Die Lehre von der Wiedergeburt. 25
heiſt: Gleichwte du nicht weiſt den weg des windes/ und wie die Gebeine in utterleibe bereitet werden; alſo kanſt du auch Gottes⸗Werck nicht wiſſen uͤberall. Ia wie viel Dinge ſehen wir taͤglich in der Natur vor Augen, da man den vor einen Thoren halten wuͤrde, der daran zweiffeln wolte, daß es moͤglich waͤre; weil ſie ja geſchehen, und vrſtehen doch die Art
und Weiſe nicht, wie es damiit zugehe. E. gr. Man ſehe an ein kiein Saam⸗Koͤrnlein, eine Eichel, eine Nuß, und den kleinen Saamen der darinnen iſt, und nicht das geringſte Anſehen hat. Wo uns dieſes nicht aus der Erfahrung bekannt waͤre, wuͤrde ohn⸗ moͤglich einer, der c. g auf einer oͤden Inſul, da nichts wuͤchſt, dzoen waͤre, glauben, daß daraus ein Kraut, eine Staude, ein ſo groſſer Baum, ſöllte wachſen, und imuner ſo viele Fruͤchte bringen koͤnnen. Auch die Allerſcharfſinnigſten unter den Philo- ſophis bekennen, daß ſie eigentlich nicht begreiffen, wie es mit dem DWachsthum eines Gewaͤchſes zugehe. Indeſſen iſt keiner ſo ver⸗ wegen, daß er die Sache ſelbſt leugnete. Alſo bleibet es dabey, nach dem Urtheil der geſunden Vernunfft und Erfahrung aller Menſchen, daß wir aus dem, wo wir die Art eines Dinges nicht verſtehen, dennoch an deſſen Gewißheit nicht zweiffeln duͤrffen. Daßz aber dennoch die Wiedergeburt eine wahrhafftige wirck⸗ liche Geburt ſey, das kan aus folgenden Gruͤnden noch bewieſen werden.
1. weil etwas durch die Wiedergeburt gewircket und hervorgebracht wird/ das vorhin bey dem Menſchen nicht befindlich geweſen. Es wird nemlich in dem Menſchen ein neues
eiſtliches Leben gewircket, welches beſtehet in einer geiſtlichen letivitaͤt und Tuͤchtigkeit zum guten, dabey alle Stuͤcke des na⸗ tuͤrlichen Lebens, die bißher zum boͤſen gemißbraucht worden, nun⸗ mehro wieder zu ihrem rechten Zweck gebracht und angewendet werden. Das ſind nun ſolche Dinge, die vor der Wiedergeburt
bey dem Meuſchen nicht zu ſehen geweſen.. 2, weil ein wieder gebohrner Mienſch das nicht me r


