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Der Ackerbau liefert das ndöthige Korn nicht, und Spanien muls jährlich 50,000 Wispel aus dem Auslande zukaufen. Die meisten Zweige der Viehzucht sind vernachlässigt; blofs die'Schaafzucht wird mit Vorliebe behandelt. Es giebt in Spanien ı3 Mill. Schaafe, worunter
‚130,000 Merinos.sind. Diese Merinös
esitzen las Hecht der Mesta, d. h., das Recht auf einer, o0 Fufs breiten Acker und Garten durchschneidenden, Trifftin FHeerden“von 1,000 bis 1,500 Stück von ihren Sommerweiden zur Ueberwinte- rung in die südlichen Provinzen Estre- madura und Mancha zu ziehen, eine Weidegerechtigkeit, die dem: besseren Aufblühen des Feldbaues in vielen Pro- vinzen ungemein nachtheiligist. Dage- gen werden das edle Vandalnzische
ols und Stier fast ganz vernachlässigt, und man zieht das Maulthier und den Esel dem Pferde vor. Der Weinbau ist für das Reich von grofser Bedeutung: man kann mindestens 284,000 Ohm Wein und 120,000 Ohm Branntiwein ausführen, und darunter sind die edlen Gewächse von Malaga, Tinto, Xerez und Alvcante. Der Olivenbau liefert nicht allein den Bedarf, sondern"auch etwas zur Aus- fuhr, und die verschiedenen Arten von Südfrüchten und Rosinen machen einen wichtigen Handelszweig aus. Von Han- delskräutern zieht Spanien besonders Esparto, Junko, Safran, Orseille,, Süls- holz und Soda zur Ausfuhr, Flachs, Hanf, Baumwolle und Färberröthe aber noch nicht zum Bedarfe. Seide ist eine Stapelwaare Spaniens, wovon etwa 30,000 Zntr. erzeugt werden. DieBienen- zucht ist vernachlässigt; die Fischerei wird zwar von den Basken und Gali- ziern, von den Valenzianern und Balea- ren Tleilsig betrieben, doch bedarf Spa- nııen noch einer starken Zufuhr. Eine Holzkultur giebt es in Spanien yicht, und es hat weder Bau- und Schiffbau-
elz, noch Brennholz zum Bedarfe.
Der Bergbau geht blofs auf Eisen, wo- von man 180,000 Znir. ausbringt, auf Blei mit einem Gewitine von 30,000 Zntr., auf Quecksilbet-(10 bis 15,000 Zntr.) und Salz über;z Mill» Zntr., doch wird das meiste durch Abschlämmen in den La- gunengewonnen. Kunstfleifs: dem Spa- nier fehlt es nichtan Anlagen zu Kunst- arbeiten, aber ef widmet. sich ungern Gewerben, weil er solche nicht für eh» renvoll hält. Der Kunstfleifs steht da- her auf einer sehr niedrigen Sture, und blos die Provinzen Catalufa, Galicia und Valencia zeichnen sich vor den übrigen durch Gewerbsamkeit aus. Die Manuf. und Fabrik., erst eine Geburt des ıgten Jahrhunderts, haben während des Freileitskampfes unendlich gelit- ten: sie bestanden vorhin in Seide, Lei- newand, Baumwolle, Wolle, Eisen, Esparto u. s. w. Keine Einzige befrie- digt das Bedürfnils: in vielen selbst ge- zingfügiger Art, ist Spanien von dem Auslande abhängig, und. muls sogar Schweinsborsten, Spielsachen, Maler- farben, wozu es selbst den Stoff liefert, Schusterzwicken, Lichterdachte u. s. w.
für sein schweres Geld kaufen. Han-
del: ‚die Stimmung des Spaniers ist nicht für Gewerbe und Künste, sie ist
es aber auch nicht für den Handel, wel-*
cher ihm ein eben so wenig ehrenvolles Geschäft dünkt. Der innere Handel ist rasen unbedeutend,:und wird durch den
angel an Wasserstrafsen, durch die wenigen Kunststrafsen, durch das Zoll-
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wesen und die schlechten Pösteinrich, tungen enorm erschwert. Der Küsten. handel ist ziemlich lebhaft, jedoch mehr auf der südlichen als auf der nörı. lichen Küste, Der auswärtige Landhande] findet blofs mit den Naehbarstaaten Portugal und Frankreich Statt. Die meisten- und schätzbarsten‘der Spani- schen Erzeugnisse gehen fast sämmtlich zur See in die Hände der abnehmenden Nationen, der Britten, Franzosen, Nie. derländer, Dänen, Schweden, Hanse. ten, Jtaliener’u. Nordamericaner über Der Seehandel bleibt daher für Spanien von äufserster Wichtigkeit, äber nicht der Spanier i$t es, welcher ihn unter. hält, sondern die. Ausländer bringen ihm auf ihren Schiffen die Waaren zu u. holen sie ab., Zwar findet man jetzt auch Spanische Handelshäuser, die aus. wärtige Speculationen machen, indels bleiben noch immer 2, des auswärtigen Handels in den Händen der Fremden, Nur blols der Kolonialhandel wird von den Spaniern selbst betrieben, und der Verkehr mit den Kolonien, besonders mit America, ist daher von Gadiz und den übrigen Spanischen, dazu berechtig. ten Häven äufserst lebhaft. Eristin- deis gewissen Einschrärkungen unter. worfen. 1788 wurden aus den berech- tigten Haven für 28,477,179 Guld. nach America geführt und für 76,191,396 Guld, an Waaren und Baarheiten von da zu- rückgebrscht. 1803 erhielt Spanien ans
America für 45,865,110 Guld. Waare und.
.für 79 Mill. Guld. Silber. Spaniens ei-
gene Ausfuhr theilt sich in die nach Europa, wohin es für 5,200,000 Gulden Wolle, für 10,200,000 Guld. Wein und Branntwein, für 6 Mill. Baumöl, für 3U/g Mill. edle Früchte, Kastanien und Haselnüsse, für stz,000 Guld, Rosinen, für 2 Mill. Seide, für 3 Mill. Kork, Pan- toffeln, Propfen und Gärberrinde, dann Spaniol, Seife, Safran, Orseille, Pot- asche, Merinowidder, Vandaluzische Hengste und andere Artik. ausführt, u. in dıe nach America, wohin es Wein, fabrizirten Tabak, Kork, Quecksilber und Fabrikate einführt. Es bringt über- haupt für 30 bis 36 Mill. in den auswär- tigen Handel, doch sind sein#s Bedürf- nisse bei dem Mangel aller Gewerbe u. dem. grolsen Bedarfe der Kolonien so zahlreich, dafs es fast an jede Nation, mit der es verkehrt, baares Geld nach- zahlen u. seine Americanischen Schätze aufopfern mufs, Aber auch diese xrei- chen nicht einmal zu, und es wird auf- fallend sichtbar, dafs die Geldarmuth in Spanien von Tage zu Tage zunimmt und der Staat immer mehr an Kräften verliert, Spanien besitzt eine öffentli- che Bank, die von S. Carlos, zur Beför- derung des Wechselverkehrs; auch giebt es zu Madrid eine Gesellschaft Kauf- ieute, die unter dem Titel Gremios,
sehr bedeutende Geschäfte macht. Von
Handelsgesellsch. sind öffentlich prı- vilegirt: die Manilische, womit die Caracasgesellschaft verbunden ist, die Handeisgesellschaft von Burgos und die Havafagesellschaft.» Wissenschaftliche Kultur: Spanien hatte sein goldenes Zeitalter im ısten und ı6ten Jahrhun- derte. Diels ist längst vorüber, u. 50- wohl Kunst als. Wissenschaft sind ın Spanien in gänzlichem Verfale,. u. die Funken, die neuerdings aufsprüheten, werden bei der Wiederkehr zum Alten, durch Inquisition und Mönchthum ganz ausgelöscht werden. Es giebt zwar eine


