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von Meilsen, abstammt. Konrad der Grolse wurde 1127 erster Markgraf von Meilsen; sein Urenkel, Heinrich der Erlauchte, vereinigte damit 1242 Thü- ringen und die Pfalz Sachsen, u, Fried- rich der Streitbare erhielt 1423 das Her- zogthum Sachsen und die Kurwürde. Durch Friedrich desSanftmüthigen bei- de Söhne, Ernst und Albrecht, würden die beiden Hauptlinien des Sächsischen Hauses, wie sie noch jetzt bestehen, die Ernestinische und,
estiftet. Die Ernestinische war In
em Besitze der Kur und des grölsern Iheils des Landes, allein sie verlor bei- des in dem Reformationskriege 1447, U. Moritz, das lHaupt der jüngern Alber- tinischen Linie, kam in den Besitz der- selben, doch wurden die Söhne des letz- teren Kurfürsten aus der Ernestinischen Linie mit:Landesantheilen in Thürin- gen und Franken abgefunden. Beide
ächsischen Häuser zersplitterten sich in der Folge in mehrere Linien und Aeste, wovon gegenwärtig noch 6 wirk- lich bestehen:*
a) von der Emestinischen Hauptli- nie aa. die Weimarische Linie, welche jetzt die grofsherzogl: Würde bekleidet u. luth. Religion ist; bb. die Gothaisch- Koburgsche Linie, welche noch in 4 Aesten blühet, sämmtlich luther. Reli- gion, ı) der Gothaer Äst, 2) der Meinin- ger Ast, 3) der Hildburghäuser Ast und 4) der Koburger Ast. nter. sämmtil- chen Zweigen der. herzogl. Sächsischen
äuser besteht noch immer ‚ein. ver- wandschaftl. Verein und ein Senioraät, dem‘gewisse Einkünfte. vorbehalten sind. Auch sind ihnen, obgleich jeder regierende Fürst in seinen Ländern al- lein regiert, gemeinschaftlich geblieben und gemeinschaftlich geworden. ı) die sämmtlichen Gold- und Silberbergwer- ke, 2) das alte Hausarchiv zu. Weimar, 3) die Belehnung der Grafen und Herrn, 4) die Universität Jena, welche, jetzt. nur noch von Weimar und Gotha ab- hängt, und 5) das Oberappellationsge- richt zu Jena. Auch behaupten, sıe ins- gesammt in derBundesversammlung Jie zwölfte Stelle, im Plenum aber hat'je- der Herzog eine eigne Stimme.
b) die Albertinische Linie blülıet jetzt nur.noch in einem einzigen Zwei- ge, dem königlichen, nachdem die übri- Be Aeste sämmtlich abgestorben sind,
as Haus hat in der Folge’die kath. Re- ligion angenommen, 1806 die königl. Würde.
Sachsen, Europäisches Königreich im
Deutschen BEAFRBENNE 2 Une 290
‘ bis 320°40“ 6. L.. und 500 14° bis 510 33° 2 Br. 3 En N. und N. d. an Breutsen, im S. O,- und S. an Oesterreich, im W. an Reuls, Gotha und Preulsen grän- zend. Areal: 338,35 QM. Oberfläche: meistens gebirgig, doch verflächt sich das Gebirge auf seinem nördlichen Ran- de und öffnet eine wellenförmige Ebe- ne. Boden: nur der nördliche Theil hat fruchtbares Ackerland, bei weitem der gröfsere Theil aber Gebirgsboden, der wenig zum Ackerbau tauglich und mit dichten Waldungen bestanden ist. Gebirge: Zweige der Sudeten,: nämlich im W. der Elbe das Erzgebirge, im O, der Wohlische Kamm. Gewässer: die Elbe mit der weilsen Elster, die Frei- berger u. Zwickauer Mulde, der 5chwar- zen Elster und mehrern geringern Flüs- sen, die Queis, Viele fischreiche Tei.
und besitzt seit
Sıs
che. Einige-Holzflölsekanäle..-Gesung.
brunnen bei’Tharand, das Wiesenbad bei Annaberg, das Wolkensteiner warme Bad u.a.:Klima: gemälsigt und ge. sund, die Witterung: in dem schönen Elbthale ‚milder, als vielleicht in ir. gend einem:Lande unter gleicher Brei. te, rauh dagegen auf dem Gebirge. Pro. dukte::Getraide, doch nicht zur Noth. durft,: Kartoffeln, Gemülse, Hülsen. früchte, Obst, Wein, Tabak, Flachs Hoiz, die‘ gewöhnlichen Hausthiere, Wild, zahmes und wiides: Geflügel, Fi. sche, Bienen, Perlen, fast alle Metalle
und Halbmetalle, Topasen, Morionen,
mehrere andere edle Steine, Sächsische Wundererde, Porzelanerde, Serpentin, Steinkohlen, Schwefel, aber kein Salz, Volsmenges 1813: 17232,694 E., meistens Deutsche‘, deren’ Sprache: die: Bücher. sprache in ganz Deutschland geworden
ist. Wenden sind nur noch'in.der Ober. lausitz, wo siesich in Gefilde- u, Hai. dewenden abtheilen, vorhanden. Die Religion: des Hofs ist die katholische, die der. grofsen Mehrheit der Einw, aber dieinutherische, doch ist‘sowohl Reformirten als Katholiken gegenwär- tig diesfreie-Ausübung ihres Kult’ ge.
stattet. Die.meisten Katholiken finden sich in: der Oberlausitz, wo sie gegen 180 Ortschaften bewohnen, und zu Dres-
den; Keformirte gıebt es kaum 300, und Juden,’ blofs in den St. Dresden u: Leip- zig geduldet, gegen 1,40. In der Ober- lausitz haben sich einige Herrnhuther- gemeinden, etwa 2,000'Röpfe,, niederge- lassen.‘Die Nation scheidet sich nach ihrer bürgerlichen Verschiedenheit, die in Sachsen: sehr strenge gezeichnet ist, isı hohen Adel, niedern Adei, Gelehrte, Bürger und Bauern ‚„ welche letztere in der Oberlausitz zum Theil’ noch teibei- gen sind."Kultur des Bodens: der Acker- bau wird zwar mit grolsem Fleilse und Anstrengung getrieben, erzielt indels für die. beträchtliche Volksmenge des nöthige Korn nicht, und häufig ersetzt die Kartoffel, deren Anbau überall ver- breitet ist, das fehlende Korn. Ausge- breiteter ist die Viehzucht, deren Haupt- sitz das Voigtland und Erzgebirge sind. Die Schaafzucht gehört dagegen mehr Meilsen, Leipzig und der. Oberlausitz an, und hier findet man fast durchaus eine-durch Merinös veredelte Rasse, de- ren Wolle eine Stapelwaare für das Königreich ist. Der Handelskräuterbau ist, wie der Weinbau, unbedeutend: letzterer wird vorzüglich bei Meilsen im Grolsen getrieben, doch brachte die Weinlese 1708. erst 4,381 Eimer in den königl: Keller. Die Holzkultur ist eın äulserst wichtiger Gegenstand, da von derselben der ganze Bergbau abhängt: nur allein der Landesherr schlägt aus seinen Forsten für 300,000 Rthir. md auiserdem unterhält das Kohienbren- nen,:.die Verfertigung hölzerner Waa- ren u. s. w, eine Menge Menschen. Der Bergbau ist für Sachsen ungemein wich-
tig: man rechnet, dals Sachsen, selbst
nach: dem Verluste seiner grolsen
Silber- und‘ Kupferwerke im Manns-
feldschen, noch immer gewinne: al
Silber 52,488 Mark, an Kupfer 320 Zutr., D].,
an Blei 20,000 Zntr., an Zinn 2,477 Zuntt.,
an Eisen 80,000 Zentner, an Kobalt 8,201
'Zentner, an Zink 15500 Zntr., an Stein-
kohlen 30,000 Tonnen, an Schwefelkie- sen 17,702 Zntt.,"an Vitriolerzen. 18,005 Zentner.-Salz hat es dagegen gar nichl. Kunstfleils:‘in keinem Deutschen Staa


