Von wahrer Buß Schell⸗Wurtz; undwir vernuͤnffnge Menſchen wollen die Artzney der Buſſe verachten: Stelle dich/ O Menſch fuͤr Moſis Spiegel/ die heili⸗ gen zehen Gebote/ beſchau in demſelben deine Gedancken/ Begierde/ Worte und Wercke/ du wirſt befinden/ daß du ſeyeſt bald ſchwartz wie ein Mohr /bald fleckig wie ein Parder/ Jerem. 3. v. 23. Worauß dann die Nothwendigkeit wahrer Buſſe leichtlich zu erſehen.
2. Propter peccatorum operationem: Wegen der Wuͤr⸗ ckung unſer Suͤnden: Wollen wirwiſſen wie greulich und abſcheulich die leidige Suͤnde ſey/ ſo laſſet uns deren Fruͤchtlein anſehen: Die Suͤn⸗ debringet euſerliches Elende; Leſet/ O Chriſtliche Hertzen/ Lev. 26. und Deut. 28. capp. Wo kompt Peſtilent/ Blutgang und dergleichen Kranckheit her Von der Suͤnde: Wo kompt Krieg und Verwuͤſtung Laͤnder und Leute her Von der Suͤnde: Wo kompt/ Hunger/ Kummer und theure Zeit her: Von der Suͤnde: Gleich wie ein Born ſein Waſſer quillet;alſo quillet nicht allein unſere Boßheit/ Jer. 6. v.7. ſondern auch derſelben Straffe herfuͤr. Die Suͤnde bringet innerliches Elende; Woher kompt Angſt und Schrecken? Von einem boͤſen Gewiſſen: Woher ein boͤſes Gewiſſen? Von der Suͤnde: Dann daß einer ſo verza⸗ get iſt/ das machet ſeine eigene Boßheit/ die ihn uͤberzeugt und verdampt/ und ein erſchrocken Gewiſſen/ verſihet ſich immerdar deß aͤrgſten. Sap. 17. v. 1o. eqꝗ. Die Sunde bringet ewiges Elende: Nemlich die Hoͤll und ewige Verdamnuͤß/ wie am reichen Mann zuſehen. Luc. 16. v.19. ſeqq. Nun hat uns ja Gott in ſeinem Worte/ wahre Buſſe/ als ein Mit⸗ telder Entledigung von der Suͤnde/ und allem auff dieſelbe erfolgendem Elend/ fuͤr Augen und Hertzen geſtellet: Ich bin barmhertzig/ ſpricht der HErꝛund wil nicht ewiglich zuͤrnen/ allein erkenne deine Miſſethat/ daß du wider den HErꝛn deinen Gott geſuͤndiget haſt/ Jer.z v. 12. ſeq. Keh⸗ ret euch zu mir/ ſo wil ich mich zu euch kehren/ Zach. 1. v.;. Wer kan dann hierauß nicht Sonnen klar ſehen/ wienothwendig uns wahre und beſtaͤn⸗
dige Buſſe ſey
3. Propter divinam pœnitentiæ poſtulationem; Wegen der Goͤttlichen Forderung der wahren Buſſe: Es iſt warlich die Buſſe nicht ein willkuͤhrlich Ding/ ſieiſt auch kein Mittelding daß wir ſie ohne Suͤnde entweder unterlaſſen oder ſie thun koͤnnen: Sondern Gott ge⸗
brut uns dieſelbe/ bey Vermeidung zeitlicher und ewiger Straffe Thut
Buſſe/


