Teil eines Werkes 
2 (1817) L-Z : mit einigen Nachtr.
Entstehung
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Minister des Innern untergeordnet list. Die übrigen Ministerien und Ministe- Yialverwaltuugen sind: des Kriegs, der Marine, der Finanzen, des Wasserstaat®, des Handels und der Kolonien, des öf- fentlichen Unterrichts(der Staat besitzt Universitäten:' Brüssel, Leyden, Utrecht und Gröningen, 4 Athenäen, 100 Kollegien und gelehrte Schulen, 1 kön. Institut zu Amsterdam, ı königl. Aka- demie der Wissenschaften und schönen Künste zu Brüssel, viele andere gelehrte und Kunstinstitute), des Kult, der indi- rekten Steuern, der Domänen, Convois und Licenzen, der Jagd und Fischerei, der Posten und der Polizei. Die Land- macht besteht aus ı7 Divisionen Infan- terre zu 68 Bataillonen ohne Depots, ı Regiment und ıı Bat. für Ost- u. West- indien, 4 Schweizerreg., 10, Garnison- komp., ı Reg Nassauischer Infanterie, 14 Bat. Artillerie, ı Korps leichter Artıl- ierie, ı Bat. Pontonniere, dem Genie- korps, 3Reg. Karabiniers, 2 Reg. leichter Dragoner, 3 Reg. Husaren, ı Regiment Landwehrkarabiniers'und der Mare- chaussee sämmtlich etwa 60,000 Mann stark, unter© Generalkommandos oder - Militärdivisionen vertheilt. Die Marine zählt ı2 Linienschiffe und 50 Fregatten, Korveiten n. s. w. Die Einkünfte betru- gen 1816 59,700,782, die Ausgaben 82 Mill. Holiänd. Gulden.- Die Staatsschuld ist Aäufserst ansehnlich'u. beläuft sich auf mehr als 1,600 Millionen Holländ. Gul- dne, wovon die aufgeschobene allein 1,131,600,137 Gulden ausmacht. Die Ko- lonien, welche die Niederlande noch besitzen, sind 1) in Asien: das General- ouv.. Batavıa mit den Gouv. Amboina, Banda, Teernate, Malaka und Makassar, so wie den Direktorien von Coroman- del-und Persien; 2)in Afrika: 13 feste Plätze auf Guinea; 3) in Amerika: die Kolonie Surinam; 4) in Westindien: die Inseln Curassao,$S. Eustaz und$. Mar- tin; sämmtlich 5,236 QM. mit 2,800,000 E. (Alm. Roy. des Pays-bas pour 1817. Wei- lands Charte der Niederlande. Weimar, 1817.)-*| Niederländer, drei stammverwandte Europ. Völker Deutschen UMPEANGT" ı) Holländer. im eigentlichen Hol- land, Zeeland, Utrecht, Geldern, Over- yssel, Drenthe und Nordbraband, ur- sprünglich Batavier.u. wahrscheinlich Stammgenossen der Katten, die noch jetzt einen Niederdeutschen Dialekt re- den; ein robustes, muskulöses, kräfti- ges, gegen die Witterung abgehärtetes u. zu allen Strapatzen taugliches Volk, das. ein aufserordentl. Pflegma,, ein zurückhaltender mifstrauischer Charak- ter und ein ernstes kaltes Aeulsere aus- zeichnet. Der Holländer ist mehr klug, als gewandt, mehr wahrheitsliebend, als geschmeidig, mehr artig u. freundlich, als höflich und gefällig; sein Verstand ist weder umfassend noch erhaben; aber sein Urtheil meistens treffend; er ur- theilt' richtig, aber man mufs ihm Zeit dazu lassen; er hat nichts Liebenswür- diges, aber viel Gerades und Biederes in Manier und Haltung; er ist Kauf-

mann, Liebe zum Gewinne ihm angebo-

ren, und für Gewinn bietet er Alles auf, geht jeder Gefahr.entgegen und ist . selbst guter Matrose und Soldat: Geiz und Habsucht gehen ihm über Alles. Sein. Vaterland, seine Moräste, seine Kanäle sind ihm unendlich theuer, und wo er sich hinwendet, dahin verpilanazt er. die Eigenthümlichkeiten seines Lan-

Nie

des.' Mäfsigkeit und Reinlichkeit sind

seine gepriesensten u ee keiiı Volk erreicht ihn an Enthaltsamkeit des Genusses und an Einfachheit der

Lebensart, und blols der Britte gleicht ihm an Reinlichkeit.

2) Friesen in Westfriesland, Fries- land, Gröniugen, auf den Eilanden im Meere und im Zuidersee. ‚Sie unterschei- den sich von den Holländeru meistens nur durch Dialekt und Tracht, und kommen in Sitten und Charakterzügen mit ihnen überein. i mehr auf Ackerbau, Viehzucht und Fi- scherei, als auf den Handel.

Belgen oder Wallonen, der dritte, ebenfalls Deutsche Volksstamm, wel- cher in: den südlichen Provinzen zu Hause gehört, und entweder Franzö- sisch und Wallonisch, oder(in Lüttich, Limburg, Luxemburg) ein verdorbeneg Deutsch redet. Sie haben sich im Gan- zenmehr französirt, als irgend ein Deutscher Volksstamm, doch manche Deutsche, Tugend, zugleich aber auch ihr Pfleefha gerettet, und zeichnen sıch von ihren nördl. Mitbrüdern vorzüglich durch einen Anstrich von Bigotterie aus.

Niederlausitz, der nördliche Theil der Lausitz, welcher gegenwärtig ganz an Preufsen gekommen und unter die Rgbz. Liegnitz und Frankfurt vertheilt ıst,

Niederlibich, Oester. D. im Böhm. Kr. Leutmeritz, mit ı37 H. und Baum- wollenzeuchweberei, besonders in Nan«- guins, Kattunen, Manschester.

Niederloire, Franz. Departement im nordwestlichen Frankreich, zwischen 159 6° bis 160 39" östl. L. und 469 44° bıs 47° so'n, Br., im N. an Ille- Vilaine, im U. an Maine- Loire, im$S: an Vendee, im W.an den Ozean, im N. W.an Morbi- han gränzend, 137,36 QM. grols. Öber- fläche: meistens eben, mit einigen- geln, die Küste flach. Boden: strich- weise fruchtbar, im Ganzen von mittlie- rer Güte. Gewässer: Loir®, Don, Isac, Erdre, Tenn; ı Binnensee Crandlieu;

88 Teiche; ein angefangener Kanal von

antas nach Brest; vieie Moräste.' Rli- ma: gemälsigt und milde, aber feucht. Produkte: Getraide, Hülsenfrüchte,- ben, Kohl, Wein, Obst, Kastanıen, et- was Flachs und Holz, die gewöhnlichen

Hausthiere, Wild, See- und Fiufsfische,

Bienen, Eisen, Steinkoblen, Marmor, Baisalz. Volksmenge 1810: 407,827, wor- unter etwa 8,000 Protestanten. Die Ka»

tholiken besitzen 45 Pfarr- und.ı74 Suk-

kursalkirchen. Nahrungszweige: Acker- bau, welcher jedoch nur auf6 Monate Korn liefert(1,303,690 Zentner),:Weın- bau, welcher den Reichthum des Lan- des ausmacht(jährlich 666,755 Barikken, 3,111,524 Gulden werth),; Obstbau, gute Rindviehzucht, Loirefischerei, etwas Bergbau auf Eisen(an Gulseisen 7,259, an Stangeneisen 9,260 Zentner) u, Stein- kohlen(200,000 Zentner), Baisalzschläm- merei(jährlich 521,871 Zentner) und ein unbedeutender Kunstfleils, Ausfuhr: Nanteser Wein, Branniwein, Salz, EFi- sche, etwas Zwillich, Leinewand, Eisen- waaren und Nanteser Fabrikate. Staats- verbindung: die Provinz sendet 4. Dep. zur Kammer und gehört zur ı2. Militär- dıvision, zur5. Forstkonservation, zur Diözese von Nantes und unter den kön. Gerichtshof zu Rennes, Eintheilung:

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