Teil eines Werkes 
2 (1817) L-Z : mit einigen Nachtr.
Entstehung
Seite
378
Einzelbild herunterladen

378 Sch

Schwaz, Oester. Kreis in Tyrol, wel- cher das ganze Unterinnthal mit den hinzugekommenen Theilen von Salz- burg, mithin dennordöstl. Theil des Landes umfalst 95,75 QM., mit 132,931 Einw., in 6 St, 5 Mfl. u.359D.

Schwaz,(Br. 470 32° ao L. 290 19° 45°) Oester. Mil. und Hauptort des gleichn. Kr. in Tyrol am Inn, mit 2K. und etwa 4,000 E. Sitz des Kreisamts, Farbenjabr. von Bergblau und Berggrün; Mnf. von Zoddelmützen. In der Nähe ein wichti- ges Kupfer- u. Silberbergwerk.|

Schweden, Europ. Monarchie, wel- che gegenwärtig die beiden Nordischen Königreiche Schweden und Norwegen umfafst, und als Kolonie die kleine In- sel Barthelemy in Westindien besitzt. DieSchwed. Monarchie umfalst ein Areal von 16,155,20 QM. u. istin Europa nach Rufsland an Flächeninhalte der grölste Staat. Dagegen hat es nur eine Volks- menge von 3,307,912 Einw., und würde daher in dieser Hinsicht unter den Eu- rop. Staaten nur auf den zwölften Rang Anspruch machen können. Schweden und Norwegen sind zwar gegenwärtig unter einem Monarchen mit einander verbunden, haben aber in allen übrigen Stücken eine ganz von einander ver- schiedene Verfassung; jedes Keich hat sein eigene Volksvertretung, seine ei- gene Kasse, sein eigenes Militär, seine eigenen Gesetze; was in Schweden ge- boten wird, gilt darum nicht in Norwe- gen, und das Königreich Schweden ist daher wohl von der Schwed. Monarchie zu unterscheiden.:

Schweden, Europ. Königr. im nördl. Zuropa, zw. 28° 50° bis 410 ö. L. und 55°

22 bis 700 n. Br., im N. an Norwegen,

im©.an Rufsland u. den Bothnischen Meerbusen, im S. O. und S. an das Bal- tische Meer, in W. an den Sund, Kat- tegat und Norwegen gränzend, 8,597,20 QM. grols. Oberfläche: im Ganzen sehr

ebirgig, und im N. mit nicht sehr ho- Ben: aber doch sters von Schnee und Eis erstarrten Alpen bedeckt. Seine Küsten sind ‚mit einer Menge von Erdzungen, kleinen Eilanden und Felsenklippen umgürtet, die hier Skären heifsen.- den: an den Gebirgen voller Steine u. oft so felsig, dafs kaum ein Baum Wur- zel schlagen kann, in den Thälern und Ebenen, wo es das Klima zulälst, ganz ergiebig, Die wärmsten Gegenden Schwedens, Schonen, Wärmeland u. s. w. sind auch seine fruchtbarsten. Ge- birge: die Nordischen Alpen, der Kiö-

len, eine Fortsetzung derRussisch-Lap-

pischen Gebirge. Gewässer: eine un- zählige Menge von Flüssen und Bächen bewässern Schwedens Boden, die fast sämmtl. den Namen, Elf führen. Nicht Seringer ist die Zahl der Binnenseen, worunter der Mälar, Hijelmar, Wener und Wetter die gröfsten sind. Es giebt einige Gesundbrunnen. Klima: im Gan- zen kalt, aber gesund. Der Frühling ist unbeständig und manchen Krankhei- ten ausgesetzt, der Sommer kurz, aber angenehm, und im mittiern Schweden rechnet man die gewöhnl. Sommerwär- me ı7 bis 180%. Wegen der langen Tage geht die Vegetation schnell von Stat- ten. Der Winter ist freilieh lang und kait, doch klar und frisch. Die lang- dauernde Schlittenfahrt begünstigt den Verkehr. Produkte: 1,690 Pflanzenarten, davon sind die nutzbarsten: Getraide, Gemülse, Kartoffeln, Hanf, Flachs, Ho- pien, Tabak, Flechten, mancherlei

Sch

Beeren, Nutz- una Bauholz ‚bes, Fick.

ten, Tannen, Erlen und Birken, in den südl. Gegenden auch Eichen und Bu. chen, die gew. Hausthiere, doch mei. stens kleiner, wie im übrigen Europa im äufsersten Norden auch das Renn. thier, als Hausthier des Lappen, Wild Strardthiere, wildes und zahmes Geflü. gel, Fische aller Art, Krebse, Hummern Austern, Miesmuscheln, im$. Bienen: Silber, Kupfer, Eisen, Alaunschiefer. Steinkohlen und mancherlei andere Mi. neralien. Voiksmenge 1805: 2.424874 Ind., die bis 1817 sich wohl anf 2,600,008 vermehrt haben können, Städte zählt Schweden nur 86, worin 1805 239,534 Ind,, in. 43,423 Familien lebten; der übrige Theil der Nation, der aus 2 Volksstäm. men, Schweden und Lappen besteht letzterer waren 1805 nur 8,444) u. theils ri Dialekt der aan Sprache, theils Lappisch reden,wohnt auf dem Lande in einigen Mfl. u. D., überhaupt in 66,549 Höfen. Akreli rechnet auf das männl. Geschlecht 0,48, auf das weibl, 0,52 und auf die Kopfsteuerpflichtigen oder die zwischen ız bis 63 Jahren sind, etwa 0,6 der ganzen Volksmenge Schwe- dens. Die Religion ist luth,; die Juden haben eine Synagoge zu Stockholm, eben daselbst die Katholiken und Grie. chen Kapellen. Der politischen Ver- schiedenheit nach theilt sich die Na»- tion in Adel, Klerus, Bürger u. Bauern. Kultur des Bodens: die Landwirthschaft beschäftigt den gröfsten Theil der B; 1805 1,444,000 Personen; aber der Acker bau liefert doch das nöthige Korn nicht, wenn;schon einige der. südl. Provinzen Ueberschufs kaben. Man rechmet, dals jährl, 6,400,000 Tonnen gebauet u, 400,00 Tonnen von dem Auslande zugekauft werden. Auch: die Handelskräuter, Flachs, Tabak, Hanf reichen nicht zur Nothdurfit zu, blofs Hopfen hat man ge- nug. Auch die Produkte der Viehzucht sind für den. Bedarf nicht hinreichend, obgleich sehr vieles Vieh gehalten wird; 1805 537,675 Pferde, 295,002 Ochsen, 1,172,369 Kühe, 573,334 Stück Jungvieh.u, 1,719,605 Schaafe. Hauptgewerbe sind für Schwe- den: Fischerei, Holzkultur und Berg- bau, wie denn auch Eisen, Kupfer, Fi- sche, besonders Häringe, Lachse und Hechte, dann Holz und Holzwaaren die Hauptstapelwaaren Schwedens aus- machen. Hierauf legt man sich auch mit musterhaftem Fieilse, u. nur blols die Holzbewirtschaftung geht nach dem alten Schlendrian fort. Kunstfleils: es fehlt in Schweden nicht an den nöthi- gen Handwerkern, es giebt auch man- cherlei Fabrikanstalten im Grolsen; doch ist im Ganzen Schweden ein blols produzirendes Land. 1795 fand man mit Finland 06 Tuch-, 64 Seidenzeuch-,% Seidenband-, 18 Seidenstrumpf-, 31 Stoff-, 30 Leinen- u. Baumwollen-,$l Leinen- und Baumwollenstrumpf-, 10 Segel- und Zeltmanuf., ı2 Kattun- und Leinendruckereien, 27 Zucker- und Tabaksfabr., 9 Seifensiedereien,. 2 Por- zelanfabr., 566 Eisen- und 1,007 kleine- re Hammer, die 1807 427,181 Schiffpf. Stangeneisen und 1,293,493 Zntr. Stabei- sen bereiteten, 2 Ankerschmieden, ı Bl- senblechwalzwerk, ı0 Glashütten, 13 Pfei- fenfabr., 6'Pulvermühlen, g Spiegel- fabr., eine Menge Brennereien, die jährl. 415,380 Tonnen Getraide verbrau- chen und go Papiermühlen, die zusam- men 2,481 Individuen beschäftigten; au- fserdem'gab es zı,ara Berg- und Hütten-