Teil eines Werkes 
2 (1817) L-Z : mit einigen Nachtr.
Entstehung
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Rufslande diesseits des Urals, als Haupt- nation im ganzen Russischen Reiche verbreitet. Eine starke nervöse Men- schenrasse von mittlerer Grölse und ge- fälliger Form, mehr fett als mager, de- ren Organisation von innerer Kraft und Yıtalität zeugt. Ihre Schwitzbäder stäh- len sie früh gegen den rauhen Himmel, unter dem sie leben, ihre Erziehung u. Nationalspiele gegen jedes Un emach des Lebens ab; daher keine Nation die Bussen in Ausdauer und Ertragung al- ler Beschwerden übertrifft. Gutmüthig- keit, Frohsinn, lebhafte Gefühle, viele Reizbarkeit und ärme des Herzens, bezeichnen einen Charakter,, der übri- gens häufig durch Sinnlichkeit, Trunk- Tiebe n. Jähzorn entstellt wird. Muth, persönliche Stärke und Gewandheit, verbunden mit einer schnellen Gegen- wart des Geistes, eignen den Russen zu einem der belsten Soldaten Europens jm Kampfe,. nicht auf der Flucht: er muls siegen oder bleiben. Anstand be- gleitet selbst die Handlungen des ge- meinen Leibeigenen, und eine glück- liche Fassungskraft setzt ihn in den Stand, sich alles Fremde eigen zu ma- chen. Nachahmungsgeist besitzt er ım höchsten Grade, aber durchaus kein Streben nach höherer Vollkommenheit: er ist bereit und fähig, Alles zu unter- nehmen uüd Alles dem Aeulfseren nach auszuführen, aber innere Solidität fehlt gemeinhin, daher die Oberflächlichkeit seiner Talente und seiner wissenschaft- lichen Kenntnisse. Er ist sehr religiös, aber auch sehr abergläubig: kein Volk hält mehr auf Vorbedeutungen, auf Satzungen der Priester, auf Amu- lete und Beiligengunst. gastfrei, freigebig gegen Arme, aber auch wieder Asiatisch kriechend, und sammlet gern Geld. Den Ackerbau Jiebt er nicht: Gewerbe und Handlung,

womit er doch keinen grofsen Spekula-.

tionsgeist verbindet, sind seine Nei- ung. Die Erziehung des gemeinen fannes ist sehr'vernachlässigt; der Vornehme erhält sie zum Theil durch Ausländer. nicht ohne Anlage und Reiz, stirbt früh ab: es lebt in der Ehe im Orienta- lischen Drucke und Eingezogenheit, u. kennt noch weniger, als der Mann, Eu- ropäische Sitten und Kultur. Die Re- ligion des Russen ist die griechische: seıne Sprache ein Zweig der Slawi- schen, reich und mit vielen Bildern ge- schmückt. Die Russen theilen sich in Grofs- und Kleinrussen: zu_ letzteren, welche jetzt ganz in die Grolsrussen verschmolzen sind u. mit ihnen Form, Sprache, Religion und Charakterzüge gemein haben, gehören die Kosaken(s. diesen Art.).

Russey, Franz. Mfl. an der Doubs,

im Dep. Doubs, Bez. S. Hippolyte, mit 855 E., die mancherlei Gewerbe unter- halten,

Russi, Päpstl. Mfl. in der Dlgz. Ra- venna.

Russisch- Lappische Gebirge, Russ. ParmasinnE des Skandinavischen Ge- ‚birgs in Schweden, die sich von 600an vom Baltischen Meere und d. Nordozea- ne bis Siberien hinauf erstreckt. Das Hauptgebirge besteht aus Granit, Trapp, #ornschiefer und schuppichem Kalk- syeine: Ungeachtet es keine besondere 3löhe erreicht, verlieren doch einige Berge Schnee und Eis nie ganz.

Er ist höflich,

Das weibliche Geschlecht,

: Hund

Rus

Rufsland, der grölste Staat der älte- ren und neueren Zeit, dem nicht das weitherrschende Kom in der glänzend. sten Periode seiner ersten Auguste nieht das Reich des Mazedonischen Alexanders und die Eroberungen de Franken Karls gleich kommen, der mit einem Fufse auf Asien steht und mit

dem andern Europa zu zerdrücken droht und einst gewils"zerdrücken wird, wenn Kultur und innere Kraft

ınit seiner unermefslichen Ausdehnung in ein näheres Verhältnils getreten seyn werden, Rufsland bildet jetzt einen zusammenhängenden Staatenkolols, der sich zwischen 36 bis 210° L. und 39° 507 bis 76° n. Br. erstreckt, mithin über ein volles Neuntel des Kontinents, über ein Vierzehntel der nördlichenHemi- sphäreu. über ein Achtundzwanzigstel der ganzen Erdfläche umfafst.

Gegen N. hat Rulsland das Eismeer, gegen U. den obern Theil des Austral- ozeans, gegen S. Schina, Turkestan, das Kaspische Meer, Iran, das Üsmanische Asien, das Schwarze Meer, das Osmani- sche Europa ,.im W. Oesterreich, Preu- {sen, das Baltische Meer und Schweden zu Gränzen. Sein Areal Polen, üoch ohne Russisch Amerika, 345,230 QM.; daven kommen aüf das Eu- ropäiısche Rulsland 70,425) auf Polen 2,216 und auf das Asiatische Rulsland 272,590 QM. Oberfläche: der Ural macht eine natürliche Scheidewand zwischen dem Europäischen u. Asiatischen Ruls- lande. Jenes hat nur Seitengebirge, in seinem Innern aber, mit Ausnahme Tauriens, keinen einzigen erheblichen Bergrücken, und bildet eine überaus grolse, von mälsigen Hügeln hin und wieder unterbrochene Fläche, die im N, ansehnliche Landseen, im S$S. aber trockene Steppen einschlielst; dieses wird von Gebirgen durchzogen, deren Zwischenräume im$. weite Steppen u. Thäler, im N. holzlose, mit ewigem Eise bedeckte Moore und im Innern ein fest zusammenhängender Wald aus- füllen. Boden: bei der grolsen Ausdeh- nung des Reichs äulserst verschieden; man nimmt 4 Verschiedene Regionen an, den Arktischen Erdstrich zwischen 67 bis{89 wo Alles in Eis und Schnee vergraben und wo das Rennthier u. der die einzigen Hausthiere seiner Bewohner ausmachen, den kalten Erd- strich zwischen 57 und 670, wo zwar das Getraide fortkömmt, aber doch nur un- ter 600 mit sichern Aernten Iohnt, den gemälsigten Erdstrich, das Gros des Reichs, zw. 50 und 57°, wo Getraide und Viehzucht. überall gedeihen und alle Obstsorten fortkommen, und in den warmen Erdstrich zwischen 291/g bis 50%, wo Wein und am untern Saume auch edle Früchte zur Reife kommen. e- birge: dahin gehören ı) die Russisch- Lappischen Gebirge, 2) das Alaunische Gebirge, 3) die Karpathen, 4) die Taurl- schen Gebirge, 5) der Kaukasus, 6) der Ural mit dem Obtscheisyrt und Ulutau, und 7) das Siberische Gränzgebirge mit dem Altai, Sajanischen, Baikalischen, Nertschinskischen und Ochozkischen Gebirge. Ebenen. und Flächen: ı) die Kirgisensteppe, 2) die Woigisch- Ral- mykischen Steppen, 3) die Baraba, die Isettische, 5) die Ischimsche, 6) die Donische, 7) die Okzakowsche Stepp®>r 8) die Taurischen Ebenen und 9 16 Arktischen Flächen. Gewässer: r) Mee- re: der Eisozean, der obere Theil des

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