xV Bemerkungen.
angemeſſenen Boden mehrentheils gleichen Scheffelertrag mit dem Rocken giebt, ſaugt den Boden bekanntlich ſtaͤrker, wie dieſer aus, und ſehr wahrſcheinlich nach dem Verhaͤltniſſe, worin er den Rocken in Anſehung ſeiner Schwere und ſeiner nahrhaften Theile uͤberwiegt. Auf Boden alſo, und auf einer Stelle wo Weizen uͤberhaupt paßt, werden wir ſeine Anziehung= 4% Prozent an⸗ nehmen, und darnach ſeinen Ertrag beſtimmen können. Er ſtehet nämlich in dem Verhaͤltniſſe ſeines Nahrungsſtoffes gegen den Rocken wie 13: 10, ſeine An⸗ ziehung barnach wie 39: 30. Und da ſie noch etwas kraͤftiger ſcheint, ſo nehmen wir 40. Die Soͤmmerung dagegen ziehet ſchwaͤcher an, wie auch ſchon nach der kuͤrzeren Zeit ihrer Vegetation zu vermuthen iſt. Wir koͤnnen fuͤr ſelbige nur 25 Prozent, als der Wahrheit nahe kommend, annehmen. Ob Gerſte oder Ha⸗ fer ſtärker ausſauge, daruber ſind die Meinungen ſeit jeher getheilt geweſen, und es koͤmmt dabei wohl auf den Zuſtand des Bodens an. Erſtere wird ſtarker aus⸗ ſaugen, wenn der Boden die Lockerung und Vorbereitung erhalten hat, welche dieſe Frucht erfordert, indem ſie nur unter dieſer Bedingung vollſtändige Ernten giebt. Der Hafer hingegen hat an ſich eine ſtäͤrkere Anziehungskraft, und auf einem zäͤheren und minder bearbeiten Boden wird er mehr ausſangen, als Gerſte, aber auch in dem Verhaͤltniſſe eine ſo viel ſtärkere Ernte geben. Deshalb nehmen wir ſie im Durchſchnitt als gleich an.
Wollen wir nach der im Boden vorhandenen Kraft den Ernteertrag jeder einzelnen Frucht beſtimmen, ſo muͤſſen wir uͤberhaupt auf mehrere Nebenum⸗ ſtaͤnde Ruͤckſicht nehmen. Eine Frucht wird auf Boden von gleicher Ratur und gleicher Kraft einen hoͤheren Ertrag geben, wenn jene Nebenumſtaͤnde ſie beguͤn⸗ ſtigen. Dahin gehoͤrt denn beſonders— außer der Witterung, die wir weder in unſerer Gewalt haben, noch vorherſehen koͤnnen— eine ihr gerade angemeſſene Besckerung oder Vorfrucht, und Zerſtoͤrung desjenigen Unkrauts, was dieſer Frucht beſonders zuwider iſt. Dieſe muͤſſen wir alſo im Auge behalten, wenn wir einen Voranſchlag des zu erwartenden Ertrages nach der Kraft des Bodens und der Anziehungskraft des Getreides machen wollen; denn dieſe Anziehungskraft äußert nur ihre volle Wirkung, wenn ihr nichts entgegen ſtehr.


