Teil eines Werkes 
2 (1817) L-Z : mit einigen Nachtr.
Entstehung
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Spangenberg, Kurhess, St. und. Sitz eines A. von 1,831. H. und.ı1,203 BE. in Niederhessen. Sie hat ı festes Bergschl., welches zum Staatsgefängnisse und zu- gleich zur Aufbewahrung des gemein- schaftlichen Hausarchivs dient, ı ref. K.,;, ı Kap., ı Hosp.,: 235 H. und 1,620 Einw. ‚Gärbereien, Leineweberei, ei- nige Tabaksspinner. nn;

Spanien,; Europäisches Königreich, dessen Monarch aber nicht blofs über das eigentliche Spanien, sondern auch über mehrere grofse Länder in den übri-

en Erdtheilen gebietet. Die Spanische Deichie besteht a) aus dem eigent!l. Spanien 8,877,38 QM. mit 10,572,500 E.5 b) aus den Kolonien 240,803,36 QM. mit 17,700,400 Menschen. Dahin gehöreu die Amerik. Kolonien ı):. Vize- Königr. Neuspanien 42,652,08 QM. mit 7,550,000. E.; 2) Gen. Kap. Guatimala_ 1549812 QM. mit 1,200,000 E.; 3) Gen. Rap. Ha- vaüa mit Florida 411920 QM. 692,000 E.; 4) Gen. Kap. Puerto Kico mit S. Domingo 1,010,99 QM. mit 493,000 E; 5) Viz. Kön. Neugranada 64,950; 80 QM. mit 1,600,000 E.; 6) Gen. Kap. Ca- racas 23,242,30 QM. mit 000,000 E.53 7) Viz. Königr. Peru. mit

1,500,000 E.; 8) Gen, Kap. Chile 10,440 QM. mit 750,000 E. und 9) Viz, Königr. Rio della Plata 52,076,50 QM. mit

289 ooo E.; ferner die AfrikanischenKo- onien; ı0) die Canarias Isl,sg QM. mit

181,000 E.; ı1) die Presidios mit 9,751 Bey-

die Asiatischen Kolonien; ı2) die Phi- lippinen 5.002,10 QM. mit 1,740,090 E, und die Australischen Kolonien; i3) die Marianen 57,30 Sr mit 8,000 E. und 14) die unbesetzten Karolinen. Mit die- sen Kolonien würde die ganze Spanische Monarchie ein Areal von 249;740,94 QM. umfassen, mithin in dieser Hinsicht der zweite Staat derErde seyn; dagegen be- trägt die Volksmenge sowohl Spaniens als der Kolonien, doch bei den letzten meistens nach Schätzungen, 28,072,900 E., und würde es hier etwa mit Oesterreich und Frankreich auf einer gleichen Stufe stehen. Allein in der Reilie der Europ. Herrscher nimmt Spanien den Rang nicht ein, worauf es in Rücksicht sel- ner Gröfse, seiner Volksmenge u. sei- nes Keichthums Anspruch machen könn- te, sondern es Äigurirt nur als eine Macht zweiten Rangs. Ueberdem_ ste- hen mehrere seiner wichtigsten Rolo- nien in Amerika in offenem Aufruhre, und es frägt sich, ob es dem Muiter- ilande je gelingen wird, Venezuela und Buenos Ayres in seinen Schoos zurück- zuführen.

Das eigentliche Spanien liegt zw. 8° 26° 15° bis 20° 55° 25 östl. L. und 36° o/ 30°* bis 43° 46° ao nördl. Br, ganz in der südl. Hälfte des gemälsigten Erdgürtels von Europa. Im N. O. hängt es durch eine 58 M. lange Erdenge mit dem Bur. Continente zusammen; im W. liegt Portugal, im N., N. W. und S W. be- spülen die Fiuthen des Ozeans, ım>, das Mittell. Meer seine Küsten, In je- nem liegen vor Galicia die Cieischen

Eilande, in diesem die Balearen, Pi- thyusen, Calumbretes und das Eiland Alboran. Areal: 8,877,98 Q:M. Überflä-

che: hochgelegen und von Zweigen der Pyrenäen durchzogen, die sich in- cherform über das ganze Land verbrei- ten und bald weitere bald engere Thä- ler bilden. Boden: leicht, doch frucht- bar, wo ein hinlänglicher. Wasservor- rath sich findet, aber trocken u. dürr,

Guadalupe, Sierra Duero, Guadiana,

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wo dieser fehlt.: Gebirge: die Pyre-

näen mit ihren Zweigen: dem Cantabri- schen Gebirge, dem lberischen Gebirge, denı Guadarramagebirge, der Sierra de der Sierra Morena u. der Nevada. Gewässer: der Tajo, tero Guadalquivir, Ebro, dann der Mino, Segura, Xucar, Guada- laviar und andere Küstenfiüsse; keine bedeutenden Landseen; nur 2 Kanäle, der von Aragon und von Castilla; eine unendliche Menge von Mineralquellen. Klima: äufserst verschieden, doch im Ganzen heils, und nür in den Seepro- vinzen kühlen beständige Seewinde die Hitze ab, die, wenn der Solano weht, einen aulserordentlichen Grad erreicht, Der Gesundheit ist die Luft übrigens zuträglich., Produkte: Wein als Sta- pelwaare, Südfrüchte, ‚Obst,. Olive, Getraide, Beils, Gemülse, Flachs, Hanf, Esparto, Baumwolle, Färberrö- the, Safran, Orseille, 8 Gattungen von Soda, Zuckerrohr, Pfeffer, Kapern, Anies, Kümmel, Süfßsholz, Arzeneipflan- zen, Holz, besonders Karuben, Sumach und Korkeichen, die gewöhnlichen Hausthiere, Wild, schlechtes Federvieh, wenige Süfswasser- viele Seefische, Bienen, Seidenwürmer, Kermes, Kan- thariden, die meisten Metalle u. Halb- metalle, selbst Platina, aber bis aufBi- sen u. Quecksilber wenigbenutzt, Quell-,

Stein- und Baisalz, Alaun, Vitriol, Steinkohlen, Gagat, Salpeter, Schwe»- fel, Bernstein, Torf, Erdpech, man-

cherlei Stein- und Erdarten, auch edle Steine, Marmor, Alabaster, Schmirgel, Röthel u. s. w. Volkszahlıgı7: 10,372,500 Indiv.; 1797 wurden 10,351,075 in 144 Ciu- daden, 4,351 Villas und 12,549 D. ,\ zu- sammen in 18,355 Pueblos u. 18,871 Kirch- spielen gezählt. Der Abstammung nach findet man im heutigen Spanien, mit Ausnahme einiger Fremdlinge und ei- niger Kolonisten, blo[ls Spanier, Bas- ken und Zigeuner, doch leben in den Gebirgen u. in Granada noch Abkömm- linge der Mauren, deren Blut auch in mancher ächten Span. Familie flielsen mag. Es giebt in Spanien nur eine Re- ligion,. die röm. kathol, Dem Stande nach theilt sich die Nation in Klerus, Adel, Bürger und Bauern. 1787 wurden unter dem männlichen Geschlechte re- gistrirt: 03,689 Klostergeistliche, 85,668 Weltgeistliche, 479,653 Adliche oder Hi- dalgos, 36,077 Civilbeamte, 77,834 Mili- tärpersonien,. 2,666 Beamte der Inquisi- tion, 4,103 Beamte des Klerus, 1,825 Be- amte der Gruzada, r,889 Advocaten; 9,541 Schreiber; 50,730: Studenten u. Schüler, 34,030 Kauflente, 39,073. Fabrıkanten, 262,932 Handwerker, 806,844 Bauern, 950150 Tagelöhner, 284032 Knechte, und Be- dienten, 19,504 Hospitaliten und. 6,931 Bettler,

Kultur des Bodens: Spanien besitzt einen so elücklichen Boden und einen so überschwenglichen Produktenreich» ihum, dafs es dreimal so viele Bewoh- ner ernähren könnte, als es jetzt hat; aber der träge bequeme Spanier halst jedes Geschäft, was unter seinem bren- nenden Himmel Mühe und Anstrengung erfordert. Kaum der zwölfte Theil des Landes ist angebaut, und die herrlich- sten Striche liegen öde, weil es an Schatten und Bewässerung mangelt und man der Natur nicht nachhelfen will. Am beisten angebauet sind die Baski- schen Provinzen Galicia, Cataluna und Valencia mit einem Theile von Granada.