Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
XV
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Bemerkungen. xv Ernte, kaum mehr vortheilhaft bleiben wuͤrde, falls man ihm keinen neuen Nah⸗ rungsſtoff gabe als die außerſte Erſchoͤpfung, wohin man einen Ackerboden kommen laſſen ſollte. Ein guter Gerſtboden, der nicht uͤber 50 bis 60 Prozent Sand, vielleicht etwas Kalk und 2 Prozent Humus hat, wird ohne muthwillige Erſchöpfung nicht ſo tief herunterſinken, und wir werden ihn bei einer ſechs⸗ jährigen Duͤngung und abgenommenen 4 Getreidefruͤchten immer noch eine Kraft von 60 Graden beimeſſen, und wenn wir ihn weiter erſchoͤpfen wollten, noch Ernten in dieſem Verhaͤltniſſe von ihm erwarten können. Bei andern Feldſyſte⸗ men und natuͤrlich reicheren Boden wird er noch höhere Grade von Kraft beſitzen, wenn maſt ihm dennoch neuen Duͤnger zufuͤhrt. Je mehr Thon ein Boden ent⸗ hält, um deſto ſpaͤter wird er in den Zuſtand kommen, den wir eigentlich mit jenen 40 Graden bezeichnen, weil er ſeine Nahrungstheile feſter anhaͤlt, und zwar be⸗ friedigende Ernten verſagt, dem ungeachtet aber doch noch Kraft in ſich hat; wie wir daraus erkennen, daß wir ihm noch Ernten abzwingen koͤnnen, durch ſolche Mittel, welche die in ihm verſchloſſenen Nahrungsſtoffe nur aufſchließen. Es ge⸗ hoͤrt viele Kunſt dazu, um ihn ganz auszuſaugen; dann aber freilich ein deſto grö⸗ ßerer Aufwand, um ihn wieder in die erforderliche Kraft zu ſetzen.

Jene Bodenkraft, die wir nur deshalb die natuͤrliche nennen, weil ſie zuruͤckbleibt, wenn wir ihr eine Erfriſchung geben, und insbeſondere dann, wenn wir eine neue Rotation mit der Hauptduͤngung anfangen, ſteigt und faͤllt auf dem⸗ ſelben Acker, nach dem Verhaltniß der gegebenen Duͤngung zu den abgenommenen Ernten am Ende jeder Rotation, und tritt in einem hoöheren oder geringeren Grade zur folgenden uͤber.

Ich habe durch den§. 258. Veranlaſſung gegeben, die Ausſaugung aller Fruͤchte gleich, und zwar zu 30 Prozent, der jedesmal im Acker befindlichen Kraft anzunehmen, und mich in der zweiten Anmerkung nicht deutlich genug erklaͤrt uber das Verhaͤltniß, in welchem die ſtaͤrker anziehende Fruͤchte ſich davon mehr zu⸗ eigneten, und dann auch in demſelben Verhaͤltniſſe ſtärkere Ernten gaͤben. Es kam mir damals nmur auf das Reſultat bei ganzen Rotationen an. Dieſe Verſchie⸗

denheit findet aber nach allen Erfahrungen ſtatt. Weizen, welcher auf einem ihm G2