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Chirurgische Anatomie und Operationslehre für Thierärzte / von Dr. E.F. Gurlt und Dr. C.H. Hertwig, Professoren an der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin
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Tafel III.

Figur 1. Der Kopf und ein Theil des Halses des Pferdes, von vorn und oben gesehen; 3 der natürlichen Gröſse.

Die Trepanation der rechten Stirnhöhle und die An- bohrung des linken Riechnerven- Kunollens sind hier dargestellt..

Denkt man sich eine inie von der Mitte des vor- deren oberen Randes der Augenhöhle einer Seite zu der- selben Stelle der andern Seite gezogen, so ist auf die- ser Linie, etwas neben der Stirnnaht in der Mittellinie, der Ort bezeichnet, wo man einbohrt, wenn nur die Stirnhöhle geöffnet werden soll.

Um den Riechnerven-Knollen anzubohren, Behufs der Entleerung des Serums aus den Seitenkammern des Gehirns eines am Dummkoller leidenden Pferdes, wird der Bohrer(oder Trepan) etwas höher angesetzt, als bei der Trepanation der Stirnhöhle geschieht.

Es bezeichnen: 1. die trepanirte rechte Stiruböhle, 2. die trepanirte linke Stirnhöhle; durch diese Oef- nung ist 3. der Bohrer eingeführt, um die Siebplatte des Seeb- beins zu durchbohren, und 4. den Knollen des Riechnervens zu öffnen.

5. Die linke Halbkugel des grofsen Gehirns ist bis auf den Hirnbalken abgetragen und der vordere

Lappen ist abgeschnitten, um den Riechnerven zu sehen. 6. Die rechte Halbkugel ist unverletzt. 7. Der obere Theil der beiden Stirnhöhlen.

Figur 2. Kopf, Hals und Brust des Pferdes von vorn, 1 der natürlichen Grölse.

Die Oeffnung der Luftröhre ist hier nach zwei Methoden dargestellt.

1. Die Hülse des Hayne' schen Luftröhren- Tro- kar's. Der Trokar mit der Hälse ist quer durch die Haut und die Luftröhre gestoſsen, und die Hälse darin zurückgelassen. Unter dieser ist die geöffnete Luft- röhre gezeigt; nachdem nämlich

2. die Haut mit dem Halshautmuskel in der Mittellinie des Halses von oben nach unten durchgeschnitten ist, und

3. die Brust-Zungenbein- un Brust-Schild-

Muskeln in der Mitte getrennt und nach den Seiten gezogen sind, kommt

4. die Luftröhre zu Gesicht; aus dieser sind zwei Ringe zum Theil herausgeschnitten, und die viereckige Oeffnung gebildet, um eine Blechröhre einzubringen.

Tafel IV. Der Bauch und das Hintertheil des Pferdes, von der linken Seite, ¾ der natürlichen Gröſse dargestellt.

Die Bauchhöhle ist an drei Stellen geöffnet, näm- lich vorn und oben zwischen der 14ten und 18ten Rippe, wobei die Rippen erhalten sind, um die Stelle zu zei- gen, wo der Einstich in den Magen zu machen ist. Die zweite Oeffnung, hinter der ersten, ist in der Lenden- oder Nieren-Gegend, zwischen dem 1sten und 5ten Len- denwirbel, dem hinteren Rande der letzten Rippe und dem äufsern Winkel des Darmbeins gemacht, um die Lage des Eierstocks, für die Castration, zu zeigen. Die dritte Oeffnung befindet sich in der unteren Flauken-

gegend, ungefähr 7 Zoll vom unteren Rande des Bau-

ches entfernt, und unter den Knorpeln der letzten fal-

schen Rippen, um die Lage des Grimmdarmes, wegen des Troikarirens, anschaulich zu machen.

1. Ein Theil des gemeinschaftlichen Rippen- muskels(Musc. sacro-lumbaris), dessen hinterer Theil durch zwei Reihen von Punkten bezeichnet ist. Er ist am äufsern Rande des langen Rückenmuskels als ein rundlicher Muskel durch die Haut zu fühlen. Wird dieser Muskel nahe an seinem inneren Rande, zwischen der 14ten und 15ten Rippe, schräg von oben und aufsen, nach unten und innen durchstochen, so gelangt man in

2.2. den Magen, dessen linker Sack zum Theil hier sichtbar ist. An ihm liegt

3 3. die Milz, und hinter ihr ragt

4. das hintere Ende der linken Niere hervor.

5.5. Zwei Windungoh des freien Theiles des ast- darmes.

6. Der linke Eierstock hängt unter dem Querfort-

satze des 4ten Lendenwirbels an dem Eierstocks- bande, in welches

7. die Muttertrompete und

8. die innere Saamenarterie(Arteria spermaloa interna) eingeschlossen sind.

9. Die linke untere Lage des Srimmgarmes. In der rechten oberen Flankengegend ist der Blind- sack des Blinddarmes und die rechte obere Lage des Grimmdarmes leicht zu treffen.

XV.

XVI.

XVII.

XVIII.

II.

III.

IV.

Die vier letzten Rippen.

Die zum Theil abgeschnittenen Querfortsätze des 2ten, 3ten und 4ten Lendenwirbels.

Tafel V. Der Bauch und das Hintertheil der Kuh, in auf-

rechter Stelluns von der linken Seite gesehen, 3 der natürlichen Gröſse.

pie eſene ist in der Hungergrube geöffnet, um den oberen Theil des linken Sackes des Wanstes,

Behufs des Pansenschnittes oder des Einstichs mit dem

Trokar, und des Eierstocks, Behufs der Castration,

zu zeigen.

1. Der nach vorn zurückgelegte Lappen, welcher aus der Haut, den Bauchmuskeln(ohne den geraden) und der Bauchhaut besteht.

2. Der äufsere Winkel des Hüftbeins.

3. Der obere Theil des linken Sackes des Pansens.

4. Bauchhöhle.

5. Der linke Eierstock, welcher am Eierstocks- bande hängt und etwas hervorgezogen ist.

Tafel VI.

Hintertheil des Hengstes, mit den äufseren Ge- schlechtstheilen und dem Schweife; auf dem Rücken liegend. Der Maalsstah ist%¾ der natürlichen Gröſse.

Die Abbildung enthält die Darstellung der bei der Castration, der Bruch-Operation und dem Anglisiren in Betracht kommenden Theile. Daher ist der rechte Ho-