Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
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Vegetabiliſche Duͤngungsmittel. 227

die Ruhe Kräfte wieder erhalten. Er thut dies freilich, indem noch immer einige

Produktion darauf vorgeht, aber weit langſamer und in weit geringerer Progreſ⸗

ſion, als wenn er in mehrerer Kraft niedergelegt wurde. Je fruchtbarer der nie⸗

dergelegte Boden noch iſt, um deſto mehr Blaͤtter und Wurzeln, auch deſto mehr

Wuͤrmer und Inſekten werden ſich darauf erzeugen, deſto mehr Miſt wird darauf

fallen; und er wird ſich um ſo ſtärker bereichern, je reicher die Quelle von Nah⸗ rungsſtoff iſt, den er in ſich haͤlt.

F. 47.

Eine ſchnellere und reichhaltigere vegetabiliſche Duͤngung geben wir aber dem unterpflcen Acker, wenn wir angemeſſene Pflanzen, die zu einer groͤßeren Staͤrke und Ent⸗ Sau⸗ wickelung kommen, darauf ausſaͤen, und ſie im Zeitpunkte ihrer Bluͤte entweder geradezu unterpfluͤgen oder ſie erſt durch draufgetriebenes Vieh abfreſſen und nieder⸗ treten laſſen, dann aber ſogleich unterbringen. Dieſe Methode iſt uralt und ſtand bei den Roͤmern im größten Rufe. Sie hat ſich in Jalien bis auf den heutigen Tag fortgepflanzt, und man haͤlt daſelbſt eine ſolche gruͤne Duͤngung, auch wo es an thieriſchem Miſte nicht mangelt, dennoch fuͤr hoͤchſt nuͤtzlich, um den Boden in die hoͤchſte Fruchtbarkeit zu verſetzen. Das dortige Klima beguͤnſtigt dieſe Me⸗ thode freilich mehr wie das unſtige, indem man ſolche Saaten erſt nach der fruͤ⸗ hern Aberntung ausſaͤet, wo dann noch Zeit genug zu ihrem Heranwachſen uͤbrig bleibt. Unter allen Pflanzen, die hierzu gebraucht werden, hat keine ſo viel Ruhm, wie die vfih Lupine, welche von den älteſten Zeiten an bis auf die jetzigen bloß zu dieſer Abſicht angebauet wird, indem ſie ſonſt weder als menſchli⸗ ches noch als thieriſches Nahrungsmittel im Kraut und in der Frucht, wegen ihres barſchen Geſchmacks, nützlich gebraucht werden kann. Bei einer vorlaͤufigen Un⸗ terſuchung, die wir naͤchſtens genauer anſtellen werden, hat ſich gezeigt, daß dieſe Pflanze vielen kleberartigen Stoff in ſich enthalte, woraus ſich die vorzuͤgliche duͤngende Kraft, die ihr beigemeſſen wird, erklären laͤßt. Der Samen ſelbſt wird nach Simondes Gemaͤhlde der Toskaniſchen Landwirthſchaft, S. 114, nach⸗ dem man ihm ſeine Keimkraft genommen hat, um die Hlivenbaͤume eingegraben, um ihnen Duͤngung zu geben. Ob dieſe Pflanze ſich in ihrer duͤngenden Kraft Io beſonders auszeichne, daß ſie dieſerhalb bei uns angebaut zu werden verdiene, werden uns anzuſtellende Verſuche lehren. Wir haben ſie zu dem Ende vermehrt

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