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"Landmanns genielsthier einer ehrenvol-
len Alıszeichnung. Kultur des Bodens: der Boden in Schinaist unter allen Asia- tischen Staaten nach Japan am vortrefl. angebauet. Der Ackerbau steht auf einer. seltenen Höhe und wird in den kulturfähigen Provinzen mit mu- sterhaftem FKleilse betrieben; das Feld wird beinahe wie ein Garten bearbeitet, und man sieht kaum’eine handbreit Land, das nicht benutzt würde. Das
Korn wird hier nicht ausgesäet, sondern
gesteckt, und auf die Erhaltung u. Ein- sammlung des Düngers die grölste Auf- merksamkeit gewendet. Die Schinesen sind Meister in der Kunst der Bewässe- rung und der Zusammenstellung und Vermischung der verschiedenen Erdar- ten. Uebrigens giebt es Keine grolsen Pachtgüter und die Ländereien sind in ganz Schina ziemlich gleichförmig ver- theilt. Auch der Gartenbau ist muster- haft; weniger scheinen die Schinesen die Baumzucht zu verstehen. Wichti- ge Zweige der Landwirthschaft sind der Tabaks- und Indigobau, die Zucker-, Maulbeer- und Theeplantagen. Die Viehzucht ist im. Ganzen- vernachläs- sigt: das Schwein ist das vornehmste Hausthier der Schinesen, und unter dem Geflügel stehen die Enten oben an, die in Schina, wie inAegypten die Hühner, in Oefen ausgebrütetwerden. Die Fische- rei macht einen Hauptinahrungszweig aus, und auch der Bergbau mufs nicht unbeträchtlich seyn, da in Schina, mit Ausnahme der Platina, alle Metalle ge- funden werden. Kunstileils: zwar errei- chen die Schinesen die Europäer in den meisten. Zweigen der veredelnden In- dustrie nicht; aber alle ihre nützlichen Künste sind bei ihnen bei weitem älter, als bei uns.-So kennen Sie schon seit Jahrtausenden den Kompals und das Schielspulver, doch ist der Gebrauch derselben bei weitem eingeschränkter, als in Europa, und in den meisten Kün- sten sind sie bei einer gewissen Mittel- wmalsigkeit stehen geblieben, Vorzügl. sind ihre Lackarbeiten,, ihre Elfenbein- arbeiten, ihr Porzelan, ihr Papier und ihre baumwollenen und seidenen Zeu- ehe, aber die Formen und Muster, die sie ihren Arbeiten geben, sind gewöhn-
‘lich geschmacklos und veraltet. Han-
del: der Kaufmannsstand ist in Schina verachtet, u. die Regierung thut nichts für die Aufnahme des Handels. Da nun der Verkehr u. Handel'vorzügl, auf die Vervollkommnung der Nationen einwir- ken, so sind die Schinesen bei aller Kultur stets Kinder geblieben. Schina hat sich fast von allen Nationen iso- lirt, indem der Staat alien fremden Mandel entbehren zu können elaubt:. nur über Kanton wird ein in Hinsicht der Gröfse des Reichs und der Mannich- Jfaltigkeit seiner Produkte doch unbe- trächtl, Verkehr mit, den seehandeln- den Nationen, und über Kiächta mit Rufsland getrieben. Schina führt über Kanton vorzügl, Thee(jährl. für 39'bis 40 Mill. Gulden), Rhabarber, Porzeläan, sei-
‚dene Stoffe, Seide und Firnifswaaren aus, und nimmt dagegen nur äulserst
wenige Europ. Waaren(vorzügl. Pelz- werk, Opium, Fabrikäte), zurück, da- her das Meiste mit baarem Silber aus- $eglichen werden mufs. Der Brittische Handel allein beschäftigte bisher 30,000
Tonnen, die an Brittischen Fabrikaten
für 9 Miil, Gulden einführten, und für,
15 bis 20 Mill. zurüknahmen. Wichtig
Sch
ist, sonst noch.der Handel’ der Amerika ner und Niederländer; uubedeutender der, den die Portugiesen, Franzosen, Di; nen, Kussen und jetzt auch Sandwich. indier treiben. So wenig ‚übrigens der auswärtige Handel begünstigt wird, yo lebhaft.ist der innere zwischen den ver schiedenen Prov. des Reichs; doch be. schränkt sich Alles auf Verkauf u. Kri. merei im Kleinen.. Wucher wird selbst in den Dörfern getrieben, und Betrug ist bei jedem Handel an der Tagesord. nung.. Die vielen F]. und Kanäle befsr.
dern übrigens den Austausch der Pro.
dukte auf das Vortheilbafteste, und ein Kaufmann kann, ohne sein Fahrzeug zu verlassen, von dem äufsersten Ende de Reichs bis nach Pekin gelangen. wis. senschaftl. Kultur: die Gelehrsamkejit des Schinesen beschränkt sich haupt- sächlich auf dieKunst lesen und schrei- ben zu können,: da das Studium der Sprache oder vielmehr der Schrift fast ein Menschenalter erfordert. Aufser der Kenntnifs ihrer Schriftsprache und dem: nothdürftigen Verstehen ihrer al. ten historischen u. moralischen Schrif. ten, sind die Schinesen in allen übrigen Wissenschaften zurück geblieben. Sie kennen Astronomie seit mehrern Jahr- tansenden, und sind doch nicht im Stande, ohneBeihülfe Europ. Missionäre, eine Finsternils zu berechnen oder ei. nen Kalender zu machen. Ihre Arith. metik ist blols mechanisch. In der Phy- sik, Medizin, Naturgeschichte, Geogra- hie sind sie Kinder, Sie haben zwar ıohe Schulen, aber auf denselben wird nichts als Schrift und Sprache gelehrt. Sie haben zwarDlichter, aber schon ihre einsyibige Sprache ‚lälst die Dichtkunst
nie bei ihnen eine gewisse Höhe errei-
chen. In der Malerei haben sie zwar lebhafte Färben, aber von Richtigkeit der Zeichnung in der menschlichen Ge- stalt, von Perspektive, Licht u. Schat« ten wissen sie nichts; ihre Bildhauerei ist unter aller Kritik; die Musik. lär- mend und ohne Geschmack, undin der Baukunst zeigen. sie mehr Pracht als Sinn. für Schönheit; ihre Häuser sind sämmlich einfach und das Haus eines der vornehmsten Männer des Staats un- terscheidet sich wenig von dem eine Handwerkers. Blofs bei den Tempeln, bei den kaiserl. Palästen und bei eini-
en Denkmälern entwickeln sie ihre
aukunst.— Schulen haben die mei sten Städte und Dörfer: man giebt ihre Zahl auf 2,338 an... drucken die Schinesen mit unbeweglichen Lettern. Die Zahl der, geärnuckten Bücher ist sehr grofls. ‚Bibliotheken trifft man'indels nur bei denPagoden an. In Sou-tscheeu- fu sind viele Druckereien-und ein aus- gebreiteter Buchhandel. Die Schinesen schreiben mit Pinseln, die mit Tusche getränkt werden, auf Papier von oben gegen unten zu. Staätsverfassung: Schi- na ist ein völlig despotischer Staat, auf den Grundsatz gebauet, dafs die Kinder dem Vater zeitlebens unbedingten Ge- horsam schuldig sind und letzterer über Leben, Eigenthum und Freiheit dersel- ben gebieten könne, wie er wolle. Der Kaiser wird für den gemeinsamen Väter seines Volks gehalten;, er ist über jede irdische Macht erhaben, daher er sich den einzigen Regierer der Welt und el Yen Sohn des Himmels. nenznt.., seine Macht, ist unumschränkt, jede Gewalt, jedes Gesetz geht. vom Kaiser aus, keine Stände, kein Adel binden ihm die Hän-
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