Ein unvollständiges Eæemplar von Balthasar Sprengers„Merfart' in der Gie- Bener VB.— Zu den 4 bis jetzt bekannten Exemplaren von Balthasar Sprengers „Merfart vñ erfarung nüwer Schiffung vnd Wege zu viln onerkanten Inseln vnd Kunigreichen... O. O. 1509“, die Franz Hümmerich in seinen„Quellen und Un- tersuchungen zur Fahrt der ersten Deutschen nach dem portugiesischen Indien 1505/6“(Abhandl. der Bayer. Akad. der Wiss., Phil.-hist. Kl. 30, 3. 1918 S. 45) namhaft gemacht hat, ist seit kurzem ein weiteres Exemplar hinzugekommen. Unter den Handschriften und Inkunabeln aus dem Besitze der Kugelherren bzw. der St. Markuskirche in Butzbach, die 1771 auf Befehl des Landgrafen Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt nach Gießen in die dortige UB überführt wurden, befindet sich auch ein Exemplar des 6 bändigen bei Anton Koberger in Nürnberg 1485 und 1486 erschienenen Werkes von Nicolaus de Tudeschis:„Lectura super quinque libros decretalium“ einschließlich des Repertoriums von Alphonso Diaz de Mon- talvo, von dem Bd. 2— 4 in einen Band zusammengebunden sind. Unter der in den Einbanddeckeln eingeklebten Makulatur fand Hermann Knaus(heute StB Trier) 1937 in Bd. 6 und dem Repertorium Bruchstücke der Sprengerschen„Mer- fart“, von denen freilich zunächst unklar blieb, ob es sich um einseitig bedruckte Korrekturabzüge oder um doppelseitig bedruckte Abzüge des Reindruckes handelt. Erst beim Ablösen von den Einbanddeckeln stellte sich heraus, daß es tatsächlich doppelseitig bedruckte Abzüge waren. Leider war ein Bogen doppelt, so daß von den 4 Bogen des ganzen Werkes nur 3 Bogen gewonnen werden konnten und zwar die Bogen a, b und c. Das Exemplar ist also unvollständig. Eine Vergleichung der von Hümmerich, a. a. O. S. 45 f. angeführten Varianten zeigt, daß es F sehr nahe steht. Eine Variante findet sich z. B. auf Textseite I, Z. 18, wo F„fur te in Kalle- kutten“ hat, während G(das Gießener Exemplar)„furte in Kallekutten“ aufweist. Der Erhaltungszustand von G ist im allgemeinen gut. Nur hat das Papier infolge seiner Verwendung in Einbanddeckeln durch Holzwurmfraß gelitten, hie und da sind durch das Ablösen einzelne Worte unleserlich geworden, wie Textseite 2, Z. 1/2 und Z. 34 ff., oder die Blattecken sind so stark ausgefranst, daß die Zeilenanfänge fehlen, wie z. B. Textseite 5, Z. 40ff.— Was die Druckerei betrifft, aus der das Werk hervorgegangen ist, so glaube ich nach nochmaliger eingehender Typenver- gleichung mit ziemlicher Sicherheit sagen zu können, daß es sich um einen Druck von Hermann Bungart in Köln handelt. Die Type kommt jedenfalls der Type M 44, 78 bei Haebler, Typenrepertorium I, S. 36 am nächsten, nur daß das Zeilen- maß nicht 78 bzw. 79, sondern 80 mm beträgt; vgl. jedoch dazu Haebler, a. a. O. §. Xff. FR. P. MITTERMAIER, Gießen
Druckschrift
DJe Merfart vn[d] erfarung nüwer Schiffung vnd Wege zů viln onerkanten Jnseln vnd Künigreichen von dem großmechtigen Portugalische[n] Kunig Emanuel Erforscht funden bestritten vnnd Jngenomen : Auch wunderbarliche Streyt ordenung leben wesen handlung vnd wunderwercke des volcks vnd Thyrer dar in[n] wonende findestu in diessem buchlyn warhaftiglich beschryben vn[d] abkunterfeyt / wie ich Balthasar Spre[n]ger sollichs selbs: in kurtzuerschyne[n] zeiten: gesehen vn[d] erfaren habe. [et]c.
Entstehung
Gedruckt Anno MDIX
Seite
17r
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