22 Wein, reinigte und befeuchtete die truͤben verschwol⸗ lenen und eiternden Augen oͤfters mit frischem Was⸗
ser, machte den Thieren maͤßige Bewegung, zog sie in einen luftigen Stall und hielt ihnen recht oft rei⸗
nes— auch abwechselnd Mehlsaufen vor— denn
immer fand ich, daß die Thiere, wenn auch keinen
8 Appetit zum Futter, doch Neigung zum Saufen hat⸗ ken, und stellte so alle meine Seuchekranken her, zu
welchem Zweck gewiß auch das oͤftere Saufen von reinem frischen Wasser sehr dienlich war.
Miobchten Sie mich, wenn ich in der Behandlung fehlte, belehren und die Versicherung annehmen, daß
5 mit aller Hochachtung bi bin ꝛc.
ueber die jezt herrschende pferdeseuche
ä von J. G. Naumann, Professorn an der Thierarzneischule in Berlin.
Die jetzt herrschende Seuche unter den Pferden ist ein Nervenfieber, und ist ansteckend. Es ist mit
falscher Halsentzuͤndung i Leberentzuͤndung, zuweilen auch mit Darmentzuͤndung, jedoch mit lezterer Außerst
selten verbunden. Diese Krankheit ist aber nur dann toͤdlich, wenn entweder eine falsche Behandlung statt gehabt, oder
*
3


