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Die wahre Lehre von der Wiedergeburt, wurde in einer Gast-Predigt, … zu Laubach Anno 1739. den 24. May. am Fest der Heiligen Dreyeinigkeit … in der Stadt-Kirche zu Laubach / abgehandelt, gehalten, und dem Drucke überlassen von Johann Valer. Ludwig Nieder
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20 Die Lehre von der wiedergeburt.

iſt, wahrhafftig ein Leben hat, und alle Krafft des Lebens ſchon in der kleinen Frucht ſtecket, doch aber bey dent allem ſehr dhran und die Frucht Anfangs ziemlich ungeſtalt iſt, und weiter kormi ret und geſtaͤrcket werden muß: alſo iſt auch in dem erſten Augen⸗ blick, da GOtt den Menſchen wiedergebieret, und das Licht des Glaubens in ihm anzuͤndet Krafft des Glaubens alle geiſtliche Lebens⸗Krafft da. Es iſt aber alles noch ſehr ſchwach, und muß uͤnmer mehr zunehmen. We 6. Die natuͤrliche Geburt der Anfang und lirſprung unſeres Weſens iſt, dadurch wir vernuͤufftige Creaturen und Ahber der Menſchen werden: alſo iſt die Wiedergeburt der Urſprung unſe⸗ 998 Sfiüihin Weſens, wodurch wir Kinder GOttes werden. ie ferner 3 7. Die leibliche Geburt mit vielen Schmertzen, Abmattun⸗ gen, Entkraͤfftungen und Wehen verknuͤpfet iſt, wie ſolches die taͤgliche Erfahrung beſtaͤttiget: alſo kan auch die neue Geburt nicht ohne Wehen, Kainpf, Thraͤnen, hefftigen Schmertzen, und groſſer Traurigkeit un Menſchen vorgehen Doch diefer Angſt wird bald vergeſſen, wenn der neue enſch zur Welt gebohren iſt, da die Verſicherung der Gnade und Kindſchafft GOttes, und die lehendige Hoffnung des ewigen Lebens alles verſuſſet. Glelch⸗ wie endlich 8. Zwiſchen dem Seugenden und dem Gezeugten durch die na⸗ tuͤrliche Geburt eine ſolche genaue Verbindung entſtehet, daß der Zeugende ein Vatter, das Gezeugte aber ſein Kind heiſſet: alſo erlangen wir in der Wiedergeburt das Recht, daß wir GOtt unſern Vatter nennen, und wir ſeine Kinder heiſſen. 9. Durch die natuͤrliche Zeugung und Geburt wird gewürcket ein natuͤrlich Leben; die Feſſtuche Geburt ziehet nach ſich ein geiſt⸗ lich Leben, welches endlich in dam ewigen Leben vollendet wird.

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10. Durch die natuͤrliche Geburt empfangen die Kindet das Bild ihrer Eltern; Adam heiſts; Gen. V. 3. zeugete einen Sohn, der ſeinem Bilde aͤhnlich war: durch die neue eburt aber empfan⸗ gen wir das Bild GOttes, 11. Die