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Erster Band (1809) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
Entstehung
Seite
12
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Beihoͤlfe der Naturwiſſen⸗ ſchaft.

Pflanzen⸗ kunde.

12 Begrundung der Lehre.

5. 28. Eine große Beihuͤlſe zur Begruͤndung unſerer Wiſſenſchaft, und insbeſondere einen Faden, um uns aus dem Labyrinthe der gehaͤuften, mehrentheils einſeitigen

Erfahrungen herauszuwickeln, einen Pruͤfſtein, um ihren Gehalt und ihre Aechtheit

zu erforſchen, giebt uns die in den letzteren Zeiten ſo hoch vervollkommnete Natur⸗ wiſſenſchaft. Die Ratur wirkt allenthalben nach gleichen und ewigen Geſetzen, und

nur durch Benutzung der Naturkraft wirkt der Landwirth. Deshalb laſſen ſich aus

phyſikaliſch chenuſchen Kenntniſſen fur den Ackerbau theils direkte Regeln ableiten, theils die Richtung beſtimmen, die wir bei unſeren Unterſuchungen zu nehmen haben. Wenn nur durch jene die Gleichheit und die Ungleichheit des Bodens und ſeine Be⸗ ſtandtheile beſtimmt ausgemittelt worden, ſo iſt dies genug, um uͤber die haͤufige Un⸗ gleichheit des Erfolgs bei angeſtellten Operationen Licht zu bekommen. Seit jeher hatten jene Wiſſenſchaften Einfluß auf die Lehre vom Ackerbau gehabt, und aus

ihrem unvollkommenen Zuſtande waren manche Vorurtheile und falſche Begriffe mit

heruber gebracht, die wir nicht anders, als durch die Benutzung der nun berichtigten Naturkenntniſſe entfernen koͤnnen. In den neueſten Zeiten iſt vorzuͤglich die Chemie zur Bereicherung der Ackerkunde angewandt, und groß iſt der Gewinn, den ſelbſt die Praxis ſchon davon gehabt hat. Wir konnen jeßzt manche Wahrheiten, die wir nach unſeren Beobachtungen auf dem freien Felde und Wirthſchaftshofe nur ahneten, evident erweiſen, und manche angenommene Vorurtheile widerlegen.

Deshalb muß ſich der wiſſenſchaſtliche Vortrag der Ackerbaulehre unerlaͤßlich auf richtige phyſikaliſche und chemiſche Begriffe gruͤnden, und wir muſſen durch ſie ſo tief wie moͤglich auf den Grund der Erſcheinungen zu kommen ſuchen, weil wir nur dann mit Gluck in unſeren Unterſuchungen arbeiten, und um ſo zahlreichere und richtigere Folgen ziehen koͤnnen, je tiefer wir zu den Gruͤnden der Naturerſcheinungen eindringen.

Nur duͤrfen wir keine Stufe uͤberſpringen, ſonſt dringen wir nicht ein; wir ſtuͤrzen in den Aögrund der Muthmaßungen und dunklen Begriffe, welche zwar die Phantaſie beſchaͤftigen koͤnnen, den Verſtand aber verwirren.

F. 29.

Da der Landwirth ſich mit der Erzeugung, dem Wachsthum und der Vollen⸗

dung der Pflanzen hanptſaͤchlich beſchaͤftigt, ſo iſt die Kenntniß von der Organiſation