Druckschrift 
Momentaneae Afflictionis Æterna Gloria : Der leichten Trübsal dieser Zeit Ewig-folgende Herzlichkeit, Aus dem herrlichen Trost Spruch des Apostels II. Corinth: IV, 17,18 : Unser Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle maß wichtige Herzlichkeit, [et]c. : Bey Christlicher Leich-Begängniß Der Heyland Edlen, viel Ehr- und Tugendreichen Fr. Marien Achterman[n]s, Des Edlen, Vest- und Hochgelahrten Herrn D. Hermanni Konerdingen, Fürstlichen Braunschweigischen Lüneburgischen Archiatri, gewesenen herzlieben Haus-Ehren, Am 6. Tage des Monats Junii, im Jahr MDCLXVIII. In der hiesigen Marien-Kirchen zubetrachten / vorgetragen von Brandano Dætrio, S.Th.D. Fürstlicher Ober-Hof-Prediger und Abten des Closters Riddagshausen
Seite
36
Einzelbild herunterladen

Der leichten Trubſal dieſer Seit

geben undder ewigen über allemaß wichtigen Herrligkeit uns theilhafftigmachen wolle. Umb eine ſo groſſt unbegreiffliche Gabe oder Vergeltung/ weil ſie Gtt freywillig verheiſſen hat bey ihm anzuhalten und zubitten/ duͤrffen wir uns nicht entſehen noch deſſen Schen tragen/ etwa darumb/ weil wir ſndiche ſchuode Menſchen/als elende nichtige Creaturen fur Gott/ der reichen himliſchen Vergeltung/ der ewigenund⸗ ber alle maß wichtigen Herrligteit/ gantz unwerth und unwurdig ſeyn: Soiches ſil glaͤubige Chriſten allhie nicht ab⸗ ſchrecken nochirre machen/ denn wir můſſen alsdann nicht ge⸗ dencken/ wie geringſchaͤtzig/ wie gantz nichtig und unwert wir arme Menſchen ſind/ ſondern vielmehr wie majeſtätiſt undherrlich/ wie theuer und werthund gantz heilig Gott iſt/ welcher/ wann Er etwas aus Liebe und Gnade zugeben/ zu⸗ vergelten und zubelohnen verheiſſet/ nicht anſiehet die Gering⸗ ſchaͤtzung/ die Unwürdigkeit und Nichtigkeit der Menſchen/ ſondern ſeine ſelbſt eigene nnſchatzbare Hoheit und Wuͤrdigkeit/ was ihm nachſeiner Majeſtaͤt und Herrligkeit zugeben wol an⸗ ſichet und geziemet. Als beydemgewaltigen Monarchen A jexandro Magno⸗ dem groſſen Weltzwinger/ wie er gehalten worden/ ein geringer nothleidender Mann/ Ramens Bian- tus umb eine Beyſieuer geflehet/ und alexander demſelben eine gantze Stadt/ mit allen jaͤhrlichen Intraden und Aufkuͤnß⸗ ten ſchenckte/ der Supplirant aber faſt erſchrack und meyne⸗ te/ es wurde ſeiner nur geſpottet/ redete lexander dem hjjden Menſchen zu mit dieſen Worten: Nim bin was ich dir cke undgebe/ denn gleich wiedu mit deiner Vitte zuverſtehen gie⸗ beſt/ vaß du Bianrus/ein armer duͤrfftiger Mann biſt/der nichts hat/ alſo zeige ichmit meiner Gabe an/ daß ich Alexander/ein gewaltiger/ mächtiger Konig und reicher Herr bin. Alſo und vielmehr muß man gedencken bey der reichen groſſen