Teil eines Werkes 
3 (1728) Thesaurus Sanitatis
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126 Singrüͤn. Ingrůn

Das Kraut mit Ankeß und Fenchel geſot ten in friſchem Waſſer, bringet Weibern die verlohrne Milch wieder. 5 Es iſtdieſes Kraut auch fuͤrtrefflich gut zu dem verletzten Halſe, der gleichen faſt keines zu finden, und ſo ſich die Fluͤſſe auf den Zapffen legen, daß zugleich die Mandeln davon ſchwel⸗ len, alſo, daß der Menſch vermeiner er werde davon erſticken muͤſſen, ſolches in Waſſer ge⸗ ſotten, und damit gegurgelt, ziehet mit Ver⸗ wunderung den Schleim aus dem Halſe, und machet wieder Lufft; Es muß aber ſolch Kraut mitten im Sommer geſammlet werden. Was dieſes Krautes Natur anlangek, ſo

ſchreiben die Autores davon unterſchiedent Apolinaris und Dodonæus halten dafuͤr, es

ſey warm und trocken im z. Grad; Matthio- lus aber haͤlt es fuͤr kalt, trocken und adſtringl⸗ rend, dahero ſie auch in dem Bauchfluß/ ro⸗ then Ruhr ꝛc. es loben. Allein dieſes alles wol⸗ len einige auch nicht glauben, dieweil es wedet kuͤhlet noch adſtringiret, und allſo in Bauch⸗

fluͤſſen und rothen Ruhr nicht ſicher gebrauchet

werden konne, indem es vielmehr duͤnn ma⸗ chet, relolvirt und eroͤffnet. Dahero man auch in Verſtopffung der Monath⸗Reinigung

nichts beſſers geben kan, als daß man gemeldte

Blätter in Wein inkundiret und koche, und um gebuͤhrende Zeit giebt. Man kan es auch als eln Epithema in Mangel der Milch uͤber die Bruͤſte ſchlagen, ſo wird es eine groſſe Menge „Milch zeigen; leget man es aber in Form eines

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