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Svccincta Descriptio Ossium Et Musculorum Corporis Hvmani Ac Horvm Praecive Qvi In Svperficie Corporis Svnt Obvii Methodo Idonea Tabellari Concinnata : cum XIX. Tabulis aeneis / a Christiano Theophilo Hofmann Medic. Doct. Anatomiae Et Chirvrgiae Profess. Pvbl. Ord. in Viniversitate Altorfina Et Ibid. Poliatro, Academiae Imperial. Nat. Cvrios. Et Electoral. Mogvnt. Scientiar. Collega./von Christian Gottlieb Hofmann der Arzneikunst Doktor, der Zergliederungs- und Wundarzneikust öffnetl. ordentl. Lehrer der Universität Altorf, und Stadt-Physikus daselbst, der kaiserl. Akademie der Naturforscher und der kurfürstl. Mainzischen Akademie der Wissenschaften Mitglied.
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ternum; quae cavitates internas obducit, perioſtium vocatur imternum ſive membrana medullaris. Ambae hae tunicae ſen- ſu acutiſſimo ſunt praeditae.

Madulla eſt ſubſtantia pinguis et fluida, in cavitatibus cellulisque oſſium diploëticis ſecreta, oſſibus tenacitatem con- cilians, ct a facili fragilitate illa defendens.

8 quam membranae robuſtae et claſticae. Figura ſunt ad-

modum diuerſa uſuque diverſiſſimo, unde et varia accepe- runt nomina; Winslovius in tractatu de oſſibus recentibus dividit ligamenta in articularia, capſularia, orbicularia, an- nularia, etc. Penitiorem qui deſiderat huius obiecti cogni- tionem, evolvat Weitbrechti Syndeſmologiam.

Ligamenta plurima nectunt oſſa, ct nihil aliud ſunt,

Cartilagines oſſibus utplurimum adhaerent, colore albi- cantes, admodum flexiles, magisque oſſibus ipſis elaſticac. Variam camque inſignem praeſtant utilitatem, inprimis au- tem articulationi membrorum et flexibilitati corporis famu- lantur.

Numerus oſfium aegerrime definiendus, utplurimum ta- men circiter a biscentum et quinquaginta usque ad ſexa- ginta computatur.

Vus oſſium: fulcra corporis ſunt, quibus omnes aliac partes vel mediato vel immediato nexu iunguntur, partes nobiles molliores defendunt, robori inſerviunt, generatim conſtantem debitamque corpori praeſtant firmitatem.

De ſceleto hominis eiusque diviſione.

Si oſſa a partibus adhaerentibus rite liberata et exſic- cata eadem ratione invicem combinantur, prouti in vivis eſſe ſolent, vocatur tunc haec coniundtio Syntaxis Anum, vulgo ſceleton. Si oſſa mediantibus propriis et quaſi inqui- linis ligamentis continentur, ſceleton naturale appellant; quod- ſi autem alio modo compaginantur, cui rei praecipue fila

aenea et ferrumen inſerviunt, tunc ſceleton artificiale vo- cant. Hae ſceletorum duae ſpecies tam ex adultorum, quam ex infantum imo embryonum oſſibus exſtrui poſſunt,

quae, quum maxime inter ſe differant, accuratam diligen- temque ſane merentur contemplationem, ſi completam oſteo- logiae cognitionem acquirere volumus. Et ſceletorum a gibboſis et morboſis ſubiectis depromtorum, imo diverſo- rum animalium perluſtratio ampliſicat augetque oſſium co- gnitionem*).

Dividitur communiſſime ſceleton in tres partes, nempe

in caput, truncum et extremitates ſive artus. I. Caput, ſub quo comprehenditur omne id, quod ſu- premae colli vertebrae inſiſtit, ſi iuſta gaudet conforma- tione, figuram obtinet oblonge globoſam, ovalem, ab an- . terio-

die deſſen Hoͤlen innerlich auskleidet, die innere Knochen⸗ haut oder Markhaut. Beide ſind aͤuſerſt empfindlich.

Das Mark iſt eine fette fluͤſſige Subſtanz, die in den groſen und kleinern Hoͤlen der Knochen abgeſondert wird, um die Knochen geſchmeidig zu erhalten, und deren leichtes Zerbrechen zu verhuͤten.

Die Baͤnder verbinden die meiſten Knochen mit einan⸗ der, und ſind nichts anders als dauerhafte elaſtiſche Haͤute. Sie haben ſehr verſchiedene Figur und Nuzen, daher auch ganz verſchiedne Namen; Winslow theilt ſie in ſeiner Ab⸗

handlung von friſchen Knochen ein in Gelenkbaͤnder, Cap⸗

ſelbaͤnder, kreisrunde, ringfoͤrmige, u. ſ. w. Am ausfuͤhr⸗ lichſten behandelt dieſen Gegenſtand Weitbrecht in ſeiner Ab⸗ handlung von den Baͤndern.

Die Knorpel haͤngen gewoͤhnlich mit den Knochen zu⸗ ſammen, und ſind weis von Farbe, ſehr biegſam und weit mehr elaſtiſch als die Knochen. Sie leiſten vielerlei wich⸗ tigen Nuzen, beſonders aber erleichtern ſie die Bewegung der Glieder, und befoͤrdern die Biegſamkeit des Koͤrpers.

Die Anzahl der Knochen iſt ſehr ſchwer zu beſtim⸗ men, doch wird ſolche gemeiniglich beilaͤufig auf 250. bis 260. geſchaͤzt.

Muzen der Knochen: ſie ſind die Stuͤze des Koͤr⸗ pers, woran ſich alle andre Theile theils mittelbar theils unmittelbar befeſtigen, beſchuͤzen viel edle Theile, dienen zur Staͤrke, und geben uͤberhaupt dem Koͤrper die gehoͤri⸗ ge Feſtigkeit.

Vom Skelet und deſſen Eintheilung.

Wenn die gereinigten und ausgetrokneten Knochen ei⸗ nes Koͤrpers auf die nemliche Art wieder mit einander in Verbindung gebracht werden, wie ſie im Leben waren, ſo nennt man dieſes ein Geripp, gewoͤhnlich ein Skelet. Sind die Knochen noch durch ihre natuͤrlichen Baͤnder ver⸗ bunden, ſo heiſt es ein natuͤrliches Geripp; ſind ſie hin⸗ gegen durch andre Verbindungsmittel untereinander verei⸗ nigt, wozu man ſich gewoͤhnlich des Drahts und einer Kuͤt⸗ te zu bedienen pflegt, ſo heiſts ein kuͤnſtliches Geripp. Dieſe zweierlei Arten von Gerippen koͤnnen ſowohl von er⸗ wachſenen Perſonen als auch von Kindern, ja von Unge⸗ bornen gemacht werden, welche alle, da ſie unter ſich ſehr verſchieden ſind, eine genaue und aufmerkſame Betrachtung verdienen, wenn man eine vollſtaͤndige Kentnis der Knochen⸗ lehre zu bekommen wuͤnſcht. Auch die Betrachtung der Skelette von kruͤplichen und kraͤnklichen Menſchen, ja ſogar die Skelette verſchiedner Thiere erweitern und befoͤrdern die Knochenkentnis*).

Jedes Skelet nun pflegt man gemeiniglich in drei Thei⸗ le zu theilen, nemlich in den Kopf, den Rumpf oder Stamm, und in die aͤuſerſten Theile oder Gliedmaſen.

I. der Kopf, worunter man alles dasjenige verſteht, was auf dem oberſten Halswirbelbein ſizt, hat wenn er ge⸗ hoͤrig geſtaltet iſt eine laͤngliche oder eyrunde Figur, die ſich

von

*) Joh. Dan. Mepers Vorſtellungen allerlei Thiere mit ihren Gerippen. Nuͤrnberg 1752. Fol. 3. Theile.

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