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bau."Aber fast alle Nahrungszweige werden roh ausgeführt, und kaum ent- deckt man einzelne Spuren des Kunst- Jleifses in‘dem Saffian, der Rothfärbe- rei, der Baumwollen und Teppichwebe- rei, den Stahlarbeiten der Osmanen u. Griechen. Blofs die Provinzen, die das vormalige. Griechenland ausmachen, führten allein 8,821,320 Piaster Produkte und Fabrikate aus. Der Handel der Ös- manen selbstist völlig passiv; die Ar- menier, Griechen. und Raizen machen allenthalben die Faktore derselben, u. die Hydrioten führen selbst eine Art von Aktivhandel, der sie wohlhabend gemacht hat. Das Ösmanische Europa zerfällt in zwei Beglerbegschaften, T) Bumeli mit den Sandschakschaften Vi- sa, Kirkhilisse, Silistra, Nikopoli, Vi- din, Csirmen, Sofia, Galipoli, Salonik, Kostendil, Uskub, Tirhala, Egribos, Mi- sitra, Lripolizza, Ainabachti, Karli Ali, Janina, Delonia, Avlona, Ilbessan, Is- kenderje, Ochri, Perserin, Veldchste- rin, Dukagin, Aladschahissar und Se- mendra;5 2) Bosua’/mit den Sandsch. Bosna, Hersek, Klis, Iswornick, Rohissa und Rahovidscha. Dazu kommen noch die beiden Hauptstädte Istambeol und Edreneh, der Sandsch. des Kapudan Pa- scha, wozu mehrere Gerichtsbarkeiten und die meisten Inseln des Archipels, die Inseln Kirid mit ihren 3 Sandsch.
und die beiden Lehnfürstenthümer Mol-
dau und Walachei kommen. Im Um- fange des grolsen Reichs aber bilden
ee auch. die Servier und die emoiten staaten im Staate, und der Gehorsam mancher Paschen, wie des zu Janina, ist ganz prekär.
Das Osmanische Asien, eigentlich das Hauptland und die Wiege der Os- manen, wenn sie schon die Haupt- und Residenzstadt auf das Europäische Ufer des Bosphor verlegt haben, ist dreimal grölser, als das Europäische, und mag auf 24,262 QM, fassen. Aber hier spie- gelt‘ sich das Bild der Osmanischen Staaisverfassung noch trauriger zurück: jene blühenden Gegenden, wo, den hei- ligen Traditionen nach, der Mensch seine Kindheit verlebte, wo späterhin mächtige Reiche sich ausbreiteten und die höchste Kultur mit der Aufklärung Handir Hand gieng, sind in-Wüsten verwandelt; kaum dals eine Horde Ara- ber oder Turkmanen zwischen‘den Rui- nen reicher Städte so vieles Futter für ihre Heerden finden kann, als sie.be- darf, Aufjedem Schritte stölst man auf die herrlichsten Ueberbleibsel des Al- terthums in Gegenden, die jetzt der Kultur gauz unzugangbar scheinen. Ueberhaupt ist das platte Land ganz verödet, und wird, mit Ausnahme eini- ger Striche in Anadoli, fast ganz von nomadischen Nationen, besonders Turk- manen und Arabern, durchzogen; die Volksmenge hat sich fast zanz hinter die Mauern der Siädte zurückgezogen, und wir finden daher, trotz aller wırk- lichen Verödung,des Landes, hier noch immer grolse und voikreiche Städte, Das Osmanische Asien zählt höchstens ı2 Mili,. Einw., wovon die Hälitie' Osma- nen, der, Rest Griechen,, Turkmanen, Araber, Juden und eine Nenge kleinerer Nationen,.:als Kiur-
den, Syrer, Drusen, Mutunlis,, Ansarier,.
Maronıten,. Zigeuner etc. seyn mögen. Die Religionen und Sprachen- sind hier
noch verschiedener und buntschäckiger,,
els in dem Osmanischen Europa; dex
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Osm
Osmane, Turkmane, Araber verehrt den Islam: nach den'sunnitischen, der Mu- tuali,. Kjurde und Tadschik nach den schijtiischen Dogmen, der Grieche be- kennt sich zur griechischen, der Arme- nier zu den armenischen oder arme- nisch-kath., der Franke zu den kathol., luiher. und..ref. Sekten, die Syrer sind meistens Ismaeliten, die Ansarier Nas- saineer, beides Sekten des Islam, ‚die Drusen bilden eine ganz besondere von den Christen und Mosleminen abwei- chende Sekte, eben so die Jegiden, da- gegen die Maroniten sich den Christen nähern, Auch giebt es'Nestorianer, Monophysiten, und unter’ den zahlrei- chen Juden Talmudisten, Karimiten u, Samariter. Der Sprachen sind mancher» lei, doch bleiben Osmanisch und Ara- kisch diejenigen, womit man allenthal- ben verstanden wird. Die Produkte, die das Osmanische Asien hervorbringt, sind äufserst mannichfach: was vollig in den ‚Handel kommt, sind Reifs, Wein, Südfrüchte, Olivenöl, BRhabar- ber, Sennesblätter, Krapp, Safran, Ta- bak, Baumwolle, Seide, Honig und Wachs, Angorahaar, Galläpfel, Mastix, Meerschaum, Lemmnische Erde, Laudan, Rosenholz, und an Fabrikaten, die hier auch Osmanen liefern, Musselin, baum- wollene Zeuche, Gold- und Silberstoffe, seidene Zeuge, Kamelgarn, Damaszener Klingen, eingelegte Sachen u.a, Der Handel ist auch hier ganz ‚passiv u. in den Händen der Franken; doch han- deln einige Städte mittelst der Kierwa- nen. Das Osmanische Asien zerlällt in folgende Paschaliks: ı) Anadoli mit 17, $) Siwas’ mit-7, 3; Tarabosan mit 3, 4) Konich mit 7, 5) Merasch mit 5, 6) Ada- na mit 2, 7) Kars mit 6, 8) Wan mit 4% ) Erzerum mit ı4, ı0) Diarbekr mit 19, ı1) Orfa mit 7, 12) Mossut mit 7, 13) Bagdad mit—, 14) Haleb mitg, 15) Ta- rablüs mit 4, ı6) Akra mit— und ıy) Damas mit 1o Sandschakschaften. Dazu kommt noch der Musseliminik Kibris mit Itschil, das dem Pascha von Bagdad gewissermalsen unterworfene Kjurdi- stan mit seinen Fürstenthümern u. der Sandsch., Akalzike, mit dem, was die Osmanen noch. von den Kaukasuslän- dern besitzen. ‚Uebrigens giebt es auch Osmanischen Asien mehrere ganz unabhängige Herrschaften, wie die der Kjurden, Drusen, Maröniten und die beiden Turkmanischen: Befehishaber in rg Kara Osman und Tschapan u.
2 Das Osmanische Afrika oder Aegy- pten(s. diesen Art.) begreift 8,895 QM. mit 4 Mill. E.|
Das ganze Osmanische Reich würde
mithin 41,717 QM. umfassen und 253 bis 24 Mill. Menschen zählen; Stein rech- net: 48,282,; Gräberg 49,267 QM., jener 24,072,000, dieser 24 Mill. E.; indels wırd wenigstens an eine nähere Bestimmung der Volksmenge„so lange die Osmanen Herren. dieser Länder bleiben, nicht zu denken seyn,- Die Staatsverfassung ist unumschränkt despotisch; unum- schränkt herrscht der. Padischah über Gut und Blut Seiner Unterthanen, wie des:vornehmsten, so des: geringsten. Er vereinigt mit seiner höchsten weltl. auch zuglelch. die höchste. geistliche W.ürde, das Kalifat.: Kein Gesetz, son- dern blo[s die offentliche Meinung, die sich nur zu häufig in-Aufruhr und Re» volutionen äulsert, setzen dem. Willen des. Alleinherrschers.:Schranken. Er
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