4 Die liebreiche Einladung und das freundliche Bewillkommen
Mein eintziger hertzlicher Wunſch gehet dahin, daß ich vermoͤ⸗ gend ſeyn moͤchte, das Liebes⸗Hertz unſeres eus ſo abzumah⸗ len, und mit ſolchen deutlichen Riſſen abzuſchiltern, damit ein jeder dadurch moͤchte beweget und getrieben werden, aufs eiligſte ſich zu ſeinem Heylande hinzubegeben, und die Reſolurion zu faß⸗ ſen: Die Heils⸗Guͤther und Gnaden⸗Schaͤtze, ſo er uns erwor⸗ ben, und uns ſo liebreich antraͤget, in der Ordnung der Puſe und des Glaubens mit hungrigen und durſtigen Seelen anzune men. Der HErr unſer GOtt laſſe dieſen Wunſch in ſeine Er⸗ fuͤllung gehen, und gebe zu dem Ende zu dem Vortrag und An⸗ hoͤrung ſeines Wortes ſeinen heiligen Geiſt, damit derſelbe alles in uns lebendig machen moͤge, wie wir ihn darum anruffen wol⸗ len in einem andaͤchtigen Vatter Unſer ꝛc.
Text: Ezech. XXXIV. 15. 16.
Ich will ſelbſt meine Schaafe weiden, und ich will ſie lagern, hei der HErr, HErr. Ich will das Ver⸗ lohrne wieder ſuchen, und das Verirrete wieder brin⸗ gen, und das Verwundete verbinden, und des Schwa⸗ chen warten; und was fett und ſtarck iſt, will ich behuͤ⸗ ten, und will ihrer pflegen, wie es recht iſt.
67 dieſen Worten, Geliebte, wird unſer Heyland, der da⸗ 54 mals noch zukuͤnfftig im Fleiſch zu erſcheinende Meßias, als ein Hirte vorgeſtellet, wie er ſich ſelbſten ſo nennet zu verſchiedenen mahlen Joh. X. und an anderen Orten der Heil. Schrifft, und wie ihm dieſer Nahme von Petro 1. Epiſt. II. 25. beygeleget wird. Unter dem Bild derer Schaafen werden hier emeinet arme und elende Suͤnder, die entweder noch in ihrem erderben liegen, und noch nicht zu ihrem Hirten und Biſchoff
der Seelen bekehret geweſen ſeyn; oder ſolche die nach Fſchehener


