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Vorrede.
Das heist denn Stille GOTT loben, wenn der verborgene Grund des Hertzens vom Heiligen Geiſt mit Freuden uͤberſchwemmet wird, daß er ſich in
Gottes Lob gantz und gar ergieſſen will. Viele meynen, wenn ſie nicht in der Kirche ſitzen und
ſingen, ſo ſey es auch kein Lob GOttes. Ach nein! das Lob Gottes beſtehet vielmehr im inner lichen Seuſtzen des Geiſtes, als in der lauten Stimme des Mundes. Ein hertzliches Saus zerlein klinget oft vor Gott beſſer, als ein hohes und lautes Geſchrey. Der Heilige Geiſt muß den Lobgeſang heraustreiben. Er ſelbſt muß durch 5 55 Mund beten und ſingen. Iſt
das Hertz voll Geiſtes, voll himmliſcher Freude,
voll Erkenntniß GOttes, ſo wird der Brunn bald uͤberlaufen, da kan denn der Mund nicht ſchweigen, wie David ſpricht: Pf. 116, 10,
ch glaube, darum rede ich. Wie kan das 84 chweigen, in welchem Chriſtus und ſein Gei redet? Iſt der Grund im Hertzen gelegt durch
die Erkenntniß der Guͤte Gottes, ſo denckette, tichtets und lauſts uͤber fuͤr Andacht und Freu⸗
de; Ergeußt ſich wie ein Strom; Wird ein Schatz, daraus man viel Gutes kan hervor bringen. Oſt fuͤhlet das Hertz mehr, als der Mund kan ausſprechen. So nnendlich it Gott in ſeiner Suͤßigkeit. Siehe Muͤllers goͤttliche Liebes Flamme. 2. Buch cap. 1, pag⸗ 1086. 1027. 1038. 1039.
Gleichwie nun ein jeder Chriſt, Sott fleiſſig bitten ſoll, daß Er ihm ſeinen Heiligen Geiſt ſcheucken wolle, auf daß er im Geiſt und in der
Wahrheit moͤge 1 koͤnnen, welches ohne
den Heiligen Geiſt unmöglich geſchehen kan: Alſo muß er ſich auch beſleiſſigen, das enige, was er ſinget, wohl zu überlegen, und den rechten Verſtand deſſelben zu erlangen. Wie denn auch, damit nicht jemand Urſach habe, 1
nach dem ß. Pfalm in der
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