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Offenes Sendschreiben an Hrn. Dr. Justus Liebig in Giessen, eine gegen mich gerichtete Anmerkung im Juniheft der Annalen der Chemie und Pharmacie betreffend : nebst einigen Bemerkungen zu der Schrift: Ueber Liebig's Theorie der Pflanzenernährung und Schleden's Einwendungen gegen dieselbe von Karl Winkelblech, Professor in Kassel / von M.J. Schleiden, Dr., ausserordentlichem Professor in Jena
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Liebig's Theorie der Pflanzenernährung und Schleiden's Ein- wendungen gegen dieselbe. Liebig's Theorie der Pflan- zenernährung habe ich bis auf einen Punct, der ganz entschie- den falsch ist, gar nicht angegriffen, sondern seineOrgani- sche Chemie etc. Nun kann aber Jemand eine sehr richtige Ansicht von der Pflanzenernährung haben und doch ein sehr schlechtes Buch schreiben, das ist wohl nicht in Abrede zu stellen. Sodann habe ich eben bestritten, dass L. eine eigne Theorie der Pflanzenernährung aufgestellt und behauptet, dass er zu dem, was wir schon wussten, höchstens noch Beiträge geliefert, und dass es verkehrt sey, wenn Hunderte ein Capital zusammengeschossen, zu sagen, es rühre von dem her, der den letzten Thaler zugelegt. Damit mich ja Niemand missverste- hen möge, habe ich mich ausdrücklich S. 10 meiner Schrift verwahrt:

Ich mache hier ausdrücklich darauf aufmerksam, damit

mir nicht Einer einen Vorwurf daraus mache, dass ich Liebig

wegen Ansichten angegriffen, die ich anderswo selbst verthei- digt. Ich habe es hier nicht mit der Pflanzenphysiologie zu thun, sondern mit dem Nachweis, dass er die Aufgaben dieser Wissenschaft durchaus nicht verstanden und wenigstens in dem gegenwärtigen Buche durchaus keinen wesentlichen Beitrag zu ihrer Lösung gegeben habe.

Das Schriftchen des Herrn W. selbst, 30 Seiten, zerfällt in drei ziemlich gleiche Theile, wovon der erste Theil Liebig, der zweite mir und der dritte der Philosophie gewidmet ist. Der erste zerfällt wieder in zwei Theile, eine allgemeine Lob- rede auf Liebig und einige allgemeine Bannstrahlen gegen mich. So weit ich berührt bin, will ich es der Vergessenheit über- geben, wobei ich es L. überlassen muss, ob er dem Herrn W. sein Lob und seine Vertheidigung verzeihen will. So weit da- gegen irgendwie die Sache selbst berührt ist, folge ich dem Verfasser Satz für Satz.

1.Hätte Schleiden doch bedacht, wie wenig es einen jungen Gelehrien, selbst wenn das Recht vollkommen auf seiner