6 Der leichten Truͤbſal dieſer Zeit geñcññt ünd dadurch beſchrieben werden/ einmal darumb⸗ weil der Hauptpunct im Evangelio iſt die Predigt oder Lehre von dem gecreutzigtem Chriſto/ worauff unſer/ der Chriſten Glaube und aller Menſchen Seligkeit beruhet/ wie ſolches der ypoſtel ſelbſten alſo anderswo zu verſtehen gibt/ wannerſagt:
cu mu. Es ſey ferne von mir ruͤhmen/ denn allein vondem Creutz unſers vErin Jſu Chriſti/ durch welchen
mir die Welt gecreutziget iſt/ und ich der Welt. Dar⸗ nachmag das Evangelium wol heiſſen und genennet werden
ein Wort des Creunzes oder vom Creuße/ auch deßwe⸗
gen/ weil denen/ die das Evangelumannehmen undan den gecreutzigten JEſum glaͤuben/ daßliebe Creutzzum Gefehr⸗
ten verordnet/ und dieſelbe nichts gewiſſers als Creutz/ Wi⸗ derwertigteit und Truͤbſal in dieſet Welt auffihrer Wander⸗
ſchafft und bey der Nachfolge Chriſtiihres Erloſers und Fuͤr⸗
gaͤngers zu erwarten haben/ nach Chriſti eigener Außſage: ue. Wer mir folgen wil/ der verleugne ſich ſelbſt/ und nehme ſein Creutz auff ſich taͤglich/ und folge mir
nach. Daß folches ingeſampt vonallen Chriſtglaͤubigen zu verſiehen ſey/ erklaret der Apoſtel deurlich, indemer ſagt⸗
nrineh Alle/ die gottſeliglebenwollen in Chriſto ſu⸗ můſ
r ſen Verfolgungleyden. Alſo/ diedas Wortoder die Leh⸗
re von dem gecreutzigten Chriſto annehmen und dazu ſichbe⸗
tennen/ die muͤſſen auch zugleich annehmen das Wort und
die Predigt von ihrem eigenen Creutz. Wie aber der gecreu⸗
tzigte JEſus/ daß der ein Heyland der Welt ſeyn ſol/ den Un⸗
glaͤubigen als lauter Thorheit und gantz aͤrgerlichfuͤrt ommet/
1cæ. us nach Pauli Auſſage; Das Wort vom Creutze iſt eine
Thorheit denen/ die da ſollen verlohren werden. Wir
predigen den gecreutzigten Chriſtum/ den Jůden
ein Aergerniß/ und den Griechen eine Chotheit e


