Vegetabiliſche Duͤngungsmittel, 225
Vegetabiliſche Duͤngungsmittel.
* Die bloß vegetabiliſchen Duͤngungsmittel haben bei weitem nicht die Kraft
und ſchnelle Wirkung der thieriſchen, ſind dagegen aber ſehr nachhaltend im Bo⸗
den. Sie ſcheinen mehr ausdauernden Humus zu erzeugen, welcher ſich minder ſchnell zerſetzt und in neue Pflanzen uͤbergeht. Das Hinzutreten der thieriſchen Subſtanzen, ſo wie der Kalk und die Alkalien, beſchleunigen ihre voͤllige Zer⸗ ſegung. Eine bloß vegetabiliſche Duͤngung von Zeit zu Zeit angebracht erhaͤlt den Acker um ſo ſicherer in Kraft, und giebt ihm verlorne Kraft nachhaltender wie⸗ der, als thieriſche Duͤngung; weswegen einem ſehr erſchoͤpften Boden durch ſoge⸗ nannte Ruhe mehr als durch Miſt geholfen wird.
Wir haben ſchon derjenigen vegetabiliſchen Subſtanzen erwaͤhnt, die als Einſtreuungsmittel am nutzbarſten gebraucht werden, und in Vermengung mit den Auswuͤrfen der Thiere dann zur ſchnellen Zerſetung fortgeriſſen werden; die uͤber⸗ maͤßige Fäulniß der thieriſchen Subſtanz aber moderiren.
Es kommen aber noch andere vegetabiliſche Subſtanzen in Betracht, die ohne jene Vermengung mehrentheils unmittelbar dem Acker, der ſie hervorbrachte, wieder mitgetheilt und ihm einverleibt werden. Dies geſchiehet theils zufaͤllig, theils abſichtlich.
Alles Unkraut, welches auf dem Acker wächſt, und vor dem Samenanſatz
wieder untergepflugt wird, vermehrt ohne Zweifel ſeine Kraft. Denn obwohl die meiſten Pflanzen des Moders im Boden beduͤrfen, um ſich auszubilden und zu wachſen, ſo nehmen ſie doch auch, wie mannichfaltige Erfahrungen und Verſuche lehren, luftfoͤrmige Stoffe und wahrſcheinlich die Urbeſtandtheile des zerſetzten Waſſers in ſich auf, und wandeln ſolche vermoͤge ihrer Lebensthaͤtigkeit in organi⸗ ſche Stoffe um; ſo daß man mit Ueberzeugung annehmen kann, eine jede wach⸗ ſende Pflanze vermehre die organiſche Materie und den Humus, wenn ſie auf der Stelle, wo ſie wuchs, vermodert. Daher iſt eine ſtarke und mehrmals ausgruͤ⸗ nende Brache, abgeſehen von den uͤbrigen Vortheilen, welche ſie dem Acker giebt, als eine ſchwache Duͤngung oder Vermehrung ſeiner Kraft anzunehmen. Je ſtär⸗ ker das Ausgruͤnen des Unkrautes iſt, je mehr es emporzutreiben zwiſchen jeder
Zwyiter Theil. Ff


