10 Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander.
dieſer Provinzen, wo die Brache beſtellt werden darf, aber die Anger⸗ und Holz⸗ weiden nicht aufgebrochen und zu Ackerland gemacht werden koͤnnen, paßt es ſich ſehr gut, und kann örtlicher Verhaͤltniſſe wegen nicht gegen ein beſſeres vertauſcht werden. Auf dem minder fruchtbaren, zaͤheren, Quecken und Unkraut erzeugen⸗ den Boden aber, hat es ſich auf die Dauer nicht ausfuͤhrbar gezeigt, und eine oͤftere Brache iſt dabei nöthig befunden. Der Viehſtand bleibt immer zu geringe, wenn er gleich den nothduͤrftigen Duͤnger reicht. Es liegt uͤbrigens auch bei die⸗ ſem Syſteme die Regel des Fruchtwechſels in ſo fern zum Grunde, als man uber⸗ zeugt iſt, daß ohne Brache nach zwei Halmfruͤchten durchaus eine andere Frucht eintreten muß.
No. 3. 4. 5. ſind Mecklenburgiſche Koppell⸗ Wirthſchaften verſchiedener Art. Im Körnerertrage kommen ſie ſich ziemlich gleich; im Viehertrage uͤber⸗ wiegt die mit einer Brache betraͤchtlich. Die Arbeiten und Koſten dieſer Wirth⸗ ſchaften ſind die geringſten, und das iſt es, was ſie vorzuglich empfiehlt, wo es an Menſchen und an Betriebskapital mangelt. Durch Futterbau in Nebenkop⸗ peln erhalten ſie oft ein anderes Verhaͤltniß, worauf aber hier nicht Ruckſicht ge⸗ nommen werden kann.
No. 6. iſt eine Hollſteiniſche Wirthſchaft, wie ſie jeßt häufig betrieben wird, wo naͤmlich Brache auf den vortheilhaften Dreeſchhafer folgt. Die laͤngere Ruhe und die ſtärkere Duͤngung gewaͤhrt einen ſtärkeren Koͤrnerertrag, wenn ge⸗ hoͤrige Bearbeitung des Bodens hinzukommt, woran es vormals, wie man in Hollſtein gar keine Brache hielt, fehlte. Damals war der Viehertrag dem Koͤr⸗ nerertrag in den meiſten Wirthſchaften gleich, oder uberwog ihn gar; der ganze Ertrag war aber doch geringer wie jetzt.
No. 7. iſt eine Fruchtwechſelwirthſchaft mit Weide, wobei aber das Vieh des Nachts auf den Stall genommen, und des Morgens beſonders gefuttert wird. Der hoͤhere Koͤrnerertrag geht aus der ſtarken Duͤngung, die jedesmal nur eine Getreidefrucht abtragt, verbunden mit der Ruhe des Bodens, hervor, und ſt eher zu geringe als zu hoch angenommen. Den Viehertrag ergiebt die Menge des Futters in Verbindung mit der. Weide.
No. 8. eine Fruchtwechſelwirthſchaft zur Stallfutterung des Rindviehes an⸗ gelegt, und darauf berechnet. Der große Duͤngergewinn berechtigt wenig⸗


