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zu ſeiner Zeit dagegen gebrauchte. Celſus(Aurelius Cornelius, den man wegen ſeiner ſchoͤnen Schreibart den Cicero der Aerzten und den lateiniſchen Hippocra-
tes nannte) im 1ten Jahrhundert empfahl das Aus⸗
brennen der Wunde mit gluͤhendem Eiſen(das Caute- rium) als das ſicherſte Mittel. Publius Negetius in ſeiner arte veterinaria f. Mulomedicina Lib. V. 84. hat ebenfalls ein eigenes Capitel von der Hundswuth, worin er ſagt: Locum qui morſus eſt, ferreis, vel quod utilius eſt cupreis cauteriis urito. Er kannte die auf den tollen Hundsbiß folgende Waſſerſcheue: hydrophobos facit canis rabioſi morſus, et convertit in rabiem. Innerlich empfiehlt er als Specificum (ſpecialiter prodeſt) die Wurzel der Hundsroſe Roſa canina(die alſo wohl davon den Namen hat,) zer⸗ quetſcht, mit altem Wein uͤbergoſſen, zu trinken, auch zerquetſcht, aber ohne Zuſatz von Wein auf die Wunde ſelbſt zu legen. Hac fola ratione, ſetzt er hinzu, nec hydrophobus fiet, et imminens diſcrimen evadet.
Wollte Gott: es waͤre wahr!
Dieſe ſchreckliche Krankheit findet man nicht a) in den heiſeſten Laͤndern.
So iſt ſte nach Molina nicht in Chili, nach Poi⸗ ret nicht in Algier, wo doch die Hunde beſonders grauſam ſind, und ſogar menſchliche Leichname aus⸗ graben und freſſen. Nach D. Lichtenſtein findet man ſie nicht am Cap de bonne eſperance, und er glaubt, daß das Natrum haltige Waſſer dazu beitrage. Sie findet ſich ferner nicht zu Jacatara in Oſtindien, wo doch die Hitze ſehr groß iſt; nicht in dem heiſen Aegypten nach Proſper Albinus, Sonini, Volney, Frank und Larrey. Dort liegen die Hunde den gan⸗ zen Tag im Schatten, und ſtreifen nur des Nachts auf dem Feld umher, um Aas aufzuſpuͤren. Sie werden nur einmahl im Jahr und zwar nur auf kurze Zeit läufiſch, ſind ſehr friedlich, und beiſſen ſich ſelten un⸗ ter einander.
b) Die Hundswuth iſt aber auch nicht in den kaͤlteſten Laͤndern.


