Druckschrift 
Momentaneae Afflictionis Æterna Gloria : Der leichten Trübsal dieser Zeit Ewig-folgende Herzlichkeit, Aus dem herrlichen Trost Spruch des Apostels II. Corinth: IV, 17,18 : Unser Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle maß wichtige Herzlichkeit, [et]c. : Bey Christlicher Leich-Begängniß Der Heyland Edlen, viel Ehr- und Tugendreichen Fr. Marien Achterman[n]s, Des Edlen, Vest- und Hochgelahrten Herrn D. Hermanni Konerdingen, Fürstlichen Braunschweigischen Lüneburgischen Archiatri, gewesenen herzlieben Haus-Ehren, Am 6. Tage des Monats Junii, im Jahr MDCLXVIII. In der hiesigen Marien-Kirchen zubetrachten / vorgetragen von Brandano Dætrio, S.Th.D. Fürstlicher Ober-Hof-Prediger und Abten des Closters Riddagshausen
Seite
13
Einzelbild herunterladen

ewig⸗waͤhrende erꝛligkeit 6 ein Půnetſeĩn oder Augenblick angeſchen werden. Worauff GTTſelber vormals ſein glaͤubiges frommes Haͤufflein bey den ſonſt langwirigen Trangſnlen wolte gewieſen und damit auffgerichtet haben/ als Erdurchden Propheten die Verheiſ⸗ ſung that: Ich habe dich ein klein Angenblickver⸗ laſſen/ aber mit groſſer Barmhertzigkeit wil ichdi ſamlen. Ich habe mein Angeſicht im Augenblick des Zorns ein wenig von dir verborgen/ aber mit ewi⸗ ger Gnade wil ich mich dem erbarmen/ ſpricht der

ERR dein Erloͤſer. Wie nun hieraus gnug zuerken⸗ nen/ warumb der giubigen GOttes Kinder ihre Trübſal in dieſer Zeit als kurtz zu ſogiebet ſolches auchalſobald mit an die Hand/ warumb dieſe ʒeitliche kurtze Truͤbſal auch leicht ſey/ warumbes allhier heiſſe; momentanea levi- tas afflidtionis noſtræ. Unſer Trůbſal/ die ʒeitlich und leicht iſt. Es kanund wird ja die ernſtliche Betrachtung und die gewiſſe ungezweiffelte Hoffnung der folgenden ewigen und Herligkeit die vorhergehende kurtze Trubſal/das

ald auffyorende Leyden dieſer Zeit beyden Glaͤubigen GOt⸗ tes durchdeſſen Gnade/ leicht machen/ daß dieſelven mit gedul⸗ tigen Hertzen außhalten und beharren bis ans Ende. Kan menſchlche Zufage unddie Erwartungeines ungewiſſen Loh⸗ nes oder Gewinſtes/ einer geringen bald auffhoͤrenden Er⸗ getligteit und einer mehrentheils fundlichen Freudeund Wol⸗ juſt beymanchen Menſchen manche groſſe ſchwere Aubeit leicht machen/ daß ſie dieſelbe/ und dabey offtmals Leibes und Le⸗ bens⸗Gefahr nicht achten/ wie ſolte dann nicht vielmehr die unbetriegliche Hoffnung und allergewiſſeſte gottliche Zuſage der folgenden himliſchen Gnadenbelohnung in ewiger Freude und Heriligkeit/ die zeitliche kurtze Truͤbſal und muͤhſtlige Creutz⸗ Arbeit der Kinder koͤnnen/ daß ſ

ij m

Jeſ. LIV

758