Mineraliſche Duͤngungsmittel. 245
terial, Holz, Steinkohle und Torf, wohlfeil iſt, und man ihn alſo leicht an Ort und Stelle brennen kann, ohne ihn weit anfahren zu laſſen. Bei einer weiteren Anfuhr des rohen Kalkſteins muß man wohl erwägen, daß er beinahe doppelt ſo ſchwer iſt, als der gebrannte, und daß man alſo bei der Fuhre leicht ſo viel verlie⸗ ret, wie man durch das Selbſtbrennen gewinnt. Wenn gleich der reine Kalk auch zur Duͤngung immer beſſer iſt, als der unreine, ſo kann man doch auch letztern dazu gebrauchen. Wenn er nur nicht uͤber 15 Prozent Thonerde hat, ſo iſt er zum Brennen noch zu brauchen, und an Sand kann er noch mehr halten. Man⸗ cher Kalkſtein iſt mit vielen metalliſchen Oryden vermengt, die ihn wegen der ſchmutzigen Farbe zum Moͤrtel verwerflich machen; zum Duͤnger bleibt er aber dennoch gut. Nur gegen den bittererdigen Kalk hat Tennant und nach ihm mehrere Engländer gewarnt, und wollen von der kohlenſaͤurefreien Bittererde eine hoͤchſt nachtheilige Wirkung auf die Vegetation bemerkt haben. §. 6o.
Ueber die Wirkung des gebrannten Kalks auf Wieſen geſtreut ſind die Mei⸗ Wirkuns des nungen ebenfalls getheilt. Ich kenne daruͤber keine genau angeſtellte und verſchie⸗ dentlich modifizirte Verſuche, aber ſo viel ſcheint mir aus den zerſtreuten Erfah⸗ rungen zu erhellen, daß man vorſichtig damit verfahren muͤſſe, und daß ein ſtarkes Aufbringen des ätenden Kalks leicht gefaͤhrlich werden koͤnne. Ein ſchwaches Ueberſtreuen ſoll dagegen auf trockenen Wieſen ſehr gute Wirkung, auf naſſen aber gar keine gethan haben, und man hat beſonders bemerkt, daß die Kleearten und Wicken ſtarker dadurch hervorgelockt ſind.
Sehr kalkhaltige Gewaͤſſer thun durch Ueberſtauung und Ueberrieſelung den Wieſen vorzuͤgliche Dienſte, aber hier wird kohlenſaurer und dennoch fein zertheil⸗ ter Kalk niedergeſchlagen.
§. 61.
Der ungebrannte Kalk iſt allerdings auch wirkſam; aber cheils iſt ſeine Wir⸗ ungebraunter kung nicht ſo groß, wie die vom gebrannten, und er muß in groͤßerer Menge auf⸗ Kalk. gebracht werden, wenn er etwas leiſten ſoll; theils iſt es ſehr ſchwer, ihn ſo fein zu puͤlvern, als noͤthig iſt. Er kömmt deshalb faſt nur zufällig und als Abfall in Gebrauch. Der Abkehrigt von Kalkſtein⸗Chauſſeen wird mit ſehr großem Nutzen auf die anliegenden Aecker gebracht, der dann freilich auch andere duͤngende Theils


