an⸗ geſchafft hat, wozu man dann ſolche Pferde zu nehmen pflegt, an denen nicht viel zu verderben iſt. Wenn die weiteſte Entfernung nicht uͤber 70 bis 80 Ruthen iſt, ſo bezahlt man fuͤr ein Fuder, welches etwa 13 Kubikfuß haͤlt, in Hollſtein 12 Schilling oder 9 Pfennige ſchwer Geld. Hat man aber Knechte oder beſondere Fuͤhrer bey den Pferden, ſo bezahlt man fuͤr das Laden eines Fuders 6 bis 7 Pfennige. Ich gebe bier fur ein ſolches Fuder zu laden einen ſchlechten Groſchen, welches wenig mehr als einen Schilling ſchwer Geld macht. Es verſteht ſich aber, daß alsdann beim Loshauen und Laden keine beſondere Schwierigkeiten ſich finden durfen, und daß der Mergel nicht aus der Tieſe heraufgeworfen zu werden brauche, ehe er auf den Wagen geladen wird. So richtet man es ein, wenn man Ackergeſpann bei mußigen Zeiten zum Mergelfah⸗ ren nimmt, welches men den Arbeitern nicht ubergeben will, und wozu man auch Knechte hat.

Ob es rathſamer ſey beſondere Pferde darauf zu halten, oder das Ackergeſpann in muͤßigen Zeiten damit zu beſchäftigen, haͤngt ganz von Lokalverhältniſſen ab. Will man die Sache bis zu einer beſtimmten Ausdehnung betreiben, ſo iſt erſteres faſt unumgaͤnglich nothig. Denn ſonſt richtet ſich der Fortſchritt der Arbeit nur nach der Muße, die die Pferde und zugleich die gewöhnlichen Arbeiter haben. Halt man beſon⸗

dere Mergel Pferde, ſo muß man auch beſondere Arbeiter zu dieſem Geſchäͤfte anſtellen.

Nach den Pferden richtet ſich auch in den meiſten Faͤllen wohl das Fuhrwerk. Bei eigenen Mergel Pferden ſind einſpännige Steigkarren ohne Zweifel am rathſam⸗ ſten, und die mit dieſer Arbeit immer beſchäſtigten Pferde gewoͤhnen ſich leicht ſo, daß bei zwei oder drei Karren nur ein Treiber zu ſeyn braucht. Das Umſturzen der Kar⸗ ren thun dann die Leute, welche wit dem Ausſtreuen zugleich beſchaͤftigt ſind. Nimmt

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