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Die wahre Lehre von der Wiedergeburt, wurde in einer Gast-Predigt, … zu Laubach Anno 1739. den 24. May. am Fest der Heiligen Dreyeinigkeit … in der Stadt-Kirche zu Laubach / abgehandelt, gehalten, und dem Drucke überlassen von Johann Valer. Ludwig Nieder
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Die Lehre von der wiedergeburt. alle geiſtliche Lebens⸗Bewegungen und guce Wirckungen in der Seele prodaciret. Daher auch das geiſtliche Leben Gal. II. 20. ein Leben des Glaubens genennet wiirdr.

Die Verſetzung nun aus dem ungluͤckſeligen und berruͤbten uſtand des geiſtlichen Todes in den Stand des geiſtlichen Lebens eleget die heilige Schrifft mit dem Nahmen der wiederge⸗ burt; und zwar um verſchiedener Urſachen willen. Denn wie 1. bey der leiblichen und natuͤrlichen Geburt der Menſch ſich nicht ſelbſt zeuget und gebiehret, und alſo nichts zu derſelben aus eige⸗ nen raßten beytraͤget, ſondern gezeuget und gebohren wird, und ſich alſo paſſive verhaͤlt: alſo auch der Menſch, der von neuein ge⸗ bohren wird, thut nichts dazu, ſondern GOtt dem HErrn gebuh⸗ ret die Ehre, daßz man ſagen muß, der hat es allein gethan. J Anſehung deſſen heiſſen die Glaubige oͤffters in dem erſten Brief Johannise mabe e*s s, die aus oder von GOtt geboh⸗ ren ſind. Wie ferner 2. Bey der leiblichen und natuͤrlichen Zeugung und Geburt etwas zum Grunde lieget, nemlich ein gewiſſer Sanie, daraus die Frucht gebildet wird: diſ ſagt auch Petrus 1. Epiſt. I. 23. daß die Glaubigen wiederbohren ſind, nicht aus vergaͤnglichem, ſondern aus unvergaͤnglichem Samen, nemlich aus dem lebendi⸗ gen Worte GOttes, das ewiglich bleibet. Wie ferner 3. Bey der leiblichen und natuͤrlichen Zeugung und Geburt etwas wahrhafftiges worden iſt, nemlich ein lebendiger Menſch, welcher vorhin noch nicht geweſen: alſo wird auch in der Wie⸗ dergeburt ein neuer Menſch und eine neue Art gewircket, die vor⸗

hin noch nicht geweſen war. Ezech. XXXVI. 26. 2. Cor. V. 17. wie ferner

4. Die natuͤrliche Geburt uns ein ſolches Wunder und Ge⸗ heimniß bleibet, in welchem die Vernunfft viele unbegreiffliche

Dinge findet: alſo iſt und bleibet die Wiedergeburt ein Wercl der unendlichen Weißheit GOttes. Wie ferner

5. Ein Kind, das in Mukkexlelbe gezeuget und empfangen 2 iſt,