Druckschrift 
Beschreibung und Abriß dero Ritterspiel, so der Durchleuchtige Hochgeborne Fürst und Herr, Herr Moritz, Landgraff zu Hessen, etc. auff die Fürstliche Kindtauffen Frewlein Elisabethen, zu Hessen etc. am Fürstlichen Hoff zu Cassel angeordnet, und halten lassen / Auffs eigentlichst erkleret und verfertiget. Auch zum andern mahl übersehen und in Druck geben, Durch Wilhelm Dilich ; [Mitwirkender: Hermann Fabronius]
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7i Roß Thurnier.

ie nachfolgendes Tags die

Ebentheur verſucht/ vnd von vielen Rittern deß SFuͤrſtenthumbs Heſſen Thornieret worden/ aucrch won deſſelben entlichen auß⸗

QNd dieſes iſt alſo das anſuchen der Ritterſchafft beneben angehenckten Thurnier Arriculen/ wie dieſelbig Grarioſa ſelbſt angebracht. Nun aber war der Zauberer al. bereit mit ſeiner bereidtſchafft ankomen/ hette ſich auch mit ſeinem Geſindlein an der

Fuͤlden niedergelaſſen/ vnd koͤnte das verzauberte Schloß ſampt den Kampffplaͤten ob

erzehlter geſtalt/ doch von auſſen dieweil ntemanden als den Aventurirern mit jhren

Geſindtlein durch die Portall vnd Wachten zu gehen vergoͤnnet) von menniglich erken⸗

net vnd ordentlich geſehen worden Darumb dann die verwilligung auff das anſuchen

vnd werbung vnſeumigerfolgenmuͤſen.

Mitler zeit/ als man dieſe Thurnier Geſez vnd Ordnung/ den Rittern zum beſten

damit ſie auch dieſer Abeutheur eigenſchafft/ gefahr/ vnd darnach den Thurnierpreiß vnd nutzen deſto baß verſtuͤnden/ allent halben yubliciret hatte: war keiner/ ſo ſich an das ver⸗ zauberte Volek zu wagen geſinnet/ mͤſſig noch traͤg jhm zuuor ſehen/ ſo wol ſein Pfadt/ als die ruͤſtung fertig zu halten/ damit in ſo noͤtiger ſachen kein mangel geſpuͤret wuͤrde: Einer pollirete ſein Harniſch vnd verſahe die nyth/ der ander tummelt ſein Hengſt/ der dritte ſpeculierte in Waſſer geſtalt vnd manier er ſich ſehen laſſen/ vnnd etwa hierin preiß

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erwerben koͤnte. So haldt auch dieloͤbliche morgenroͤthe hervor brache/ vnd der kla e

Sonnen ſchein den Erdbodem durchleuchtet/ machte ſich ein jeder von ſeiner ruhe wi

derumb an ſein geſtrige arbeit/ ſchmidet vnd hemmert ſeine Waffen zum beſten/ biß ſo lan⸗ ge durch ein Herolt allenthalben/ in der Stadt durch verloͤſung der Cartell vnd Thormt⸗ ergeſetz vnd auffordmung der Kempffenden/ die gantz Adelich verſamlung/ ſo vol das Frawenzimmer/ als die Aventurirer vnd andere zur ſchaw erbetene/ zum anßing vermahner worden. Von wegen deſſelben war das morgen imbiß faſt kurtz/ dieweil keiner der letzte ſein wolte: demnachallesgant hetrlich ugerichtet/ vnd inſonders deß Koniglichen Ge⸗ ſanten/ vnd derander Rutſtenſtände und gerüſt ſampe deß Frawenzimmers. Alſo die weil der Thornier nuhmer auffgeblaſen/ zoge ein jeder ſeinem ſtande nach auß der Stadt zu viel ermelter Inſeln vnd Kampffplaͤtzen: daſelbſt man ſo balte nicht koͤnte verhanden ſein/ daß nicht alsbaldt dem Thurnier ein anfang wardt/ vnnd ſich allenthalben Ebentheuree berbey funden/ ſe einerbeſſer außgeputet als de ander. Doch betraff ſie/ wie es dan zu fallen pfleget/ ein vngleich es loß/ dann balt dieſer vberwunden vnnd gefangen wardt/

baldt aber jener mit einem Ehrentrentzlein von Gratioſa gezieret/ in frewden wiederkehter

Vnd als man alſo beyderſetts ſtritte/ kame vnter den andern zu dem Obeliſco geritten ein

Jungfraw mit jhren Latrinen vnd Lackeyen/ fuͤhrete an einem Kettelein angebunden ein

Rittarin ſchuppigergrinerzurüſtungbendes an Harniſch vnd auch Pferdedecke. Derſelbig als er von Nicalio zum? itterſpiel eingelaſſen/ vberliefert ſeine Leyterin den Richtern emn Brieff dieſes inhalts.

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