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Nach Garcillaſſo gab es verwilderte Hunde Euro⸗ paͤiſcher Art zu Anfang der Spaniſchen Eroberungen
b auf den Inſeln Cuba und Domingo.
Auch in Paraguai ſind die Europ. Hunde verwil⸗
nen, durch die Leichtigkeit von dem Fleiſch der in je⸗ nem Lande in groſen Heerden verwildert lebenden Pfer⸗ de, Rinder und Eſel, welche ihre Jagd ausmachen, zu leben, ganz erſtaunend vermehrt, ſo daß ſie beſon⸗ ders den Rindviehhandel beeintraͤchtigen. Man ſah ſich ſogar einmal genoͤthigt, Truppen gegen dieſe kuͤhnen und boͤſen Thiere ausmarſchiren zu laſſen. Sie tragen die verſchiedenen Farben und Formen wie unſere Hunbe. Nur Bullenbeiſſer, Doggen, Metzgerhunde und Pudel findet man nicht unter ihnen. Ein Man⸗ gel, der deswegen merkwuͤrdig iſt, weil gerade der Schlag von Hunden, den die Spanier damahls mit nach Amerika nahmen, um ſich hier auf eine hoͤchſt grauſame Art, in ihren Gefechten gegen die armen nackten Indier zu bedienen, von der groſen Art der Doggen war.*) Sie finden ſich jetzt trotz der reinli⸗ chen Fleiſchſpeiſen doch nur von mittlerer Groͤſe. Ih⸗ ren Raub wittern ſie weit aus. Gezaͤhmt zeigen ſie groſe Wachſamkeit und Trene gegen ihre Herrn. Sie graben ſich Hoͤhlen, bringen 10 bis 12 Junge, und werden dort nie toll.**)
GC. Canis familiaris ſubvagus, der Wildfang. Zu den Hunde⸗Wildfaͤngen rechnen wir alle Hun⸗
de, die wie die Hunde der Tuͤrken, Aegypter und Pa⸗ rias in Oſtindien, zwar unter Menſchen, aber herrnlos
leben. In Abeſſinien trifft man nach Salt(S. 452)
zweierlei Hunde an. Die eine Art hat wie die Hunde der Parias in Indien keinen Herrn, ſondern gehoͤrt in
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*) Ja ſelbſt die gemachten Kriegsgefangenen ließen die Spanier von dieſen groſen Hunden zerreiſſen.
**½) Azaras Reiſen in Südamerika. S. 136. 1 71
Sie haben ſich daſelbſt in den weitlaͤufigen Ebe⸗
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