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Offenes Sendschreiben an Hrn. Dr. Justus Liebig in Giessen, eine gegen mich gerichtete Anmerkung im Juniheft der Annalen der Chemie und Pharmacie betreffend : nebst einigen Bemerkungen zu der Schrift: Ueber Liebig's Theorie der Pflanzenernährung und Schleden's Einwendungen gegen dieselbe von Karl Winkelblech, Professor in Kassel / von M.J. Schleiden, Dr., ausserordentlichem Professor in Jena
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verborgen. Nachdem nun jeder Gegenstand einen Theil von dem, wenn auch schwachen Lichte empfangen hatte, so schreien nun viele, dass das Licht in dem Zimmer nichts Wesentliches geändert habe, der eine hatte dies, der andere jenes schon gekannt und benutzt, zusammen hatten Alle das vorhandene schon gefühlt und betastet. Die Chemie, dieses Licht der Er- kenntniss*), wird aber ohne Nachtheile aus diesem Raume nicht mehr entfernt werden können. Dieser Zweck ist vollkommen erreicht. J. L.

Ich will Ihnen über das Unwürdige und Unpassende der ausgeführten Gleichnisse keine Vorwürfe machen. Sie liessen sich vielleicht eben so gut umkehren. Mit vieler Mühe haben die Anstrengungen ausgezeichneter N aturforscher durch ein sehr schwieriges Terrain einen Weg zu bahnen gesucht, da kom- men Sie plötzlich, nachdem die Hauptschwierigkeit überwunden, nennen jene Männer dumm und unwissend, werfen Alles über den Haufen und wollen einer einseitigen Ansicht zu Liebe einen neuen Weg anlegen. Aber überall ist es in wissenschaftlicher Rede wider den guten Geschmack, Gleichnisse zu gebrauchen;

durch sie wird gar nichts bewiesen, sondern höchstens ein

Schwächling, dem's an eignem Urtheil fehlt, überredet, aber nicht überzeugt.

Sie weisen aber in der Anmerkung vornehm jede Erwie-

*) Ich bemerke Ihnen hierbei, Herr Liebig, dass schwerlich einer Ihrer Leser so unwissend ist, um nicht zu wissen, wie Saussule die Chemie in die Agricultur eingeführt habe, wie lange vor Ihnen viele ausgezeich- nete Chemiker sich daran gemacht haben, die beim Landbau entstehenden Fragen chemisch zu lösen, z. B. DauyY, wie überhaupt die Chemie kein Licht ist, welches das Ganze beleuchtet, weil bei der Agricultur noch die ganze Physik und Physiologie ebenfalls in Frage stehn, sondern höchstens eine Blendlaterne, die einige Puncte hell erleuchtet, andre aber eben we- gen des einseitigen Lichts in so grösseres Dunkel sctzt. Nun mögen Sie in der That das Verdienst haben, diese Leuchte noch auf einige Puncte ge- richtet zu haben, die vorher unbeleuchtet waren, aber Nieman d, der nur halbwegs die Geschichte der Wissenschaft kennt, wird Ihnen, so oft Sie es auch versichern, und grade deshalb am wenigsten glauben, dass Sie eine

neue Epoche der Wissenschaft herbeigeführt, dass Sie mehr gethan, als einige Beiträge geliefert.

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