Druckschrift 
Momentaneae Afflictionis Æterna Gloria : Der leichten Trübsal dieser Zeit Ewig-folgende Herzlichkeit, Aus dem herrlichen Trost Spruch des Apostels II. Corinth: IV, 17,18 : Unser Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle maß wichtige Herzlichkeit, [et]c. : Bey Christlicher Leich-Begängniß Der Heyland Edlen, viel Ehr- und Tugendreichen Fr. Marien Achterman[n]s, Des Edlen, Vest- und Hochgelahrten Herrn D. Hermanni Konerdingen, Fürstlichen Braunschweigischen Lüneburgischen Archiatri, gewesenen herzlieben Haus-Ehren, Am 6. Tage des Monats Junii, im Jahr MDCLXVIII. In der hiesigen Marien-Kirchen zubetrachten / vorgetragen von Brandano Dætrio, S.Th.D. Fürstlicher Ober-Hof-Prediger und Abten des Closters Riddagshausen
Seite
6
Einzelbild herunterladen

6 Der leichten Truͤbſal dieſer Zeit geñcññt ünd dadurch beſchrieben werden/ einmal darumb⸗ weil der Hauptpunct im Evangelio iſt die Predigt oder Lehre von dem gecreutzigtem Chriſto/ worauff unſer/ der Chriſten Glaube und aller Menſchen Seligkeit beruhet/ wie ſolches der ypoſtel ſelbſten alſo anderswo zu verſtehen gibt/ wannerſagt:

cu mu. Es ſey ferne von mir ruͤhmen/ denn allein vondem Creutz unſers vErin Jſu Chriſti/ durch welchen

mir die Welt gecreutziget iſt/ und ich der Welt. Dar⸗ nachmag das Evangelium wol heiſſen und genennet werden

ein Wort des Creunzes oder vom Creuße/ auch deßwe⸗

gen/ weil denen/ die das Evangelumannehmen undan den gecreutzigten JEſum glaͤuben/ daßliebe Creutzzum Gefehr⸗

ten verordnet/ und dieſelbe nichts gewiſſers als Creutz/ Wi⸗ derwertigteit und Truͤbſal in dieſet Welt auffihrer Wander⸗

ſchafft und bey der Nachfolge Chriſtiihres Erloſers und Fuͤr⸗

gaͤngers zu erwarten haben/ nach Chriſti eigener Außſage: ue. Wer mir folgen wil/ der verleugne ſich ſelbſt/ und nehme ſein Creutz auff ſich taͤglich/ und folge mir

nach. Daß folches ingeſampt vonallen Chriſtglaͤubigen zu verſiehen ſey/ erklaret der Apoſtel deurlich, indemer ſagt⸗

nrineh Alle/ die gottſeliglebenwollen in Chriſto ſu⸗ můſ

r ſen Verfolgungleyden. Alſo/ diedas Wortoder die Leh⸗

re von dem gecreutzigten Chriſto annehmen und dazu ſichbe⸗

tennen/ die muͤſſen auch zugleich annehmen das Wort und

die Predigt von ihrem eigenen Creutz. Wie aber der gecreu⸗

tzigte JEſus/ daß der ein Heyland der Welt ſeyn ſol/ den Un⸗

glaͤubigen als lauter Thorheit und gantz aͤrgerlichfuͤrt ommet/

1cæ. us nach Pauli Auſſage; Das Wort vom Creutze iſt eine

Thorheit denen/ die da ſollen verlohren werden. Wir

predigen den gecreutzigten Chriſtum/ den Jůden

ein Aergerniß/ und den Griechen eine Chotheit e