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Der Hund, seine verschiedenen Zuchten und Varietäten, Geschichte seiner Verbreitung und Schicksale, Erziehung, Benutzung, Krankheiten und Feinde / von Friedrich Ludwig Walther
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und noch halten die Nomaden des Morgenlandes Vieh⸗ hunde bei ihren Heerden in ihren Lagern.*)

So wie nun der Hund im Morgenland ein ver⸗ chtliches Thier war; ſo ward es auch fuͤr eine Be⸗ ſchimpfung gehalten, Jemand einen Hund zu heißen. Allein dieß iſt auch bei uns der Fall, und gerade die niedrigſten, poͤbelhafteſten Schimpfwoͤrter ſind bei uns vom Hund hergenommen. Auch war im Mittelalter das Hundetragen vorzuͤglich eine Art von Lehn⸗ ſtrafe, womit man auch groſe Vaſallen belegte.**) Die erſten Spuren dieſer Strafe ſindet man unter

Otto dem Großen. Friedrich I. brachte ſie auf dem Reichstag zu Worms bei dem Erzbiſchoff Arnold von Mainz und dem Pfalzgrafen Herrmann wieder in Gebrauch. Beide hatten die oͤffentliche Ruhe geſtoͤrt, und wurden zu der Strafe verdammt, einen Hund 4000 Schritte weit auf dem Ruͤcken zu tragen. Dem Erzbiſchoff erließ er die Strafe wegen hohem Alter, aber Herrmann und 10 ſeiner Anhaͤnger mußten ſich

ihr unterwerfen.

Auch in Marocco iſt, wie Hoͤhſt berichtet, eine äͤhnliche Strafe uͤblich. Ein Scheriff, den man be⸗ rauſcht ertappte, wurde zur Strafe ruͤcklings auf ei⸗ nem Eſel reutend, mit einer Meerkatze auf der einen, und mit einem Hund auf der andern Seite, durch die Gaſſen der Stadt gefuͤhrt.

» Dedmanns vermiſchte Sammlungen aus der Naturkunde. Heft V. ao.

**) Knoetſchker diſſ. de KuyoꝓOονονια. 1992. Wachteri 75 Glofſariam ſ. v. Hundsfott. Wenz im allgemeinen An⸗ eiger. 1816. S. 759. Von dieſer Strafe des Hundetragen leiten Einige das Wort Hundsfott ab. S. auch Friſch.

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