Teil eines Werkes 
2 (1817) L-Z : mit einigen Nachtr.
Entstehung
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Gränzen nach Gräberg 27,coo QM, grols seyn: Templemann rechnet für das ei-. gentl. Tibet mit Butan 16,896.QM. Tibet 3st ein völliges Gebirgsland: hier schür- zen die verschiedenen Ketten, die das

BergsystemAsiens bilden, sämmtlich

ihre Knoten, hier erhebt sich der Him- maieh, unter allen bekannten Gebir- gen der Erde das höchste, hier der Mu- stag, der Hindukoh und diejenigen Ge- birge, die nach Dsagatai, die Mongo- lei, Anam, Birma und Schina überge- ten. Zwischen diesen fürchterlichen Gebirgsmassen aber breiten sich im$. herrliche Thäler aus, die mit einer,

zum Theil noch ganz. unbekannten,

Flora prangen; im N. W. öffnen sich schon weitere Ebenen und am äulser- sten Rande, jenseits des Bergzugs Kangh, fangen die Wüsten Taschanai und Kobi, die eigentl. Gränzen'Tibets im N., an. Die sämmt!. grolsen Fl,, die hier ihren Ursprung nehmen, wenden sich nach S.; dahin gehören der Ganges, der Bru- wmaputer, der Menam, der Irawaddi, der Lukian, die hier meistens andere Namen führen; blofs der Yang-tsche- kiang srömt nach O., nach Schina. Das Klima ist bei der hohen Lage des

"Landes sehr rauh, und die Kälte in den

3 Wintermonaten strenger, als in ir- gend einem Striche des gemälsigien Eu- ropa; die Regenzeit dauert vom Junius bis September, der Frühling, vom März bis Mai, ist sehr veränderlich, aber vom October bis März ist die Luft im- mer rein und klar, trockene Witterung zerstört dergestalt alle Vegetation, dafs man Pflanzen zw. den Fingern zerreiben kann. Orkane sind schr häufig. Dessenungeachtet ist Tibet kein armes Land: es hat Gold, Silber, Quecksilber, weilses Kupfer, Eisen, ganze Magnetberge, Blei, Stein- salz, Schwefel, Salpeter, Borax, Reils, Waizen, Gerste, Obst, ein, Hoiz, Rhabarber, eine Art Zimmet, alle Eu- rop. Hausthiere, die in diesem Lande der ersten Kultur meistens wild vor- kommen, besonders der Yak, das Ti- betanische Schaaf und Ziege, die Gur- xah und andere Pferderassen; sehr vie- les Wild, unter andern das Moschus- thier. Die Einw., nach den Missiona- rien 33, nach Andern wahrscheinlich ı2 bis ı6 Mill., unterscheiden sich in ansässige, die eigentl, Tibetaner, und in Nomaden, Völker, die wenig be- kannt sind. Die Tibetaner sind ein ei- genes, von allen übrigen bekannten,

ganz verschiedenes Volk, das nicht ir-

dischen Königen angehört, sondern ei- nem lebendigen unsterblichen Gotte so betrachten sie ihren Groflslama, vor dem sich Könige in den Staub wer- fen. In Tibet findet eine vollkommene Theokratie Statt. Die Landesreligion ist die Lamaitische, ein Zweig der Buddhaistischen; die Lehre von der Seelenwanderung und Inkarnation des Wischnu gilt hier für so unumstölslich, dals die Tibetaner überzeugt sind, die Seele eines Dalai Lama gehe nach sei- nem Tode in den Körper eines anderen Menschen über und werde wieder ge- horen. Ihre vornehmsten Geistlichen und zugleich ihre Regenten. sind die Grolsiamas, deren es zwei giebt: den Daiai Lama im N. und den Bogdo oder Tischu Lama im$. Jeder derselben hält sich einen Tipa oder weltlichen Vizekönig. Eine Erbfolge von Vater und Sohn findet nicht Statt: stirbt ein

‚geschieht die Wahl des

‚ien, und die anhaltende

Tib

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Grolslama, so geht nach Tibetanischem Glauben dessen Seele in die eines Kin- des über, und dieses Kind folgt nun un- mittelbar dem verstorbenen Lama unter einer vormundschaftl. Regierung auf dem Throne. Gewöhnlich ernennt der Lama das Kind, in welches seine Seele überzugehen gesonnen sey: bisweilen indes'durck die Geistlichen oder Lamas. Der La- ma regiert nicht uneingeschänkt, son- dern seine Gewalt wird durch altherge- brachte Gebräuche und durch die mäch- tige Priesterschaft, die Lamas, gezügelt, Der Schinesische Raiser ist Oberschutz- herr des Landes, und hältin den vor- nehmsten Plätzen eine Besatzung. Das anze Volk ist in 2 Klassen abgetheilt: eistl. und Laien. Letztere sorgen für die Bevölkerung und übernehmen alle Arbeiten; erstere beschäftigen sich blofs mit der Religion, und selbst ihr Ober- riester führt nur dem Namen nach die egierung des Landes, indem solche allein auf den Schultern des Tipas ruhet. Dochist ihr indirekter Einfluls auf die ganze Hegierungsverwaltung un- verkennbar, Das Volk arbeitet für sie: es betreibt den Ackerbau, den Obst- u, Bergbau, vorzüglich aber die Viehzucht, die hier, wie in allen Bergländern, der vornehmste Erwerbzweig ist: der Tibe- taner ist auch nicht ungeschickt in mencherlei Kunstzweigen; er liefert gute Eisenarbeiten, Gewehre. und Waf- verfertigt sich seine Zeuche und Kleidungsstücke und ist ein guter Bau- meister. Der auswärtige Handel wird indefs nachlässig betrieben: was Ti- bet zur Ausfuhr bringt, besteht vor- züglich in Gold, Moschus, Borax, Yak- schweifen, Schaaf- und Ziegenhaaren und Steinsalz. Tibet zerfällt nach Georgi in ıı Provinzen, von welchen es aber richt bekannt ist, was zu dem Reiche des Dalai oder zu dem Reiche des Tischu Lama gehört; jener residirt zu Putala, dieser zu Tischulumbu: ı) Lata, 2) Ngari, 3) Izang, 4) Bramat- schion, 5) U, 6) Kiang, 7) Takpo, 8) rieuahe, 9) Kahang,\ 10) Amdoa, ıı) or.

Tibetaner, Asiat. Völkerschaft, wel- che sich über ganz Tibet und Butan verbreitet hat, und mit den Sifan ei- nerlei Ursprung hat, Sie scheint ein Urvolk zu seyn, das sich jedoch in der Folge mit Tataren und Mongolen ver- mischt hat: ihre Sprache hat sich rein und unvermischt erhalten, und besteht, wie die Schinesische, aus mehreren 100 Wurzelwörtern, ist aber ganz von der Schinesischen verschieden. Der Tibe- taner ist ein starker, wohlgebaueter, tapferer, redlicher und gefühlvoller Mensch; seine Physiognomie hat mit der Mongolischen manche Grurdzüge gemein, doch scheint sie_ offener und gutmüthiger hervor. Die Hautfarbe ist bräunlich, zum Theil kupferfarbig; häufig findet man rothe Wangen. Der Tibetaner nährt sich vorzüglich von Kuhmilch, dann von Fischen, Fleisch, Reife, Getraide und Baumfrüchten. Die Lamas essen nichts, was Leben ge- habt hat, und enthalten sich aller gei- stisen Getränke. Thee ist, wie in Schi- na, überali das gewöhnl. Getränk, doch hat man auch gebrannte Wasser, dent Chong Die Kleidung besteht im Som- mer aus schweren wollenen Zeuchen, im Winter aus Pelzen. In den Woh- nungen ist der Schimesische Geschmack

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