240 Mineraliſche Duͤngungsmittel.
Auf gewiſſe Saaten hat die Kalkdungung einen ſtärkern Einfluß, wie auf andere; nach verſchiedenen Bemerkungen auf das Wintergetreide eine geringere wie auf die Sömmerung, aber die ſtärkſte auf die Huͤlſenfruͤchte, den Klee und kleeartige Gewaͤchſe.
Die wiederholten Kalkduͤngungen ertraͤgt uͤbrigens der ſehr thonhaltige Bo⸗ den beſſer, wie der mehr ſandige, wobei theils die phyſiſche Wirkung des Kalkes als eine gelockerte Erdart, theils aber auch die chemiſche, indem naͤmlich der Thon den Humus weit hartnaͤckiger anhaͤlt, in Betracht kommt. Auch der moorartige Boden, wenn er trocken gelegt worden, ertraͤgt wiederholte und ſtarke Kalkduͤn⸗ gungen, indem immer zerſetzbare Materie genug vorhanden bleibt, worauf jene
wirken können. Hier wird Kalk eine lange Zeit hindurch mehr bewirken, als Miſi.“
Dagegen wird ein magerer ſandiger Boden durch wiederholte Kalkduͤngungen, ungeachtet ſie jedesmal noch eine ſchwache unmittelbare Wirkung zu leiſten ſcheinen, endlich ganz verdorben werden. Trifft der Kalk keine organiſche Materie an, auf welche er wirken kann, auch vielleicht wenig Thon, mit welchem er ſich wahrſchein⸗ lich lieber zu Mergel verbindet, ſo vereinigt er ſich mit dem Sande zu Moͤrtel, der ſchwer aufloͤslich wird. Man cckert daher auf ſelchen uͤberkalkten Boden lauter Moͤrtelſtuͤcke heraus, die ſich kaum zertheilen laſſen, und es koſtet wiederholte Miſtduͤngungen, ehe man einen ſoſchen Boden wieder zu einem lohnenden Ertrage bringen kann. Den Beweis hiervon geben manche Aecker und ganze Guͤter in Schleſien; daſſelbe hat man aber auch in England in denen Grafſchaften, wo Dreifelderwirthſchaft mit einem geringen Viehſtande betrieben wird, aber viel Kalk vorhanden iſt, auffallend bemerkt.
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§. 55.
mipultion Man bedient ſich des Kalks gewöhnlich im friſch gebrannten oder kohlenſäure⸗ freien Zuſtande, theils ſeiner groͤßern obengedachten Wirkſamkeit wegen, theils aber auch, weil er nur in dieſem Zuſtande in ein feines Pulver zerfaͤllt, und ſich
innig mit der Ackerkrume vermengen laͤßt. Man eilt deshalb moͤglichſt den ge⸗
brannten Kalk zum Zerfallen zu bringen, und ihn ſodann mit der Erdkrume oder
aber auch mit organiſchen Duͤngungsmaterialien zu vermengen.
Man


