Teil eines Werkes 
2 (1817) L-Z : mit einigen Nachtr.
Entstehung
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Osma, Span. Ciudade am UÜcero, in der Prov. Soria. Sie ist ummauert, hat 4 Thore, ı Vorst. Burgo de Osma, ı Ka- thedralg, ı Kl., ı bischöfl. Palast, ı Se- minar, 800 H. und 4,000 E. Bischof.:

Osmandschik, Osman. St. und festes Bastel, am Kisil Irmak, in dem Pasch. Siwas, Sandsch. Tschurum.

Osmanen, Osmanii, Türken, grolse Orientalische Nation von Tatarıscher Abstammung, die sich über die schön- sten Gefilde dreier Erdtheile als Herrn verbreitet hat. Der Osmane zeichnet sich durch. einen schönen kräftigen Körperbau eben sowohl, als durch eine seltsame Mischung des Charakters aus, Seine Stirn ist erhaben, sein schwarzes Auge-feuzig und weit auseinander ste- hend, die, lange Nase schön. gewölbt, die Farbe frisch, der Wuchs egrofs, schlank und führt durch eine vollkom- mene Harmonie aller Glieder u, durch eine seltene Muskelfülle uns ein Ideal der Griechischen Form vor Augen. Sein. Gang ist ruhig und gravitätisch, jede Bewegung abgeinessen; seine Klei- dung fliefst in grofsen breiten Falten von der Schulter herab, seinen Kopf

schmückt der vielfarbige Turban, auf seiner Brust hängi ein Dolch, an der

Hüfte der Säbel. Er thut Alles mit ei- ner gewissen Feierlichkeit; seine Rede ist langsam, nachdrucksvoll, starktö- nend; nur selien wird man ihn lachen sehen, kaum, dals er seinen. Bart streicht. Der Osmane hat wenige Be- dürfnisse; er ist Mmälsig im Essen und Trinken und kennt daher wenig Krank- Heiten, doch liebt er eine gewisse Uep- pigkeit._ Er ist stolz. und-tapfer,. skla- visch und träge, Religiensschwärmer -und Despot, gastfrei und doch wenig mittheilend, eigensinnig, in sich selbst und seine Verfassung verliebt und doch leichter als irgend ein Volk zum'Auf-

stande. und zur Menterei geneigt. Er ist abergläubig, unwissend, geldgierig; kriechend, und zugleich verständig,

den

rofsmüthig und herrschsüchiig, ek uloscn behandelt er grausam und nit Verachtung, gegen fremden Muth zeigt er Achtung, Er hält das ‚Mittel zwischen wilden und gebildeien Völ- kern; seine Sitten sind ein Gemisch von Stolz und Niederträchtigkeit, von ‚Muth und Unempfindlichkeit. Er be- kennt sich durchaus zum Islam u. zwar zu der Sunnitischen Sekte. Die Sprache des gemeinen Lebens ist die Türkische, die Hof-, geiehrte u, heilige Sprache die Arabische. Erist zwar Herr sowohl in Rumeli und Anadoli, als in Misr; aber wahrscheinlich dürfte in allen Provin- zen des Osmanischen Reichs die. Zahl

der Osmanen kaum ı0o bis ı2 Mill, be-

tragen. ji 4ssmanisches Reich, grofses Orienta- Jlisches Reich, welches sich sowohl in Europa, als in Asien und Afrika fixirt hat.- In Europa gränzt es imN,an Rulsland, ran en ind, eier Ungarn, im ©. an das Schwarze Meer, den Bosphor, an das Marmormeer, an den Hellespont und Adalar-Denghizi; im$S. an das Mit- telländische Meer, im W, an das Joni- sche und Adriatische Meer, an Dalma- tien und Kroatien. Das Osmanische Asien hat im N. das Schwarze Meer u. die Kaukasusprovinz von Rufsland, im ®, Iran, ım 3: den Persischen Meerbu- sen und Arabistan, 7, e-von Suez, das Mittelländische Meer, Eu Adalar Denghizi, den Hellespont,

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das Marmormeer und den Bosphor zu Gränzen. In Afrika herrschen die Os- manen über Aegypten. Es liegt mithin zwischen 33 bis 680.L. und 29 bis 489 Br. und hält etwa 31,757 QM, im Areale. as Ösmanische Buropa erstreckt

H33 bis 46° L. ‚und 349 30° bis 480 Br. und hält in seiner ganzeıt Ausdehnung mit den sämmtlichen Eu- ropäischen Inseln 8,700 QM. Lindner berechnet das Areal jedoch mit Bessara- bien und Moldau auf 10,400 QM., wel- ches indefs nach den bessern Charten zu grols zu seyn scheint. Das Land ist sehr gebirgig; der Hämus oder Emineh Dagh durchzieht dasselbe unterhalb der onau. in seiner ganzenBreite: im N, erheben sich die Karpathen, im 3. die Hellenischen Alpen mit ihren mancher- lei Benennungen. Zwischeh diesen ver- schiedenen Gebirgen findet man die herrlichsten Ebenen und die Küsten des Meers sind mit den reichsten lachend- sten Gegenden upigeben._ Der grölste Strom ist die Donau, die hier den Pruth als Gränzfl. gegen Rulsland, den Sereth, Morawa und Save aufnimmt; die Maritza, der schwarze Drin u, der Karasu folgen diesen Hauptströmen im Range. rolse Seen giebt es nichtz der beträchtlichste ist der bei Iskende- rieh, dagegen eine Menge warme Qnel» dien und, andere Mineralwasser."Das Klima ist warm und meistens gesund, die Vegetation'äulserst plühend. Die vorzüglichsten Produkte bestehen in Waizen, Reifs, Baumwolle, Olivenöl, Korinthen,, Färberröthe, edlen Früch- ten, Wein, Tabak, Kermes,den ge- wöhnlichen Hausthieren, auch Büffeln und bei Istambul Kameelen, Wild, Fi- schen, Bienen, Seidenwürmern, Käntha- riden, Gallwespen, Gold, Silber, B.upfer, Eisen, der schönste Marmor und andere Metalle und Mineralien, die aber mei- stens todte Sehätze sind. Salz ist in den nördlichen Provinzen in ungeheue- rer Menge vorhanden. Volksmenge: zwischen 7 bis 8 Mill:, wovon die Osma- nen und Tataren etwa Y,, die Griechen I/; und die Slawischen Nationen(Bul- garen, Serben, Bosniaken, Kroaten), dann Wlachen, Armenier, Juden, Zi- geuner und Franken den Rest ausma- chen mögen. Hauptreligionen sind der Islam ‚als herrschende Religion, die christlichen Sekten, besonders Griechen, Armenier und Kätholiken, und der Mo- saismus; Hanuptsprachen die Türkische, Arabische, Neugriechische, Wlachische und einige Siawische Dialekte. Im Ganzen sind diese herrlichen Länder, einst der Sitz der Kultur u. des mensch- lichen Wissens, unter der Herrschaft der Osmanen tief herabgesunken; Fana- tism und Despotism ersticken jeden Funken von Industrie, derirgendwo aufzublicken wagt, und mit jedem Jah- re greift Verödung des Landes und Ver- wilderung des Menschen. weiter um sich, nd-doech, was könnten diese Länder nicht seyn! Bei der grölsten Vernachlässigung liefert der Ackerbau nicht allein den RKornbedarf, sondern auch Waizen zur Ausfuhr., Wichtig ist der Tabaksbau in Salonik, der Baum- wollenbauund die Seidenkuliur; Oel u. edle Früchte, Korinihen, Wein, lie- fert: der Boden ohne viele Mühe, und die Viehzucht ist das Hauptgewerbe fast aller Nationen, die das Reich be- wohnen. Auch unterhalten die Osma- nen im Orbelus+einen wichtigen Berg-