Teil eines Werkes 
2 (1817) L-Z : mit einigen Nachtr.
Entstehung
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Niederingelheim, Hess. Mfl. in der Rheinpsovinz, mit 1,137 E. Ruinen ei- nes Palastes, den einst Karl der Grofs®e bewohnte, z

Niederlande, Europ. Königreich zwi- schen 209 16° bis 240 34°.6. L. und. 499 50 bis 530 34° n. Br., ein völlig zusammen- hängendes und geschlossenes Laad, in der nördlichen Hälfte der gemäfsigten

Zone, Gränzen: im N. das Deutsche Meer, im. Hanover und die Preuls.

rov. Wesiphalen, Kleve Berg und Nie- derrhein, im S. Frankreich, ım W. das Deutsche Meer. Areal: 1,148,57 ‚QM., WOoVon.527,96 auf die südl., Z12,;,r7 auf die

.nördl. Prov. und 108,70 auf das Grolsher-

zogthum Luxemburg kommen. Überflä- che: völlig eben, im N. so niedrig,. dafs das Land gegen die Fluthen des Neeres durch kostbare Deiche gejleckt werden muls. Blofs am südlichen Saume sieht man Anhöhen. Boden; meistens frucht- bar, imS. Kornland, im N. Weide, Stei- nigen u. sterilen Boden haben Luxrem- burg und ein Theil von Lüttich, Hen- negau und Namur Haidestriche und viele Moräste sieht man in Nordbraband, Geldern, ÜOveryssel und Drenthe. Ge- birge: blofs der Ardennenwald im S.©. Gewässer: das Deutsche Meer mit dem Zuidersee, der durch das Y, dessen Aus- Zufs Pampus heifst, mit dem Haarle- mermeer zusammenhängt; die Meerbu- sen Biesbosch und Doilart; der Rhein zuit seinen Armen; die Maas, Schelde, Ems und viele geringere Flüsse; eine Menge Kanäle, welchedas Land nach allen Seiten durchschneiden und eine ununterbrochene Schiffifahrt herstellen; das Mineralwasser zu Spsa u.a. Klima: gemäfsigt, aber die Luft dick, nebelig, feucht und veränderlich, und mancher Prov. fehlt es an allem Quellwasser, Produkte:, Hülsenfrüchte, Flachs, Hanf, Rübsaamen,' Tabak, Hopien, Krapp, Obst, Wein an der Mo- sel, schöne Blumen, Holz(blofs im Ar- dennerwalde), trefliche Pferde, Rind- vieh, Schaafe, Schweine, Federvieh, Kleinwild, See- und Flufsfische, Au- stern, Bienen, Eisen, Steinkohlen, Blei, Galmei, Thon, Pfeifenerde, Torf. Volks- menge nach dem Alm. roy. von 18ı7: 5226,859 Ind., wovon 2,900,755 auf die südl,, 2,116.159 auf die nördl. und 209.945 anf das Grofsherzogthum Luxemburg kommen. Die Hauptmasse der Einwoh- ner ın den ‚südlichen Provinzen und Luxemburg besteht aus Wallonen,,. die Französisch oder ein Deutsch Franz. Paois reden und sich zur kath. Reli- gion bekennen, in den nördlichen Pro- vinzen aus Holländern oder Friesen,. die sich zur reform. Religion bekennen u,

Holländisch oder Friesisch reden; doch

findet man aber auch unter letztern viele Katholiken, Lutheraner, Mennoniten, Jansenisten und andere Religionspar- teien,, die einer ungestörten Ausübung ihrer Religion genielsen. Die Katholi. ken haben Erz und Bischöfe; eben so die Jansenisten; die Reformirten sind unter mehrere Synoden vertheilt. Nah- Tüungszweige: Ackerbau ist in den süd- lichen, Viehzucht in den ‚nördlichen Provinzen Hauptbeschäftigung; in letz- tern findet dabei eine ausgebreitete Fi- schereiStatt. Mehrere Zweige des Kunst- fleilses sind über das ganze Reich ver- breitet, und wenn die Niederlande auch gegenwärtig in dieserHinsicht das nicht mehr sind, was sie vormals waren, so Schören sie doch noch immer zu den

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industriösesten Ländern Europas, und stehen im Ganzen wohl nur den Brit- ten nach; Holländische Leinewand, Brüsseler Spitzen, Lütticher Leder, Goudaer Pfeifen behaupten noch im- mer ihren alten Ruf. Handel: äufserst ausgebreitet, wenn Holland gleich nicht mehr wie vormals den Faktor von Eh- ropa macht.- Der Handel ıkeilt sichin Land-, See- und Kolonialhandel; die Schifffahrt ist sehr beträchtlich, und Holländische Kauffahrer segeln fast nach allen grofsen Häven der bekann- ten Erde, Stiaatsverfassung: eine einge- schränkte Monarchie, an deren Spitze ein in dem Hause Oranien- Nassau erb- licher König steht.. Sein Thronfolger führt den Titel Prinz von Oranien; die Civilliste des Monarchen beträgt 2,400,0c0 Gulden. Der König, in dessen Hände die ganze vollziehende Gewalt gelegt ist, theilt die Gesetzgebung und das Be- steurungsrecht mit den Leneralstaaten, die sich in 2 Körper oder Kammern ver.

sammeln: der ersten, weiche aus nicht

weniger als 4o und nicht mehr als 609 von dem Monarchen aufihre Lebensdauer ernannten Mitgliedern besteht, und der zweiten, die aus 110. von üen Provinzial-

staaten ernannten Mitgliedern gebildet

wird, Die Staaten der Provinzen wer-. den aus denEdeln oderRittern, aus den Deputirt. der grofsen Städte, und den Deputirten von der Klasse der Land- leute zusammengesetzt. Die General- staaten versammeln sich abwechselnd in den beiden Hauptstädten Haag und Brüssel, Der Titel des Königs ist blofs: König der Niederlande, Prinz von Ora- nien, Grolsherzog von Luxemburg; das Wappen ein goldgekrönter aufrecht ge- hender Löwe im blauen Felde, derin der rechten Pratze ein Schwert, in der lin- ken das Bündel mit den ı8 Niederländi.- schen Pfeilen hält. Der Staat hat 2 Rit- terorden: den militärischen Wilhelms. und den Löwenorden, letzteren zur Be- lohnung des Givilverdienstes. Staats- verwaltung: der König besitzt die ganze vollziehende Gewalt; die höchsten Cen- tralbehörden sind: ı) der Staatsrath, aus. den Prinzen vom Geblüte, 2r Staatsrä- then im ordentl., 25 im aufserordentli- chen Dienste, 23 Referendaren und 6 Kommissären bestehend; 2) der Kabi- netsrath, welcher aus den Ministern u. den Chefs der Ministerialdepartemente zusammengesetzt ist; 3) die beiden ho- hen Kechnenkammern; 4) dieDomänen- kammer;,) der Handelsund Kolonien- rath; 6) der Münzrath und 7) der hohe Adelsrath, An der Spitze der Justiz- verwaltung steht der Justizminister. Die obersten Instanzen bilden die 3 ho- hen Gerichtshöfe zu Haag, Brüssel und Lüttich;«er hohe Gerichtshof für die Finanzen und der hohe Militärgerichts- hof, in zweiter Instanz sprechen-die. Tribunäle erster Instanz, in unterer die

Friedensgerichte. Aulserdem giebt es Handelstribunäle. Das Königreich ist in ı8 Provinzen eingetheilt, die in fol- gender Reihe folgen:.ı) Nordbraband,

2) Südbraband, 3) Limburg, 4) Geldern,

Lüttich, 6) Ostflandern , 7) Westflan=- ei 8) Hennegau, 9) Holland, ı0) Zee» land, ı) Namur, ı2) Antwerpen, 135) Utrecht, ı4) Friesland, 15) Overyssel, 16) Groningen, ı7) Drenthe, 18) Luxemburg. Jede dieser Provinzen zerfällt in Bezir- ke, und diese in Kantone oder Friedens-

erichte. An der Spitze einer jeden rovinz steht ein Gouverneur, der dem