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Chirurgische Anatomie und Operationslehre für Thierärzte / von Dr. E.F. Gurlt und Dr. C.H. Hertwig, Professoren an der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin
Entstehung
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muskel in den oberen und unteren Backenast. Die Verletzung ist zu vermeiden, wenn die Haut abge- zogen wird, denn der Doppel-Neryv liegt ziemlich fest am äuſsern Kaumuskel.

Um den Luftsack mit seinen Umgebungen zum gröſseren Theile von der äuſsern Seite zu über- sehen, ist

7. die Haut von oben nach unten eingeschnitten und nach vorn und hinten zurückgelegt; ferner ist

8.8. die Ohrdrüse und

9, die Unterkieferdrüse hinten abgelöst und nach vorn übergebogen; dann kommt

10. der Griffel-Kinnbacken-Muskel und

11.11. der Luftsack, mit kleinen Lymphdrüsen be- deckt, zu Gesicht. Unten grenzt er an

12. den Schlund- und Kehlkopf.

13. Die Kopfpulsader(A. Carolis communis) theilt sich unter dem Flügel des Atlas(24) in

14. die Hinterhaupts-Arterie(4A. occipitalis),

15. die innere Kopf-Arterie(A. Caurotis cerebra- lis) und in

16. die äufsere Kopf-Arterie(A. Carotis faeciulis); diese geht quer über den Luftsack nach vorn und oben.

Folgende Nerven liegen in der Nähe oder auf dem Luftsacke:

17. der untere Ast des ersten Hals-Nervens, 18. der Stamm des Bei-Nervens oder der 11te Nerv;

19. der Lungen-Magen-Nerv(10te) mit dem gro-

fsen sympathischen Nerven;

20. der obere Kehlkopf-Nerv vom 10ten,

21. Zweige vom Zungen- Sehlundkobhfn Norveen (9ten).

22.22. Die Sehne vom Brust-Kinnbacken-Mus- kel(durchgeschnitten),

23. Die äufsere Kinnbacken-Vene.

24. Der Flügel des Atlas.

Tafel II.

Figur 1. Der Kopf und ein Theil des Halses vom Pferde, von der linken Seite; X der Naturgröſse.

Am Kopfe ist die linke Hälfte des Oberkiefers zum gröfsten Theile, auch vom linken Aste des Unterkiefers ein Theil und die knorpelige Nasenscheidewand hinweg- genommen worden, um die rechte Nasenhöhle, den Ue- bergang in die Rachenhöhle und den Zugang zum rech- ten Luftsacke zu zeigen.

Es bezeichnen:

1. das linke Nasenloch,

2.2. ein Stäbchen, welches durch das rechte Nasen- loch, durch den unteren Nasengang(6) und durch die Rachenhöhle in den rechten Luftsack geführt ist, um Flässigkeit daraus zu entfernen; oder um Flüssig- keit einzuspritzen, wenn statt des soliden Stäbchens ein Röhrchen eingebracht wird. Der Luftsack wird durch

3. die Platte der Eustachi'schen Röhre von der Rachenhöhle abgeschlossen, und das Stäbchen muſs die Länge vom äufsern Rande des Nasenloches bis zum hintern Rande des Augenbogens haben, wenn es bis an den Knorpel reichen, mufs also länger sein, wenn es in den Luftsack eindringen soll.

Es bezeichnen ferner: 4. die obere oder Siebbein-Muschel, 5. die untere Nasenmuschel,

. den unteren Nasengang. 2 Der durchgeschnittene knöcherne Gaumen,

8. die Zunge, 9.9. die sechs Backenzähne des linken Unterkie-

und harte

ſerastes, 10. die zurückgeschlagene Wangenhaut, 11. die hintere Fläche des Gaumensegels.

Am Halse ist die Drosselvene, die Arterie, der Schlund, und es sind die begleitenden Nerven au- schaulich gemacht, wegen des Aderlasses, der Un- terbindung der Carotis und des Schlundschnittes.

Nachdem

12.12. die Haut mit dem sehr dünnen Halshautmuskel durchgeschnitten ist, kommt die Drosselvene und tiefer

13. der Schulter-Zungenbein- Muskel zu Ge- sicht; ist dieser Muskel der Länge nach durchgeschnit- ten und nach den Seiten gezogen, so werden die tie- fer liegenden Theile sichtbar, nämlich

14. der Schlund, welcher hier zwischen der Loft- röhre(18) und dem langen Beuger des Halses liegt. Unmittelbar an und vor dem Schlunde läuft

15. der Lungen-Magen-Nerv(oder 10te Nerv), mit dem grofsen sympathischen Nerven eng verbunden, herab; und zwischen diesen Nerven und der Luftröhre liegt

16. die Kopfpulsader(Art. Carolis). Auf

18. der Luftröhre und nahe an der vordern Seite der Carotis geht

19. der zurücklaufende oder Stimm-Nerv vom Lungen-Magen-Nerven nach oben zum Kehlkopfe.

17. Die Drosselvene(Vena jugularis eælterna) wird nur vom Halshautmuskel und von der Haut bedeckt; sie geht in der Rinne, welche oben vom gemeinschaft- lichen Muskel des Kopfes, Halses und Armes und unten vom Brust-Kiunbacken-Muskel begrenzt wird, herab.(Sie ist an der Zeichnung etwas zur Seite gezogen, um die tiefer liegenden Theile besser sehen zu können.)

Figur 2. Der vordere Theil des Oberkiefers des Pferdes, von der untern oder Gaumenfläche gesehen; in halber Naturgröfse.

Es ist hier die Absicht, die Lage der Gaumen-Ar- terie und des Venen-Netzes am Gaumen zu zeigen. Zuwischen den beiden Reihen

1.1. der Backenzähne liegt

2. der harte Gaumen mit seinen Querfurchen und Wülsten. Dieser bedeckt von unten

3. die zu einem Netz verbundenen Gaumenvenen, welche bis zu den Schneidezähnen herabgehen(hier aber vorn abgeschnitten sind) und 2.e

4. die Gaumen-Arterie von unten ganz bedecken. Diese Arterie verläuft in der Nähe des äufsern Ran- des, schlägt sich aber gegen die dritte vordere Gau- menfurche nach der Mitte um, vereinigt sich mit der gleichnamigen der andern Seite und geht durch das Schneideloch zur Oberlippe. Verletzungen dieser Ar- terie werden daher vermieden, wenn gegen die Mittel- linie des Gaumens und hinter der dritten Querfurche, um Blut zu lassen, der Einstich gemacht wird. Es bezeichnen ferner:

5. die innere Fläche der Backe,

6. die Oberlippe,

7.7. die Hakenzähne, und

8.8. die Schneidezähne des Oberkieſers.

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