Die Lehre von der Wiedergeburk. 13
nicht in inſtanu, oder in einem Augenblick, ſo verſtehen ſie den ha⸗ bitum fidei, der nicht auf einmahl in der Seele entſtehen kan, ſon⸗ dern dazu gehoͤren gewiſſe nach einander fortgeſetzte actus fupranatu⸗- rales, Bewegungen und Wirckungen deß heiligen Geiſtes.
Die dritte Eigenſchafft iſt die Wahrheit der Wieder⸗
eeburt; daß dieſelbe wuͤrcklich und in der That bey dem Men⸗ kben geſchehen muͤſſe; denn ob wir gleich ſelbige mit unſerer Ver⸗ nunfft nicht erreichen koͤnnen, wie dieſelbe geſchehe, ſo muß ſie doch deßwegen vor keine bloße und leere Einbildung, vor eine leere Vor⸗ ſtellung der Phanraſie ausgegeben werden.
Unſer Heiland beſtaͤttiget die Wahrheit und Wuͤrcklichkeit der⸗ ſelben in unſerem Evangelio v. 3. mit einem Gleichniß, ſo aus dem Reich der Natur entlehnet iſt; und errinnert damit den Nico- demum, er ſolle ſichs nicht alſo wundern laſſen, daß er deßwegen nicht glauben wollte, weil er nicht begreiffen koͤnnte, wie es mit der neuen Geburt zugehe. Denn in natuͤrlichen Sachen koͤnnte er ja offt, was die Urſachen eines Dinges ſeyen, nicht faſſen, unter⸗ deſſen wuͤrde er doch an der Wahrheit der Sachen, wenn er von derſelben Wirckungen durch die Sinne verſichert worden nicht zweiffeln, weil man indergleichen Dingen zufrieden iſt und ſeyn muß, daß man wiſſe, die Sache ſeye wahr, ob man gleich die Art derſelben nicht verſtehet. Er nimmt nemlich das Gleichnuͤß her von dem Wind, von demſelbenſtellet der Heiland zweyerley vor. Erſtlich, daß man ihn hoͤren und fuͤhlen koͤnne, und alſo von ſei⸗ nem wuͤrcklichen daſeyn, auch von ſeinen Bewegungen und Wir⸗ ckungen, gnugſam uͤberzeuget ſey; Hernach zum andern, daß man doch nicht eigentlich wiſſe, von wannen er komme, und wohin er fahre, das iſt, in welcher Gegend und aus welcher beſonderen Urſach er dieſes und jedesmahl entſtanden ſey, und wie lange er anhalten, auch wie weit er gehen werde, ehe er ſich lege. Dieſes kan man von dieſem und jenein entſtandenen Wind ohnmoͤglich ſa⸗ gen, ob man gleich ſonſt insgemein wiſſen kan, was ein Wind ſey, und wodurch er naturlicher Wißemntſtehe Denn der Wind iſt ei⸗
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