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Das liebreiche Einladen und holdselige Bewillkommen des Herrn Jesu bey der Bekehrung eines armen Sünders wurde in einer ... zu Laubach gehaltenen Prob-Predigt 1739 / vorgestellt und dem Drucke übergeben von Johann Valer. Ludwig Nieder
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14 Das Einladen und Bewillkmmen des Hrrn

Buße und des Glaubens, auf welchen man zum guten Hirten Chriſto JEſu gelangen muß, bereits gegangen, und zur leben⸗ digen Erkaͤnntniß Chriſti gekommen ſind. Denn dieſe wiſſen nicht aus bereits erlangter Erfahrung treulich zu rathen, wie es ein armes Schaͤfflein, das noch in der here gehet, und ſich zu Chriſto erſt wenden will, angreiffen muſſe; ſondern ſie bringen es auch bey aller ſeiner Schwachheit und Ohnmacht taͤglich ihrem uten Hirten dar, und helffen ihm die goͤttliche Gnade zum Heil einer Seelen von GOtt erbitten. Will man aber dieſen Nutzen von den andern Schafen Chriſti haben, ſo muß man nothwen⸗ dig den Umgang und die Geſellſchafften der ſtinckenden Boͤcken

dieſer Welt meiden und fahren laſſen. Denn ſo lange man noch

in das unordentliche und verkehrte Weſen der Welt mit einwilli⸗ et, ſo wird das Werck der Bekehrung nimmermehr zu Stande ommen. Uind wenn man gleich viel tauſendmal durch die zuvor lauffende Gnade geruͤhret wird, und ſehr oͤffters die gute Reſolu⸗ tion faſſet, in dem Hirten uͤber zu gehen, ſo wird doch dieſer gu⸗ te Vorſatz allzeit wieder erſticken und nicht zur Krafft kominen. I. Muß derjenige, der von ſeinem Heyland will aufgenom⸗ men, liebreich bewillkommt, und unter ſeine wahre Schafe ge⸗ zehlet werden, ein ſehnliches Verlangen nach ſeiner Huͤlffe und Gemeinſchafft haben, welches ſich in Gebet und Flehen, weinen und ſchreyen ſo lange aͤuſſert, biß daß die wirckliche Aufnahm un⸗ ter die Schafe und Heerde Chriſti erfolget iſt, da man dann aufs neue mit dem Blute Chriſti als ein Schaf ſeiner Heerde bezeichnet, der Vergebung aller ſeiner Vergehungen verſichert, mit dem H. Geiſte geſalbet, und denen Seelen zugezehlet wird, von welchen es vorhero hieß, ihr waret, wie die irrende Schafe, aber ihr ſeyd nun bekehret zu dem Hirten und Biſchoff eurer Seelen. 1. Pet. II, 25. dieſes nennet die Schrifft ein Hungern und Durſten, und ſpricht der Heyland uͤber ſolche, die daſſelbe in ihren Seelen em⸗ pfinden Matrh. V. 6. Die Seligkeit aus, ſelig/ ſagt er, ſind die da hungert und duͤrſtet nach der Gerechtigkeit/ die ſollen ſatt werden. Sehet,