Teil eines Werkes 
3 (1728) Thesaurus Sanitatis
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8 Stabwurtz.

Stein befunden worden, da der Urin lange

verſtopfft geweſen iſt. Die Lauge davon

dienet zum Haar ausfallen machen, der

Saffft aber mit Dillen⸗Gehl vermiſchet,

machet das Haar wachſen, wenn die Staͤte

damit beſtrichen wird. Theils Weiber legen

die Kraͤuter davon den Kindern in die Wiege,

daß ſie darnach ſchlaffen ſollen, legens auch in

der Eheleute Betten, denen durch Jauberey

ein Poſſen gemachet iſt. Den Saamen

aber kan man den Kindern wieder die Wuͤrme

an ſtatt des Wurm⸗Saamens eingeben. Ubri⸗

gens wird aus den Blaͤttern und obern Spi⸗

Waſſer und zen ein Waſſſer diſtilllrt, welches mit dem

deſſen Wuͤr⸗ Kraut gleiche Wuͤrckung hat, und dienet wie⸗

ckung. der Scorpion- und Spinnen ⸗Stich, mit

Tuͤchern aufgeleget; treibet den Harn, be⸗

foͤrdert Monathliche Reinigung; toͤd⸗

tet die Wuͤrme, dienet wieder Harn⸗Win⸗

de, iſt auch gut wieder Engbruͤſtigkeit und

kalten Huſten, wieder Sertzgeſpan, und das ſchwere Gebrechen.

Die Alten haben auch einen Wein daraus

Wein.

bereitet, aber ſolcher wird itziger Zeit gar ſelten

gebrauchet. Die Conſerv wird wie die von Wermuth, aus den oberſten Theilen und Blumen gema⸗ chet, kommet aber ſelten in die Recepta. Dem Gehl, ſo aus dem oberſten Theil in gemein Oehl infundirt wird, ſchreibet man eine

Eonſerv,

Oehl.

ſonderbare Krafft zu, die Mutter zu ſtaͤr⸗

cken. So dienet ſolchs auch wohl den lah⸗ men

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