Druckschrift 
Momentaneae Afflictionis Æterna Gloria : Der leichten Trübsal dieser Zeit Ewig-folgende Herzlichkeit, Aus dem herrlichen Trost Spruch des Apostels II. Corinth: IV, 17,18 : Unser Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle maß wichtige Herzlichkeit, [et]c. : Bey Christlicher Leich-Begängniß Der Heyland Edlen, viel Ehr- und Tugendreichen Fr. Marien Achterman[n]s, Des Edlen, Vest- und Hochgelahrten Herrn D. Hermanni Konerdingen, Fürstlichen Braunschweigischen Lüneburgischen Archiatri, gewesenen herzlieben Haus-Ehren, Am 6. Tage des Monats Junii, im Jahr MDCLXVIII. In der hiesigen Marien-Kirchen zubetrachten / vorgetragen von Brandano Dætrio, S.Th.D. Fürstlicher Ober-Hof-Prediger und Abten des Closters Riddagshausen
Seite
48
Einzelbild herunterladen

45 Derleichten Trubſal dieſer Zeit Trübſal die doch zeitlich und leicht iſt? Wir muͤſſen/ wenn un⸗ rz ch/ oder die aͤrgerliche Welt zu der gedultigen Auf⸗ nahmedes Creutzes uns wil traͤge machen und Vertrauen fallen zu laſſen/ im Glauben alſo uns üben/ daß wir mit dem alten Tobia gedencken und ſagen: Wrr ſi n.n n Rinder der Heiligen/ und warten auf ein Leben/wel⸗ 16, 7 ches GOttgeben wird denen/ ſo im Glanben ſtarck und feſt bleibẽ für ihm · Wie aber alſo die Glaubens⸗lbun angeſtellet under wieſen werden muß durch Gedult/ in Trůbſe und Leyden/ alſo hat der Glaube auch ſeine Ubung/ und bewel⸗ ſet ſichin gntem Wolſtande/ bey ſonderbarer Gluͤckſeligkeit/ wañ die Welt ihr falſches betriegliches Gut/ ihre nichtige bald vergehende vorhaͤlt und dadurch die Augen und Hertzen der Glaͤubigen gerne wolte einnehmen und fůllen/ da⸗ mit ſie von dem unſichtbaren/ warhafftigen und ewigen Gute/ daſſelbe mit Ernſt zuſuchen und zuerlangen/ mochten zuruͤck gezogen und des ewigen Heyls beraubet werden/ da beweiſin die Glaͤubigen des Glaubens Krafft und Eigenſchafft durck Geringſchaͤtzung und Verachtung alles Zeitlichen/ uͤben ſic alſo in ihrem Glauben/ daß ſie beydes das ſichtbare und un⸗ ſichtbare wol unterſcheiden/ undrechterkennenmoͤgẽ/ wie das ſichtbare nur zeitlich/ kurtz und verganglich/ das unſichtbare aber gantz beſtaͤndig/ unveraͤnderlich undewig ſey. Was ſie demnach in der Welt mit GOtt und gutem Gewiſſen nicht er⸗ langen /haben oder behalten koͤnnen/ deſſen können und wollen ſie auchin Anſehung des unſſchtbaren und ewigen gernentra⸗ then/ begehren ſolches nicht/ weil ohne das alles ſichtbare und zeitliche einjeder Menſch in der Welt laſſen/ und zuletzt alles mit der Welt ein Ende nehmen/ gantz zunichte werden und verge⸗ henmuß. Wannmit ſolchem Unterſcheide und Hertzen aie/ die ſich Slaͤubige und Chriſten