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Das liebreiche Einladen und holdselige Bewillkommen des Herrn Jesu bey der Bekehrung eines armen Sünders wurde in einer ... zu Laubach gehaltenen Prob-Predigt 1739 / vorgestellt und dem Drucke übergeben von Johann Valer. Ludwig Nieder
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& Die freundliche Einladung und das liebreiche Bewillkommen

den moͤge. Es hat aber der wertheſte Heyland eine gewiſſe Ord⸗ nung vorgeſchrieben, in welche ſich alle wahre Schafe Chriſti be⸗ geben muͤſſen, wenn ſie des Guten bey ihrem Hirten genieſſen wollen. Denn niemand kan auf die gute Weyde IEſu Chriſti verſetzet werden, als derjenige, welcher ſich unter dem Gefuͤhl ſei⸗ nes groſſen Suͤnden⸗Elendes ſich zu ſeinem Heylande wendet, und ſeine Guade mit gedemuͤthigtem Geiſte ſuchet. Damit uns nun die Natur und Beſchaffenheit eines ſolchen Menſchen und elen⸗ den Schafes recht bekannt werde; ſo will ich die Sache ordent⸗ lich und deutlich abfaſſen.

I. Kommt der HErr IEſus als der gute Hirte allen elenden verirrten und geiſtlich kraucken Schafen zuvor, und offeriret ſich gan willig, daß er als der rechte treue Seelen⸗Hirt, ſie wieder

erbey briugen, allen Schaden heilen und alle Kranckheiten curi- ren wolle. Davon heiſts in unſerem Text: Ich will das Ver⸗ lohrne ſuchen; ich will das Verirrte wieder bringen Ver⸗ lohrne Schafe iind ſolche, welche, wie vorhin geſagt, entweder noch in ihrem natuͤrlichen Verderben liegen, und ihren guten Hir⸗ ten noch gar nicht kennen; oder ſolche, die nach geſchehener Be⸗ kehrung wieder von ſeiner Heerde weg auf Irrwege begeben haben. Perirrte Schafe befinden ſich noch in einem viel elen⸗ deren Zuſtand als herlohun Schafe. Denn es ſind dieſelbe ſol⸗ che, die nicht nur ihren Hirten verlohren haben, ſondern ſich auch durch vorſetzliche Suͤnden und muthwillige Boßheiten ſehr weit von ihme entfernet, und ſich in allerley Irrwege zerſtreuet haben. Auf beyderley Schafe hat nun das guͤtige Auge des HErrn IEſu ein gnaͤdiges Aufſehen von ferne. 1

Zu dieſem ſuchen des HErrn JEſu, wenn er ſpricht: 2s rn D jch will das Verlohrne wieder ſuchen/ geboͤ⸗ ren alle gute Wirckungen der zuvorkonnnenden Gnade GOttes, welche anfaͤnglich dem Menſchen aülerlen gute Gelegenheiten an die Hand giebt, und verſchaffet, darauf ſich offt ſelbſt der Menſch

nicht beſinnet, und welche ihin durch eine beſondere Direckion und

Pro-