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gelesen haben und dann noch meinen, ich wüsste nicht, dass das Wort Contact-Wirkung von Mitscherlich stammt. Uebri- gens erklärt dies Wort zwar auch nichts, aber bezeichnet am einfachsten die Thatsache selbst und deshalb halte ich dieses Wort noch für das beste. Ich habe ferner nirgends in meiner Schrift„Mitscherlich's gründliche chemische Erklärungen“ hervorgehoben. Hätte ich das aber auch ge- than, so würde das nichts beweisen, als dass ich nicht so beschränkt bin, um immer in verba magistri zu schwören, dass ich einen Mann schätzen kann, ohne deshalb blind gegen seine Fehler zu seyn, weil ich gewohnt bin, selbst zu urthei- len und nicht blos nachzubeten.
„Wenn Pilze in einer gährenden Flüssigkeit entstehen, so lassen sich diese mit dem Mikroskope sehen; daran lässt sich nicht zweifeln; aber nicht das Mikroskop, sondern nur ein gesundes Urtheil lehrt uns, dass die Entstehung der Pilze über den Vorgang bei der Gährung, welcher ein rein chemischer Process ist, eben so wenig Aufklärung geben kann, als der Schimmel eines Galläpfel-Auszugs über die Bil- dung der Gallussäure; und es ist eine solche Verwirrung der Begriffe nicht nur von Liebig, sondern auch von Berzelius gerügt worden. Indessen lassen sich beide Männer gern be- lehren, und desshalb sollte Schleiden seine chemischen Ver- suche, von welchen er spricht, ja der Welt nicht vorenthalten, sondern sie ausführlich bekannt machen.“
Wenn die genannten Männer wirklich in der Sache eine Begriffsverwirrung fänden, was sie aber nicht thun, sondern Herr W., so bewiese das nur ihre eigne grosse Be- griffsverwirrung und chemische Einseitigkeit, die sie von „rein“ chemischen Processen sprechen lässt, welche wir gar nicht kennen, indem sich beständig wenigstens elektrische und thermische Processe damit verbinden, dass es aber eben noch die Frage ist, von welcher Art der Gährungsprocess sey, ob rein chemisch, oder zugleich chemisch und organisch, oder rein organisch, geht schon aus den verschiednen Erklärungsversu-
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